Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.
Habe eben schnell mein wöchentliches Mittwochabend-Vergnügen nachgeholt und mir die beiden per altmodischem VHS-Videorecorder aufgenommenen Folgen von “The Closer” und “Boston Legal” reingepfiffen. Mit “The Closer” bzw. der Hauptfigur in Gestalt von Kyra Sedgwick bin ich zu Beginn der Staffel nicht richtig warm geworden, wie ich eingestehen muß. Ihre Figur ist irgendwie eine monströse Neurose auf zwei Beinen und mit ihrem ewigen “Bitte & Danke vielmals”-Gequatsche, dem permanenten unkontrollierten Grimassieren und den unglaublich hässlichen Klamotten reichlich anstrengend. Vielleicht macht hier die Syncro auch viel kaputt, denn leider wurde der Dame eine absolut nervige deutsche Stimme verpasst. Inzwischen bin ich aber froh, daß ich am Ball geblieben bin, denn nach 12 Folgen hat die Serie langsam Betriebstemperatur erreicht und gefällt mir immer besser!
Ich habe mich nicht nur an Kyra aka Deputy Chief Brenda Johnson und ihre zahlreichen Macken gewöhnt, sondern stelle erfreut fest, daß auch andere Charaktere langsam Fahrwasser gewinnen und so Brendas Spinnereien deutlich abmildern. Allen voran der inwischen zu einem herrlich ironischen Brubbelkopp mutierte Detective Provenza, dem G.W. Bailey mit seiner schluffigen Darstellung immer mehr Profil verleiht. Seine knurrigen, staubtrockenen Kommentare und seine mitleiderregende tägliche Kapitulation vor der unabänderlichen Tatsache, daß er das anstrengende Weib fortan als Chefin ertragen muß, sind echte Highlights in den Episoden. Ebenfalls mit Potential gesegnet: Detective Tao (Michael Paul Chan), der den ganzen Irrsinn mit asiatischer Gelassenheit wegsteckt, irgendwie so was wie der ruhende Pol der Einheit ist und ebenfalls gern mal einen Spruch vom Stapel haut oder die Eskapaden der Chefin mit einer göttlichen Mimik quittiert.
Für die Zukunft wünsche ich mir für die beiden Figuren und für Brendas bisher sträflich vernachlässigte Süßigkeitensucht deutlich mehr Screentime. Dann klappts auch mit dem widerspenstigen deutschen Publikum und ich brauch keine Angst haben, daß “The Closer” vom vorzeitigen Quotentod ereilt wird.
Wertung: 8/10




















