The Hills have Eyes (Remake)

um 16:14 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© 20th Century FoxInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: New Mexico, irgendwo off road auf einem ehemaligen Atomversuchsgelände: Hier endet der Urlaubstrip für die siebenköpfige Familie Carter nach einer mysteriösen Panne. Es beginnt eine Höllenfahrt in die Tiefen purer Mordlust, denn eine Rotte von Mutanten geht auf jede vorstell- und unvorstellbare Art daran, den Gestrandeten die dünne Haut der Zivilisation vom Leibe zu reißen.

Lola meint: Der in den letzten Jahren etwas abgetakelte Horror-Guru Wes Craven bescherte seinen Fans in den 70ern einen billigen, aber recht fiesen Film über einen verstrahlten Kannibalen-Klan, der sich an eine Gruppe Touristen heranwanzt. Dank der bescheuerten deutschen Syncro, die aus den Kannibalen mal eben Außerirdische machte und so den ganzen Streifen ad absurdum führte, ist die 77er-Fassung meist nur den Genrekennern geläufig. Trotzdem erregte schon das Original damals bei uns wegen seiner rohen Brutalität Aufsehen und als 2005 schließlich die Kunde durchs Land ging, dass das französische Ausnahmetalent Alexandre Aja die Regie bei einem Remake übernimmt und auch noch Papa Craven als Produzent mitmischt, war das Jubelgeschrei der Horror- und Splatterfraktion entsprechend groß. Das Subgenre des Backwood-Slashers konnte eine fachkundige Reanimation gut gebrauchen, da Gurken wie der lächerliche Versuch “Wrong Turn” und das grottenschlechte “Texas Chainsaw Massacre“-Remake bei Kennern durchweg Darmkrämpfe verursachten.

Die Vorschusslorbeeren waren nicht übereilt, denn Alexandre Aja liefert hier nach seinem bluttriefenden Überkracher “High Tension” erneut einen gewalttätigen Bastard von einem Film ab. In bleichen, grobkörnigen Bildern, die eine mehr als beklemmende Atmo liefern, lässt er eine 7-köpfige all american family zusammen mit ihren beiden Hunden in ihr Unglück rennen bzw. fahren. Aja hält sich bei der Storyline weitgehend an die Vorlage und so haben die Protagonisten auch heute nichts Besseres zu tun, als auf dem Weg in den Urlaub eine Abkürzung durch ein ehemaliges atomares Testgebiet in der Wüste zu nehmen. Der unvermeidliche (herbeigeführte) Unfall sichert ihnen alsbald ein warmes Plätzchen auf dem Speiseplan der mutierten Arschlöcher, die in der gemütlichen Gegend augenscheinlich schon ein paar Generationen lang hausen und entsprechend viel Zeit zum Degenerieren hatten.

“The Hills Have Eyes” braucht ein gute halbe Stunde, um aus dem Knick zu kommen. Was dann folgt, ist ein Terrorfilm erster Güte, wie er leider Gottes seit Ewigkeiten nicht mehr zu sehen war. Man weiß die ganze Zeit, daß etwas passieren wird und glaubt vorbereitet zu sein, nur um dann von der grimmigen und absolut humorlosen Gewalt überrollt zu werden. Es wird herrlich altmodisch gehackt, geschlitzt, gefoltert, gemetzelt und ausgeweidet, daß das Kunstblut nur so in Strömen fließt. Jeder kann zum Opfer werden, denn weder vor Frauen noch vor Kindern und Tieren wird Halt gemacht. Die Effekte wurden sorgfältig und mit großer Detailliebe von der legendären FX-Schmiede K.N.B. EFX in guter alter Handarbeit zusammengezimmert, um bloß keine CGI-Sterilität aufkommen zu lassen und das tut dem dreckigen Streifen verdammt gut. Ebenfalls erwähnenswert ist der hämmernde Score, der extrem an alte John Carpenter Flicks erinnert, das Geschehen somit punktgenau untermalt und die Spannungskurve füttert. Er hätte an keiner Stelle besser ausgewählt werden können, wenn man mal von dem kleinen pathetischen Ausrutscher am Schluss absieht.

Das versammelte Schauspielerensemble macht seine Sache gut bis sehr gut, was in diesem Genre bedauerlicherweise die Ausnahme ist. Der breiten Masse sind am ehesten die Gesichter von Ted Levine (der Ich-find-mich-geil-und-würd-mich-durchficken Buffalo Bill aus dem “Schweigen der Lämmer”) und Emilie De Ravin (die blonde Nervensäge aus der Serie “Lost”) geläufig, aber auch eingefleischte B-Film Fans finden einige ihrer altgedienten Helden wie Billy Drago im Cast wieder. Sie alle tragen mit ihren Performances nachhaltig dazu bei, dass Alexandre Aja mit der Erwartungshaltung des Publikums ein paar Extrarunden Achterbahn fahren kann, indem er genau die Protagonisten frühzeitig abschlachten lässt, von denen man es nicht unbedingt erwartet und diejenigen zum Gegenschlag ausholen dürfen, die dafür denkbar ungeeignet scheinen.

Das ganze Hackfest ist geradlinig, reaktionär, gnadenlos, sadistisch, völlig unmoralisch und mitten auf die Fresse. Keine kostbare Filmsekunde wird an überflüssige Witzchen verschwendet, nur um die Stimmung aufzulockern. Solche Unsitten, wie sie aus den unsäglich inspirationslosen Teenie-Slashern der letzten Jahre sattsam bekannt sind, haben hier nichts verloren, denn es geht straight back to the roots und diese roots waten förmlich in Blut und Körperteilen. Halleluja!

Neben überflüssigem Humor wird auch auf den in diesem Genre gern bemühten tieferen Sinn verzichtet. Während beim Originalfilm noch auf die vordergründige Atomwaffen-sind-böse-Botschaft gepocht wurde, kann man es sich hier schenken großartige politische Aussagen hineinzuinterpretieren. Aja macht nicht denselben Fehler wie Romero bei “Land Of The Dead“, der mit seiner Holzhammerkritik an der Bush-Regierung streckenweise gewaltig nervte. Er belässt es stattdessen bei süffisanten Seitenhieben auf die Fehde zwischen Republikanern und Demokraten und macht in den kurzen Passagen keinen Hehl aus seiner Gesinnung. Wer trotzdem auf eine tiefgründige Aussage besteht, kann sich in der Frage ergehen, welche der beiden Sippen denn nun amerikanischer ist: Der Mutanten-Klan, der durch bedingungslosen Zusammenhalt so lange überlebt hat und auch gerne mal die Nationalhymne zum Besten gibt, wobei das Stars and Stripes Banner malerisch im Schädel eines Opfers steckt oder die Touris, die sich erst wieder auf die traditionellen Familienwerte zurückbesinnen und zusammenrücken müssen, um dem Grauen zu entkommen. Für derart sinstre Details war ein schmerzfreier französischer Regisseur die ideale Wahl - ein kulturell zwangsläufig vorbelasteter Amerikaner hätte es nur versauen können.

Endlich mal wieder knallharter Terror! Aber Vorsicht: Wer bereits bei kindischen Teenie-Slashern wie “Scream” und “Ich weiß, was du letzten…“das Würgen kriegt, ist hier definitiv im falschen Film! They wanted to see something different, but something different saw them first…

Offizielle Webseite zum Film

Secretary

um 21:17 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (2)

© SunfilmInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Die unsichere Lee (Maggie Gyllenhaal) kommt zurück aus einer psychiatrischen Klinik und fällt in ihre alten Gewohnheiten und den Zwang zurück, sich selbst zu verletzen. Um Normalität in ihr Leben zu bringen, nimmt sie einen Job als Sekretärin an - und findet in der von Erniedrigung und Bestrafung dominierten sexuellen Beziehung zu ihrem Chef (James Spader) ihre Erfüllung.

Lola meint: Dieser feine Indie-Streifen sagte mir leider gar nichts und ich bin nur zufällig in dieses Kleinod hineingestolpert, so wie sein restliches spärliches Publikum in Deutschland sicher auch, da der Film hier durch sein garantiert mageres Werbebudget unter den Tisch gefallen ist. Ausschlaggebend war bei mir die Tatsache, dass James Spader die männliche Hauptrolle spielt – einer meiner absoluten Favoriten seit Perlen wie “Sex, Lügen und Video“, “Frühstück bei ihr” und “Todfreunde“. Wegen ihm hatte ich auch bei der Inhaltsangabe des Streifens keinerlei Bedenken, da einem Mr. Spader mit seiner reduzierten Art auch noch so heikle Themen äußerst sensibel und glaubhaft näher bringt. Demnach sah ich die lauernde Gefahr gebannt, dass die Rubrik S/M mal wieder Hollywoodlike mit einem Haufen lächerlicher Klischees durch den Dreck gezogen wird. Ich sollte Recht behalten.

Aber genug der Lobhudeleien für James Spader und ab zu “Secretary“. Maggie Gyllenhaal, die mir bisher offenbar entfleucht ist, denn ich kann mich spontan nicht erinnern sie schon mal gesehen zu haben, liefert eine unglaublich intensive Performance ab. Bis an die Schmerzgrenze sozusagen, was natürlich im Kontext eine ganz neue Bedeutung bekommt…;o) Es ist eine Wonne ihr dabei zuzusehen, wie sie ihre Figur Lee Holloway vom depressiven und leicht verhuschten Mäuschen zu einer starken Frau werden lässt, die weiß was sie will und dafür mit allen Mitteln kämpft. Maggie ist in allen Lagen würdevoll und einfach liebenswert: Ob in Klamotten, die sogar die nächste Humana-Box an der Straßenecke angewidert wieder ausspucken würde, oder auf allen Vieren, wenn sie ihrem Chef die tägliche Post mit den Zähnen darbietet und auch mit heruntergelassenem Höschen über den Tisch gebeugt, um ihm als pure Wichsvorlage zu dienen.

Schnell mal die Pferdchen wieder einfangen, die gerade mit mir durchgegangen sind und zurück zum Anfang: Es geht ‘einfach’ um eine Frau, die sich auf ihre Weise emanzipiert. Mit der Annahme der Sekretärinnenstelle im Büro des Anwalts Grey versucht Lee sich verzweifelt ein Stück weit von ihrem verkorksten Elternhaus und ihrer bedrückenden Kindheit zu lösen. Lebendig kann sie sich nur fühlen, wenn sie sich die Oberschenkel ritzt, was ihrem Boss nicht lange verborgen bleibt.

Grey, selbst ein emotionaler Krüppel mit Panik vor Gefühlen, ist sofort von Lees Wesen fasziniert, weiß aber nicht so recht mit ihr umzugehen. In seiner Hilflosigkeit behandelt er sie nach und nach immer schroffer und bemerkt, dass Lee keinen Widerstand leistet und offenbar auch noch Spaß daran hat. Er entdeckt dadurch an sich eine leicht sadistische Ader, was ihn sichtlich erstaunt und noch mehr verunsichert. Eine Zeit lang genießen die beiden das Befehl-Ungehorsam-Bestrafen-Spiel und leben ihre Lust in einer sehr soften S/M Beziehung ausschließlich im Büro aus. Grey merkt irgendwann, dass bei Lee Gefühle ins Spiel kommen und schreckt zurück. Liebe?? Die Alte dreht wohl am Rad! Da er wegen seiner neu entdeckten Gelüste ohnehin gegen ein unbequemes inneres Chaos kämpft, stößt er Lee von sich, kündigt ihr abrupt und wechselt sogar die Schlösser aus. Männer…*Kopfschüttel*

Unsere Heldin lässt sich zum Glück von seiner eilig errichteten Mauer nicht abschrecken und durchbricht sie durch einen großen und unglaublich konsequenten Beweis ihrer Liebe. Nach - in diesem speziellen Fall - extrem langen 3 Tagen kommt die Botschaft dann doch schon in seinem Kleinhirn an und er erkennt, dass sie die Frau seines Lebens ist und dazu noch eindeutig die Stärkere in der Beziehung. Was dann folgt, ist einfach nur noch schön und für mich eines der ergreifendsten Happy Ends aller Zeiten. Grey nimmt endlich die immens große Verantwortung eines Doms gegenüber seines Subs an, befreit die trotzige Lee aus ihrer misslichen wie lustvollen Lage, kümmert sich rührend um sie und öffnet ihr seine verletzte Seele. Und wenn sie nicht gestorben sind, versohlt er ihr noch heute den Hintern.

Es ist schwer den Film in eine Schublade zu stecken und ich würde ihn am ehesten als großen kleinen Liebesfilm mit komischen Untertönen einordnen. Es ist für einen amerikanischen Film durchweg bemerkenswert, mit wie viel Respekt und Einfühlungsvermögen das Thema S/M behandelt wird und man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Drehbuchautorin ganz genau wusste worüber sie da schreibt. “Secretary” hat mich mit seiner Ehrlichkeit, seinem prosaischen Grundton und den unglaublich guten Darstellern tief berührt und bewegt und mich sogar ein bisschen neidisch auf das werden lassen, was die beiden Hauptfiguren aneinander haben. Das hat schon lange keiner der üblichen ‘klassischen’ Liebesfilme mehr geschafft. Ich ziehe lediglich einen kleinen Punkt in der A-Note ab, weil es mir im Hinblick auf die folgenden Ereignisse aufstieß, daß Lee am Anfang des Films aus der Klappse entlassen wird: Die meisten S/M-Freunde sind garantiert kein Fall für den Seelenklempner.

Wertung: 10/10

Offizielle Webseite zum Film

 
 

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