Little Miss Sunshine

um 14:24 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: In der Theorie hat Richard Hoover das Leben im Griff, in der Praxis aber besteht Handlungsbedarf. Weder seinen Kunden noch seiner Familie kann er sein Erfolgskonzept verkaufen. Sein Vater fliegt aus dem Seniorenheim, sein Sohn verweigert sich schweigend der Welt. Seine Frau hat das Vertrauen in ihn verloren und sein Schwager fast sein Leben – nach einem Selbstmordversuch. Nur Olive, die Jüngste, wirkt gefestigt und scheint den väterlichen Optimismus verinnerlicht zu haben. Die pummelige Siebenjährige ist fasziniert von Schönheitsköniginnen und will unbedingt an der Wahl zur „Little Miss Sunshine“ teilnehmen, in der alljährlich der junge Beautynachwuchs qualitätsüberprüft wird. Als Olive tatsächlich eingeladen wird, bricht die ganze Familie im VW-Bus nach Kalifornien auf. Auf der Reise liegen bald die Nerven blank und kleinen Krisen folgen große Katastrophen…

Lola meint:Little Miss Sunshine” wird seit Monaten als Geheimtipp gehypt und mit Lorbeeren zugeschüttet, was sich sogar in vier Oscar-Nominierungen niederschlug. Vielleicht war ich schon entschieden zu ‘überinformiert’ als ich mich erwartungsfroh in den Streifen gestürzt habe, denn bei mir hat er längst nicht so eingeschlagen. Die Regienovizen Jonathan Dayton und Valerie Faris präsentieren uns eine als Road Movie verpackte Tragikomödie, die wegen ihrer vielen skurrilen Einfälle ganz putzig ist, aber auch genau aus diesem Grund auf mich einen Tick zu überdreht und gewollt wirkt.

Der Film steht und fällt mit den durchgeknallten Mitgliedern der Albtraumfamilie (bei der man die ganze Zeit froh ist, daß man nicht mit der Mischpoke verwandt ist), wobei es sich als ungünstig erweist, daß eigentlich kaum Sympathieträger zu finden sind. Am ehesten sticht Alan Arkin als aufsässiger Opa heraus, der den Leitsatz aller Rock’n'Roller mal eben in ‘Sex, Drugs and Altersheim’ uminterpretiert und mit dem Konsum von illegalen Substanzen nebst einer Vorliebe für billige Pornoheftchen ziemlich auf die Kacke haut. Leider gibt er im Verlauf des Films zu früh den Löffel ab und lässt uns mit dem Rest seiner buckligen Verwandtschaft sitzen. Greg Kinnear läßt als Loser-Papi zu sehr das Arschloch raushängen, Mutti Toni Collette hat zu wenig zu tun, um einen Eindruck zu hinterlassen und Abigail Breslin als Beautycontest-verstrahlte Tochter nervt einfach nur.

Lediglich der suiziderprobte Onkel Steve Carell und der verstummte Paul Dano als schmollender Sohn haben so ihre Momente. Unterm Strich ist das aber nicht genug, da der ganze Streifen zu allem Überfluß auch noch in jeder Sekunde absolut vorhersagbar ist. So reißt auch die recht gelungene Kritik an der amerikanischen Schönheitswettbewerbs-Industrie nichts mehr heraus und die klebrige Familie-über-alles-Botschaft will nicht zum sarkastischen Grundton passen. Der Sunshine der Little Miss leuchtet leider nicht stärker, als eine Taschenlampe mit alten Batterien.

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Numb3rs - heute schon was ausgerechnet?

um 12:18 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© CBS & Texas InstrumentsInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Mathematik! Bei dem Wort dürften sich bei vielen Leidgeprüften böse Erinnerungen an die Schulzeit nebst einem flauen Gefühl im Magen und Angstschweiß auf der Stirn einstellen. Ich hab Mathe damals in der Schule – was, wie ich eben entsetzt feststelle, schon mehr als 20 Jahre her ist – eigentlich immer gern gemocht. Zumindest bis zur 8. Klasse, als wir einen neuen Mathelehrer bekamen, der die ungesunde Einstellung hatte, daß Mädchen sowieso zu blöd dafür und entsprechend seine Aufmerksamkeit nicht wert sind und Jungs alles zu können haben. Dazu gesellte sich noch der Umstand, daß er ein echtes Arschloch war und sich einen Spaß daraus machte jeden Schüler mindestens einmal vor versammelter Klasse völlig bescheuert dastehen zu lassen. Typischer Fall von Beruf verfehlt, aber ich schweife mal wieder ab.

Kann eine Serie, die Mathe als Grundthema hat, funktionieren? Sie kann, wie “Numb3rs” beweist. Bereits die erste Staffel, die 2005 noch auf Pro7 ausgestrahlt wurde, hatte mich sofort gepackt, was vor allem an der Hauptfigur, dem sympathisch verpeilten Matheprofessor Charlie Eppes (David Krumholtz) und seinem Sidekick, dem noch verpeilteren Physiker und Kosmologen Larry Fleinhardt (Peter ‘Poughkeepsie’ MacNicol, bekannt als John Cage/”Ally McBeal“) lag und liegt. Mathe-Crack Charlie hilft seinem Bruder Don (Rob Morrow), der als FBI-Agent unterwegs ist, mit den verschärftesten mathematischen Formeln und Berechnungen beim Fangen von Verbrechern, was, so nerdy es auch klingt, verdammt unterhaltsam aufgezogen wird. Unser kleiner Matheprof beherrscht nämlich die Szenerie, indem er erstens komplett lebensunfähig wirkt, weil er permanent mit einem erstaunten Blick aus großen dunklen Augen unter seinem verwuschelten Lockenköpfchen auf die ihm meist unverständlichen Realitäten des Lebens reagiert und zweitens durch sein verplantes Auftreten wegen akuter sozialer Inkompatibilität arge Probleme hat endlich eine Frau abzukriegen. Einfacher ausgedrückt: Den Kerl könnte man einfach adoptieren. Zu Charlie und seinem Kumpel Larry gesellen sich, wie schon erwähnt, Charlies Bruder Don, der ob der Genialität des Brüderchens mit argen Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen hat und auch als FBI-Agent nicht so wirklich eine coole Sau ist. Immerhin kriegt er ab und zu eine Frau ins Bett, was Charlies und Dons brummeligem Vater Alan (Judd Hirsch) die Befriedigung verschafft, wenigstens bei einem Sohn etwas richtig gemacht zu haben.

Als ob diese genial ausgearbeiteten Charaktere noch nicht reichen würden, sind sogar die zu lösenden Fälle der einzelnen Folgen sorgfältig geschrieben und garantieren so einen rundum hochwertigen Serienspaß. Wem “Numb3rs” bisher entgangen ist: Man findet auch jetzt noch in Staffel 2 leicht den Einstieg, weil die Storys der einzelnen Folgen zum größten Teil in sich abgeschlossen sind. Probierts doch einfach mal aus: Donnerstags um kurz nach 22:00 auf SAT1.

Wertung: 9/10

Snow Cake

um 4:03 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© KinoweltInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Gerade, als die Anhalterin Vivienne (Emily Hampshire) bei ihm eingestiegen ist, wird der verschlossene Alex (Alan Rickman) in einen Autounfall verwickelt. Das Mädchen stirbt noch am Unfallort. Voller Schuldgefühle sucht Alex Viviennes Mutter in dem kanadischen Kaff Wawa auf, doch Linda (Sigourney Weaver) ist Autistin und kann deshalb ihre Trauer nicht zeigen. Alex beschließt ein paar Tage zu bleiben, bis Lindas Eltern zur Beerdigung eintreffen. Immer mehr nimmt er an ihrem Leben teil und beginnt außerdem noch eine Affäre mit der Nachbarin Maggie (Carrie-Anne Moss), die alle Gefühle routiniert auf Distanz hält. Doch langsam beginnen sich die Charaktere zu wandeln, und als der Schnee zu schmilzen beginnt, ist das Leben für keinen der drei mehr so, wie es vorher war.

Lola meint: Habt ihr auch bestimmte Filme für bestimmte Lebenslagen? Bei mir sind ist es z.B. an Weihnachten “Scrooged” oder “Wir sind keine Engel“, an Ostern zieh ich gern mal “Das Leben des Brian” (Jehova!) aus dem Regal und wenn es mir mies geht, wandern Herzwärmer wie “Löwen aus zweiter Hand” in den Player. “Snow Cake” ist für mich ein heißer Kandidat für die Herzwärmer-Abteilung, denn als der Abspann lief, hatte ich dieses spezielle kuschelig-wohlige Gefühl.

Wer jetzt meint, daß wir uns gerade mitten in den Kitschtümpel stürzen, der irrt. Selten war ein Streifen weniger zuckrig, denn wenn es in “Snow Cake” etwas im Überfluß gibt, dann sind es Probleme: Depressionen, Schuldgefühle, Trauer, Verzweiflung, Autismus, Kleinstadtmief, bösartige Gerüchte, Totschlag, Verständnislosigkeit, Hilflosigkeit und der vergebliche Wunsch nach Absolution. Dieser Berg Unglück wird auch noch in düstere oder wahlweise durch den Schnee eiskalt glitzernde Bilder verpackt. Na? Hab ich euch verscheucht? Hiergeblieben!

Regisseur Marc Evans hatte ein tolles Drehbuch, kein Geld und einen seiner Meinung nach unerfüllbaren Traum: Er wollte Alan Rickman für die Hauptrolle. Schön, daß Alan seine Gage total egal war und er nach der Lektüre des Buches nur 5 Minuten brauchte, um zuzusagen. Durch weitere Fügungen stießen sogar noch Sigourney Weaver für die weibliche Hauprolle und Carrie-Anne ‘Trinity’ Moss als beziehungsgeschädigtes Love-interest zum Cast. Das Ergebnis war ein verdammt glücklicher Regisseur und, hiermit bestätigt, ein wunderbar erzählter Film, in dem Alan und Sigourney die für mich unwerfendsten Leistungen ihrer bisherigen Karrieren zeigen. Rickman spielt den vom Schicksal geprügelten Alex so zurückhaltend und traurig, daß ich ihn am liebsten auf den Arm genommen und getröstet hätte. Er läßt den Beobachter in jedem beschissenen Moment mitleiden und wenn es schon fast nicht mehr schlimmer werden kann, muß er sich zusammen mit uns auch noch komplett überfordert mit der autistischen Linda auseinandersetzen, die von der regelrecht entrückten und nie überzeugenderen Sigourney Weaver performt wird. Sigourney hat sich ein geschlagenes Jahr auf diese Rolle vorbereitet und sogar eine Weile bei einer Autistin mit Asperger-Syndrom gewohnt, um die an demselben Defekt (nicht)leidende Linda so realistisch wie möglich spielen zu können. Das Ergebnis der ganzen Mühen kann man nur als umwerfend bezeichnen.

Das klingt alles reichlich deprimierend für einen einzigen Film. Ist es auch, aber eine federleichte Tragikomik und die Tatsache, daß am Ende ein Lächeln und erlösende Hoffnung steht, läßt ein echtes Feelgood Movie in unsere Herzen schleichen. Schnee ist der – in diesem Fall - weiße Faden und das Gerüst, auf dem die Geschichte ruht. Er visualisiert die von einer gefrorenen Schicht bedeckten seelischen Wunden, die sich langsam aber unaufhaltsam wie Frühlingsblumen ihren Weg ans Licht bahnen, um geheilt zu werden. Und er hat eine ganz besondere Bedeutung für Linda, aus der sich auch der Filmtitel erklärt. Aber seht, erlebt und erfahrt selbst…

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The Closer nähert sich dem grünen Bereich

um 2:51 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© TNT TVInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Habe eben schnell mein wöchentliches Mittwochabend-Vergnügen nachgeholt und mir die beiden per altmodischem VHS-Videorecorder aufgenommenen Folgen von “The Closer” und “Boston Legal” reingepfiffen. Mit “The Closer” bzw. der Hauptfigur in Gestalt von Kyra Sedgwick bin ich zu Beginn der Staffel nicht richtig warm geworden, wie ich eingestehen muß. Ihre Figur ist irgendwie eine monströse Neurose auf zwei Beinen und mit ihrem ewigen “Bitte & Danke vielmals”-Gequatsche, dem permanenten unkontrollierten Grimassieren und den unglaublich hässlichen Klamotten reichlich anstrengend. Vielleicht macht hier die Syncro auch viel kaputt, denn leider wurde der Dame eine absolut nervige deutsche Stimme verpasst. Inzwischen bin ich aber froh, daß ich am Ball geblieben bin, denn nach 12 Folgen hat die Serie langsam Betriebstemperatur erreicht und gefällt mir immer besser!

Ich habe mich nicht nur an Kyra aka Deputy Chief Brenda Johnson und ihre zahlreichen Macken gewöhnt, sondern stelle erfreut fest, daß auch andere Charaktere langsam Fahrwasser gewinnen und so Brendas Spinnereien deutlich abmildern. Allen voran der inwischen zu einem herrlich ironischen Brubbelkopp mutierte Detective Provenza, dem G.W. Bailey mit seiner schluffigen Darstellung immer mehr Profil verleiht. Seine knurrigen, staubtrockenen Kommentare und seine mitleiderregende tägliche Kapitulation vor der unabänderlichen Tatsache, daß er das anstrengende Weib fortan als Chefin ertragen muß, sind echte Highlights in den Episoden. Ebenfalls mit Potential gesegnet: Detective Tao (Michael Paul Chan), der den ganzen Irrsinn mit asiatischer Gelassenheit wegsteckt, irgendwie so was wie der ruhende Pol der Einheit ist und ebenfalls gern mal einen Spruch vom Stapel haut oder die Eskapaden der Chefin mit einer göttlichen Mimik quittiert.

Für die Zukunft wünsche ich mir für die beiden Figuren und für Brendas bisher sträflich vernachlässigte Süßigkeitensucht deutlich mehr Screentime. Dann klappts auch mit dem widerspenstigen deutschen Publikum und ich brauch keine Angst haben, daß “The Closer” vom vorzeitigen Quotentod ereilt wird.

Wertung: 8/10

Die Queen

um 16:45 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© Miramax / PathéInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: September 1997: Die Nachricht von Prinzessin Dianas Tod bricht wie eine Schockwelle über die Öffentlichkeit Englands herein. Währenddessen sitzt Queen Elizabeth II (Helen Mirren) samt Familie in ihrem Feriensitz Balmoral, unfähig, auf die öffentliche Trauer angemessen zu reagieren. Für den neu gewählten Premierminister und Volksliebling Tony Blair (Michael Sheen) hat das Bedürfnis der Bevölkerung nach Unterstützung und Trost durch seine politischen Führungsfiguren zentrale Bedeutung. Innerhalb von Tagen schlagen die unerwarteten Wogen der Gefühle immer höher.

Lola meint: Man kann von Queen Elisabeth II, Prinzessin Diana und der Monarchie allgemein halten, was man will. Viele werden bei diesem Film gerade wegen ihrer Abneigung gegen solche augenscheinlich überholten Institutionen sofort abwinken, was allerdings ein ziemlicher Fehler wäre. Denn jenseits der Klatschblätter ist das, was sich damals im Herbst 1997 zugetragen hat, ein Stück Geschichte. Noch nie befand sich die Monarchie in England dermaßen in der Krise und noch nie stand sie so auf der Kippe, wie in diesen Tagen. Man könnte sagen, Elisabeth hat mit knapper Not gerade noch einmal die Kurve gekriegt.

Regisseur Stephen Frears, der während seiner Karriere seine Finger immer am Puls des einfachen Mannes hatte, gewährt uns in “Die Queen” einen höchst interessanten Blick hinter die Palastmauern und versucht dem Normalsterblichen die harten Krusten jahrhundertealter Traditionen verständlich zu machen. Er beschreibt uns die unwirklich anmutende Welt der Königin und ihrer Familie mit leiser Ironie und dem einen oder anderen Augenzwinkern – trotzdem schafft er es in jeder Filmsekunde Respekt zu wahren. Respekt für eine Frau, die nie ein selbstbestimmtes Leben hatte und die sich mit unerbittlicher Härte gegen sich selbst ganz und gar ‘ihrem’ Volk verschrieben hat. Die Pflicht der Krone über alles.

Da dem Ottonormalverbraucher solche Strukturen gänzlich fremd sind, stellt Frears dem Publikum einen jungen und völlig unerfahrenen Tony Blair zur Seite, der gerade eben sein Amt angetreten hat und der Welt der Queen mit fast kindlicher Begeisterung gegenübersteht. Mit ihm zusammen lernen wir diese mysteriöse Frau kennen und versuchen die strengen Protokolle zu begreifen, auf die sich der Hof seit Ewigkeiten stützt. Zwischendurch wird Tonys und unsere Begeisterung immer wieder durch die spitze Zunge seiner Frau Cherie ausgebremst, die dem Palast alles andere als freundlich gegenüber steht und so eine angenehme Balance schafft. Mit dieser Grundlage lässt man sich gern von dem brillanten Drehbuch auf die Reise zu den Ereignissen nach Lady Di’s Tod mitnehmen, die jeden glauben ließen, daß zwar die halbe Welt um die von den Medien hofierte Prinzessin von Wales trauert, aber im oberflächlich gefühlskalten Königshaus keine Träne vergossen wird.

Wie ich schon mehrfach an anderer Stelle erwähnt habe, ist die Leistung der Darsteller hervorragend – allen voran Helen Mirren, die das Publikum nach 2 Minuten glatt vergessen lässt, dass man nicht die echte Lizzie vor Augen hat. Das bezieht sich nicht nur auf ihr Äußeres, denn bei Frau Mirren sitzt jeder Blick und jede Geste absolut perfekt, egal wie winzig und unbedeutend sie erscheinen mögen. Ihr ist es gerade in den stillen Augenblicken, in denen sie die knallharte Schale ihrer Figur ein wenig bröckeln lässt, zu verdanken, daß wir kein unkaputtbares Monstrum sehen, sondern einen Menschen aus Fleisch und Blut. Großartig. Bei den Herren stechen Michael Sheen als Monarchieretter Blair und ein wunderbar bissiger James Cromwell als ewig nörgelnder und bis in die Knochen traditionsbewusster Prinz Philip hervor und auch der restliche Cast macht seine Sache hervorragend. Lediglich Alex Jennings liefert ein äußerst hinterhältiges, permanent rumjammerndes und dadurch für mein Empfinden leicht befremdliches Häufchen Elend von einem Prinz Charles ab.

Der Film besticht nicht nur durch seine Darsteller, sondern verblüfft den Zuschauer zusätzlich durch absolut authentisch anmutende Drehorte und Ausstattungen. Außerdem wird auf raffinierte Weise immer wieder Originalmaterial von damals eingefügt, so daß man oft den Eindruck hat, man würde eine Doku in der ARD und keinen Kinofilm sehen. Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: Hingehen, angucken, den Kopf schütteln, staunen, lachen und lernen. So darf Kino ruhig öfter sein. Und gebt Frau Mirren von mir aus 20 Oscars auf Vorrat, denn es wird lange dauern, bis jemand diese Leistung toppt. God save the Queen.

Offizielle Webseite zum Film

Golden Globes 2007 revisited

um 16:31 da reingeschubst: Fernsehen, Film || Fremdplörre: Comment (1)

Info: Dies ist ein Beitrag, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Verflixt und zugetackert - ich wollte schon seit Tagen meine persönlichen Golden Globes Sahnehäubchen mit Cocktailkirschen oben drauf zusammenstellen und bin wiedermal zu nix gekommen. Nuja - besser spät als gar nicht. Sahnehäubchen gab es ja bei der diesjährigen Preisverleihungs-Kirmes nicht wirklich viele (wenn man mal von den erheiternd dämlichen Fickmichhotline-Spots in den Werbepausen absieht), da die Veranstaltung selbst wieder selten langweilig war. Ganz oben auf meiner Liste steht die Tatsache, daß die Globes fest in Britischer Hand waren, was dem einen oder anderen anwesenden Ami im Hinblick auf die Fülle und ‘Wichtigkeit’ der gewonnen Kategorien die Gesichtszüge entgleisen ließ. Tja, liebes Hollywald und Konsorten - von der Insel kommt gerade in diesem Business verdammt oft eine verdammt hohe Qualität (und wenn Lizzies Untertanen für eure Ohren noch so komisch daherquatschen).

Während Jack Nicholson die geilste Frisur hatte - seine Zippel sahen aus, als währe er stinkbesoffen unter einen Mähdrescher durchgerobbt - war der unbestrittene Platzhirsch der Nacht im Bereich Dankesrede uns Dr. House aka Hugh Laurie. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und heute fällt es mir zum Glück deswegen nicht mehr allzu schwer im Netz gemachte Beute zu teilen: Lesefreudige dürften ihren Spaß an dem beinahe neidischen Time-Artikel über die Machtübernahme der Engländer und der quietschigen Top 10 der Globes-Nacht haben, wo dem guten Hugh angemessen gehuldigt wird. Eigentlich hätte ich jetzt gern das YouTube Video seiner ‘drunken thieves’ Ansprache hier reingestellt, aber leider sind die inzwischen alle wegen Copyrightgedöhns von dort verschwunden. Vielleicht verklagt mich ja auch einer, wenn ich sie aufschreibe? (Beruf Gefahrensucher) Taddaaa - Hugh Laurie’s heißbegehrte und vielbeklatschte Dankesrede aka acceptance speech:

“My goodness, this is stunning, absolutely stunning. I am speechless. I am literally without a speech. It seems odd to me that in the weeks leading up to this event, when people are falling all over themselves to send you free shoes, free cufflinks, and free colonic irrigations for two. Nobody offers you a free acceptance speech. It just seems to me to be a gap in the market. I’d love to be able to pull out a speech by Dolce & Gabbana.

I must thank the Hollywood Foreign Press Association, my brother nominees, my fellow actors on House and wonderful writers and producers and the truly wonderful crew. I know everyone says they have a wonderful crew but that can’t be the case. They can’t all be wonderful. Somebody somewhere is working with a crew of drunken thieves. But it’s not me. They are truly a wonderful collection of people and I am privileged to spend my days in their company and they smell of newly mown grass.

I would like to thank Robert Sean Leonard. I can’t remember why. He did give me a reason. The two people I would most like to thank, the two people to whom I owe absolutely everything, the whole caboodle, if that is a word you yanks still use. The two cleverest and funniest and kindest and, frankly best bosses that a man could hope to have, David Shore & Katie Jacobs. I owe them everything, I certainly owe them this (the trophy). I’m not going give them this, but I will owe it to them. I also have to thank (…) Stephen Fry, my wife, Jo, the head of MY family (…) and of course, you! I left you until last. Thank you so much, ladies & gentlemen. Thank you.”

Wo ich schon bei Zitaten bin: Bei der BBC habe ich noch ein absolut kuhles Sammelsurium gefunden und Amazon.com hat sich in dieser Beziehung auch einige Mühe gemacht. Ausserdem kann ich vermelden, dass ich von meiner unbedingt-gucken-Golden-Globes-Filmwunschliste zumindest schon “The Queen” mit der umwerfenden Helen Mirren abgearbeitet habe (Review folgt). Gebt der Frau den Oscar. Ach quatsch - gebt ihr gleich 20 Oscars!

Der Fluch der Betsy Bell

um 18:37 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© SplendidInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Von 1818 bis 1820 wird die Familie Bell aus Red River von einer unerklärlichen Präsenz heimgesucht. Was mit Geräuschen beginnt, wächst sich zunehmend zum nackten Terror aus - vor allem für die jüngste Tochter der Familie, die von dem Poltergeist attackiert wird. Weil die Bells vermuten, dass der Ärger auf einem Streit mit einer Frau, die als Hexe gilt, beruht, versuchen sie den Fluch zu besiegen.

Lola meint: Was habe ich mich auf die gute Betsy und ihren Hausgeist gefreut, sahen doch die Promo und der Trailer recht verlockend aus. Gute Spukgeschichten sind was Feines und zu meinem Glück – oder in dem Fall hier leider Unglück – erlebt dieses Genre mit seinen diversen Unterabteilungen ja seit geraumer Zeit eine kleine Renaissance. Bei Frau Bell hätte mich die im Geistergeschäft zu 99,5% sichere Reinfallprophezeihung ‘beruht auf einer wahren Begebenheit’ eigentlich stutzig machen müssen. Da habe ich mich wohl von den vollmundigen Versprechungen blenden lassen, daß dem Drehbuch der einzige historisch verbürgte Todesfall durch paranormale Aktivitäten zu Grunde liegt.

Blöd, daß Betsy Bell als Horror- bzw. Gruselfilm firmiert, denn ’stinklangweilige Komödie’ hätte es irgendwie besser getroffen - dagegen waren die Lach- & Sachgeschichten von Emily Rose der reinste Nervenzerfetzer. Der Streifen ist vor allem zäh wie ein altes Fensterleder, siecht an einer völlig überflüssigen Jetztzeit-Rahmenhandlung nebst unfreiwilliger Komik in den unpassendsten Momenten und erledigt gleich selbst mit einer absolut hirnrissigen Pseudo-Auflösung den Anruf beim Abdecker. Oder nennen wir es lieber einen komplett in die Hose gegangenen Plottwist. Ich habe die Buchvorlage nicht gelesen, hege aber den dringenden Verdacht, daß dort längst nicht alles so übel sein kann, sonst wäre dem Schmöker sicher nicht der Riesenerfolg beschieden gewesen, den er angeblich hatte.

Auch von der Darstellerbank gibt es keine Ehrenrettung für den Geistermurks zu vermelden: Silberfuchs Donald Sutherland (Papi Bell) ist mit seiner langen Matte und dem weißen Vollbart zwar wieder extraknuffig anzuschauen, macht aber keinen Handschlag mehr als Dienst nach Vorschrift. Arbeiter-und-Bauernfilm-Heroine Sissy Spacek (Mutti Bell) leidet als einzige wirklich unter einem Fluch – dem Fluch, daß für sie in Hollywood offenbar keine anständigen Rollen mehr drin sind. Sie darf hier immerhin die Stirn betroffen in Falten legen und sich sichtlich gelangweilt das Ende der Dreharbeiten herbeisehnen. Ach ja, fehlt noch Geisteropfer Rachel Hurd-Wood (Betsy): Die ist vollauf damit beschäftigt sich unter der Bettdecke zu verstecken oder mit den Beinchen zu strampeln. Hmmm…an die Decke kann ich mich noch erinnern, an Rachel dafür überhaupt nicht.

Die beste Performance in diesem Trauerspiel liefert (einen Tusch bitte) der Geist ab, denn der hatte offenbar Humor. Es war zwar garantiert nicht so geplant, aber bei der Ohrfeigen- und vor allem der Treppen-Nummer habe ich brüllend flachgelegen. Von weiteren unfreiwillig lustigen Aktivitäten der Hui-Buh-Imitation fange ich gar nicht erst an, sonst sitze ich morgen noch hier.

Der einzige Pluspunkt geht an die Optik: Die düsteren Bilder und die morschen Sets sorgen für eine wunderbar morbide Atmo. Mehr Positives lässt sich leider über diese Gurke von einem Film nicht sagen. Doch – eins noch: Das Plakat gefällt mir! Oder fällt das auch unter Optik?

Offizielle Webseite zum Film

 

Golden Globes 2007

um 11:06 da reingeschubst: Fernsehen, Film, TV-Serien || Fremdplörre: Comment (1)

Golden GlobeInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Da hab ich mir mal wieder die Nacht für eine Preisverleihung um die Ohren gehauen. Aber wenn’s um die Globes geht, kann man das als alter Awardjunkie schonmal machen. Ich betrachte die Golden Globes immer als Wachbleib-Training für die Oscars und mag diesen Preis sehr gern, weil mir die Vergabekriterien im Vergleich zu den Goldjungs immer wesentlich ehrlicher erscheinen und auch noch TV-Produktionen ausgezeichnet werden, womit die sonst so strenge Trennung aufgehoben wird. ‘Gelohnt’ hat sich das Durchhalten diesmal auch, da gleich mehrere meiner Favoriten das Rennen gemacht haben: Helen Mirren, Meryl Streep, Hugh Laurie, Kyra Sedgwick und Grey’s Anatomy.

Meine Wunschfilm-Guckliste hat durch die Gewinner wieder etliches zugelegt: “The Queen” (war sowieso drauf - und zwar ganz oben), “Babel”, “Der letzte König von Schottland” und evtl. “Dreamgirls” (trotz des nervigen Eddie Murphy der noch nervigeren Beyoncé). Bei den TV-Preisträgern hoffe ich inständig, daß wir hier nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag auf die Ausstrahlung warten müssen: “Elisabeth I“, “Broken Trail” und “Gideon’s Daughter” sind extrem vielversprechend!

Weniger geschmeckt hat mir, daß die US-Variante von “Verliebt in Berlin” so abgeräumt hat. Die blöde Aschenputtelstory war schon bei uns das Allerletzte und die Einspieler während der Show sahen nicht viel anders aus, als unser Machwerk. Ebenfalls total daneben: Der beste fremdsprachige Film für die US-Produktion “Letters from Iwo Jima” von Eastwood. Um Gottes Willen nichts gegen Großmeister Clint, aber in dieser Kategorie sollte der Preis wie vorgesehen ins Ausland gehen und nicht als Mogelpackung unter der Hand verschachert werden, damit sich die Herren und Damen Abstimmer bloß nicht zwischen Eastwood und Scorsese entscheiden müssen. Es hackt wohl.

Meine persönlichen Globes der Nacht gingen an: Hugh Laurie für die beste, witzigste und bissigste Dankesrede, Salma Hayek für das Kleid, die Abstimmer der Foreign Press für das totale Übergehen des “Lost”-Bullshits und das eisige Ignorieren des arroganten Halbaffen Leonardo DiCaprio, Helen Mirren und Meryl Streep für das Niederwalzen aller jungschen Hühner durch pure Präsenz und last but not least jeden Ami, der Sacha Baron Cohen nicht für Borat verklagt hat (wie er selbst so schön sagte). Und die echten Globes gingen an:

Sparte Film:

Bester Film Drama
Babel

Bester Film Komödie/Musical
Dreamgirls

Beste Regie
Martin Scorsese - Departed

Bester fremdsprachiger Film
Letters from Iwo Jima (USA) – Clint Eastwood

Bester Hauptdarsteller Drama
Forest Whitaker – Der letzte König von Schottland

Beste Hauptdarstellerin Drama
Helen Mirren – The Queen

Bester Hauptdarsteller Komödie/Musical
Sacha Baron Cohen – Borat

Beste Hauptdarstellerin Komödie/Musical
Meryl Streep – Der Teufel trägt Prada

Bester Nebendarsteller
Eddie Murphy – Dreamgirls

Beste Nebendarstellerin
Jennifer Hudson – Dreamgirls

Bestes Drehbuch
Peter Morgan – The Queen

Beste Filmmusik
Alexandre Desplat – The Painted Veil

Bester Filmsong
Prince - Happy Feet – “The Song of the Heart”

Bester Animationsfilm
Cars

Sparte TV:

Beste Serie Drama
Grey’s Anatomy

Bester Serien-Hauptdarsteller Drama
Hugh Laurie – Dr. House

Beste Serien-Hauptdarstellerin Drama
Kyra Sedgwick – The Closer

Beste Serie Komödie oder Musical
Ugly Betty

Bester Serien-Hauptdarsteller Komödie oder Musical
Alec Baldwin – 30 Rock

Beste Serien-Hauptdarstellerin Komödie oder Musical
America Ferrera – Ugly Betty

Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm
Elizabeth I

Bester Hauptdarsteller Mini-Serie oder Fernsehfilm
Bill Nighy – Gideon’s Daughter

Beste Hauptdarstellerin Mini-Serie oder Fernsehfilm
Helen Mirren – Elizabeth I

Bester Nebendarsteller Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
Jeremy Irons – Elizabeth I

Beste Nebendarstellerin Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
Emily Blunt – Gideon’s Daughter

Cecil B. DeMille Award (Lebenswerk)
Warren Beatty

Offizielle Golden Globes Seite

Liberty Heights

um 22:52 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Baltimore in den wilden Fünfzigern: Eine neue Zeit kündigt sich an, mit Rock’n'Roll, Cadillacs, Petticoats, den ersten Fernsehern und dem Ende der Rassentrennung. In diesen aufregenden Zeiten begegnet der Teenager Ben (Ben Foster) seiner ersten großen Liebe und durchlebt dabei eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sein großer Bruder Van (Adrien Brody) macht sich in der Zwischenzeit allzu große Hoffnungen auf ein Mädchen aus der feinen Gesellschaft der Stadt. Und zu allem Überfluss manövriert sich das Oberhaupt der Familie mit seinen krummen Geschäften in eine ausweglose Situation.

Lola meint: Heute nur ein Quickie, weil die Zeit knapp ist. Regisseur Barry Levinson, der schon wahre Filmschätze wie “Good Morning, Vietnam“, “Rain Man” und “Sleepers” abgeliefert hat, kommt hier mit einer wunderbaren Erzählung rund ums Erwachsenwerden daherspaziert. Der Plot ist skurril und doch aus dem prallen Leben gegriffen: Im Mittelpunkt steht der jüdische Teenager Ben Kutzman (Ben Foster), der sich erstmals seiner Religion und der damit zusammenhängenden Angehörigkeit zu einer Minderheit bewusst wird, nebenbei mit der Pubertät kämpft und sich zum ersten Mal verliebt - ausgerechnet in das einzige schwarze Mädchen in seiner Klasse, wovon seine und ihre Eltern natürlich extrem ‘begeistert’ sind. Auch die anderen Familienmitglieder haben so ihre großen und kleinen Sorgen, was Ben teils schmerzhaft zu spüren bekommt. Die Zeichen stehen auf Aufbruch, sowohl im Umfeld als auch bei den Protagonisten. Levinson gelingt es dabei, die Geschehnisse wunderbar entspannt und mit einem Augenzwinkern zu erzählen und liefert einen entzückenden Sonntagnachmittag-Film ab.

Extrem bemerkenswert ist die Riege der heute überall bekannten damaligen Jungdarsteller, die hier fast wie zu einer Art Klassentreffen auflaufen: Ben Foster (Six Feet Under, Hostage, X-Men) troff damals schon sein immenses Talent aus jeder Pore, Adrien Brody (Der Pianist, King Kong) stand ihm in nichts nach, und auch David Krumholtz (Numb3rs), Justin Chambers (Grey’s Anatomy) und Shane West (Emergency Room, Nur mit dir) verdienten sich ihre ersten Sporen. Wer langsame Filme mit einer großen Portion Nostalgie und Melancholie mag, der ist bei Liberty Heights bestens aufgehoben – reinschlüpfen und wohlfühlen!

Navy CIS - where do you want to go today?

um 10:08 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comment (1)

© CBSInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Da muß ich doch glatt im Zusammenhang mit meiner ehemaligen Lieblings-Serie zu dem abgelabberten Microschrott-Leitsatz greifen. Er trifft es leider exakt auf den traurigen Punkt. Die Serie um Mark Harmon aka Agent Leroy Jethro Gibbs war mal richtig gut. Sie lebte von dem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen sympathischen und unsympathischen Charakteren und deren witziger Interaktionen, wobei natürlich die Unsympathen öfter extra eins per Kopfnuss oder verbalen Methoden auf die Moppe gekriegt haben. Das ließ mich sogar meist absolut großzügig über die oft recht lustlos geschriebenen eigentlichen ‘Fälle’ hinwegsehen, von denen so eine Krimiserie ja normalerweise lebt. Hier fiel das nicht weiter ins Gewicht.

Das hat sich vor allem im Verlauf der 3. Staffel merklich geändert. Das Ausscheiden einer Darstellerin des Stammcasts war dabei gar nicht mal so tragisch, zumal sie durch eine viel interessantere Figur ersetzt wurde. Vielmehr wurde das fragile Geflecht der skurrilen Charaktere von den Drehbuchschreibern langsam aber sicher aus der Waage gebracht, indem gerade dem Oberunsympathen immer mehr Entfaltungsmöglichkeiten verschafft wurden. Ich nenne ihn jetzt auch beim Namen, was mir zwar unter Garantie seine verwirrten Fans auf den Hals hetzt, aber man gönnt sich ja sonst nix: Tony DiNozzo. Ja genau - das eingebildete, sexistische, grenzdebile, völlig unlustige und für meinen Geschmack unfassbar scheiße aussehende Milchbrötchen.

Ich habe zur Zeit wenig Lust mir die nächste Staffel anzutun, da rein Storytechnisch der Super-GAU eingetreten ist: Gibbs verlässt wegen einer Sinnkrise den NCIS für eine Weile und ausgerechnet der wandelnde Albtraum DiNozzo übernimmt. Ich frage mich echt, welche Drogen da im Schreibbüro konsumiert werden und ob das Ganze nur ein schlechter Scherz auf Kosten der Zuschauer sein soll.

Auch der hiesige Sender betreibt einen miesen Scherz nach dem anderen auf unsere Kosten, was mir den Spaß zusätzlich madig macht: Wie lange will SAT1 die alten Folgen noch zu Tode wiederholen? Und was noch schlimmer ist, sind die pausenlosen und völlig sinnfreien Unterbrechungen der jeweils aktuellen Staffel. Da wird dann urplötzlich und ohne jede Begründung ein paar Wochen lang wieder alter Kram ausgestrahlt, bevor es unvermutet mal wieder mit ein paar neuen Folgen weitergeht. Sorry, aber so kann einem das Fernsehen echt vergehen.

 
 

Janz früher mal...

 

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