Rundumschlag durch die aktuelle US-Serienlandschaft

um 3:44 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Mir ist gerade nach einer kurzen Bestandsaufnahme von aktuell laufenden bzw. bald endenden US-Serien, die meinen Wochenguckplan bestimmen oder mal bestimmt haben:

Lost
Die Inselmär mit Mysteryeinschlag hat damals durchaus spannend angefangen. Die raffinierte Masche für jede beantwortete Frage fünf neue Rätsel aus dem Hut zu zaubern erschien innovativ, auch wenn diese Strategie eigentlich nur von Akte X geklaut und auf die Spitze getrieben wurde. Das hat bei mir allerdings nur eine Staffel lang funktioniert. Spätestens mit Beginn der 2. Staffel fühlte ich mich langsam aber sicher verarscht. Außerdem ging es mir tierisch auf die Nüsse, daß man die Storys der einzelnen Folgen locker in 10 statt 45 Minuten hätte erzählen können und ich mir dadurch vorkam, als würde ich ständig auf einem abgelabberten Kaugummi herumkauen. Als ob das alles nicht schon negativ genug wäre, stieg der Nervfaktor von 95% der Protagonisten auf ein unerträgliches Level und deshalb hab ich mir nach Folge 5 der 2. Staffel gesagt: Abschalten!

Dr. House
Beste Krankenhausserie mit dem besten Quacksalber straight from Hell. Daran hat sich nix geändert und wird es auch nicht. Punkt.

Desperate Housewives
Die verzweifelten Hausfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs gingen damals als Sex and the City gelobpreister Nachfolger on air. Sind wir mal ehrlich: So gut wie Carrie & Co sind die bekloppten Nudeln aus der Wisteria Lane nicht ganz. Es fehlt allerdings nicht viel. Der Plot um die finsteren Abgründe hinter den weiß lackierten Vorstadtgartenzäunen kann immer wieder durch neue Hinterhältigkeiten und beißende Ironie begeistern. Die erste Staffel war einfach nur hervorragend, da kann ich nicht meckern. Dagegen stank die 2. Staffel merklich ab, weil sich die Damen zu sehr auf der Stelle bewegten und von einer Weiterentwicklung der Charaktere kaum etwas zu spüren war. Zum Glück kam jetzt kurz vorm Staffelfinale nochmal Drive in die Sache, was die Vorfreude auf Staffel 3, die Pro7 ab 06. März netterweise ohne Pause gleich drantackert, deutlich erhöht. Einschalten!

Grey’s Anatomy
Zweitbeste Krankenhausserie – in der Thronfolge also direkt nach House. Hier steht nicht so sehr die Einzelperson, sondern das gesamte Team im Mittelpunkt, was sich als weises Konzept herausgestellt hat, denn Grey’s unterliegt demselben Phänomen wie O.C., California: Die Nebenfiguren sind 100x interessanter, aufregender und lustiger als die Hauptfigur. Das liegt daran, daß sich Ellen Pompeo aka Meredith Grey als recht talentfreie Zone entpuppt hat und ihre augenscheinlich durch eine Überdosis Botox erstarrte Mimik mit einer angemessenen Reaktion auf die ganzen Problemchen, die immer wieder auf Meredith zurollen, schlicht überfordert ist. Womit zusätzlich zu Nicolas Cage mal wieder bewiesen wäre, daß ein einziger Gesichtsausdruck für die Berufswahl Schauspieler definitiv zu wenig ist. Aber es gibt zum Glück ja noch Streberleiche Christina (die rockt), die durchgedrehte Izzie, den trotteligen George, das Schandmaul Bailey, die verzweifelte Addison (die bald ein eigenes Spin-Off bekommt!) und wie sie alle heißen. Deshalb: Einschalten!
(btw…ich würde zu gerne mal House zusammen mit Christina und Bailey in einen Raum sperren und Wetten darauf abschließen, wer das Zimmer lebend verlässt)

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

um 4:00 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

© WarnerInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: 1969: Der Vietnam-Konflikt ist außer Kontrolle geraten, mit katastrophalen Folgen und unermesslichen Verlusten für die Vereinigten Staaten. Per Wehrpflicht bekommt die Militärmaschine neues Futter. Der 18-jährige Dean Hill wird eingezogen, doch bevor er sich zur Musterung melden kann, beschließt sein Bruder Eric, Dean zu überraschen: Eric hat bereits Kampferfahrung in Vietnam und möchte sich trotz der Einwände seiner Verlobten zusammen mit Dean erneut zu seiner Marine-Corps-Einheit melden, damit er als älterer den ziellosen Rekruten im Auge behalten kann. Doch leider will Dean von den Plänen seines älteren Bruders nichts wissen: Er will sich vor der Einberufung drücken und nach Mexiko fliehen. Seine energische Freundin unterstützt ihn dabei. Doch weil die beiden Paare nicht ahnen, welche Auseinandersetzung tatsächlich auf sie wartet, wollen sie auf einer Fahrt durch Texas noch einmal richtig einen draufmachen. Auf ihrem Ausflug bekommt das fröhliche Gespann von den unheimlichen Motorradfahrern Holden (Lee Tergesen) und Freundin Alex (Cyia Batten) einen gehörigen Schrecken eingejagt: Alex verfolgt den Jeep der vier und provoziert einen gefährlichen Unfall - Chrissie wird aus dem Wagen geschleudert. Alex will die Verletzten gerade ausrauben, als Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey) am Unfallort erscheint und die Killerin vom Schlimmsten abhalten kann. Chrissie versteckt sich in einem Gebüsch und beobachtet, wie der Sheriff Alex kaltblütig umbringt, anschließend die Freunde grundlos verspottet und sie dann in den Streifenwagen verfrachtet. Was Chrissie nicht ahnt: Hoyt ist auf dem Weg zum Haus der Hewitts, wo Leatherface (Andrew Bryniarski) und der übrige Hewitt-Clan bereits warten.

Lola meint: Der Fleischer ihres Vertrauens hat heute frisches Gehacktes im Angebot. So kommt es mir im Moment zumindest vor, denn nach Saw III und Dreamgirls hab ich mir gleich nochmal einen Horrorfilm gegeben…;o) Fortuna ist mir alter Bluthexe zur Zeit wohl besonders freundlich gestimmt – zumindest in Bezug auf das Kinoprogramm. Womit ich schon eine besonders geschmeidige Überleitung habe, denn zum einen läuft The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning noch in unseren Lichtspielhäusern, aber zum anderen habe ich die unverschämt gekürzte Kinoversion keines Blickes gewürdigt und mir lieber die ungeschnittene Fassung per US-DVD zu Gemüte geführt.

Uuuuh. Ich hör sie schon wieder alle rumnölen: ‘Die Lola ist geil auf Eingeweide und total krank im Kopf!’. Stimmt. Oder doch nicht, denn bei TCM: The Beginning handelt es sich um das Prequel zu Marcus Nispels völlig verkacktem TCM-Remake aus dem Jahre 2003. Was das jetzt damit zu tun hat, daß man sich - wenn überhaupt - lieber die ungeschnittene Fassung geben sollte? Dann zählt mal 2 und 2 zusammen: Wenn sich Leatherface 2003 in der Urgeschichte immer noch fröhlich durch die Botanik und verblödete Teenies häckseln durfte, hat man ihn in der Vorgeschichte logischerweise nicht erwischt. Das senkt die Lebenserwartung seiner ersten Opfer ebenso gen Null wie die Spannung, ob dem rumkreischenden Kettensägenfutter wohl die Flucht gelingt. Demnach sind die Splatterszenen der einzige Grund sich den Streifen überhaupt anzutun. Blöderweise war Warner nicht der Ansicht und hat fürs europäische Kino munter die Schere angesetzt. Das Warum bleibt wohl auf ewig deren Geheimnis. Oder hatten die Angst, daß wir europäischen Luschen heulend aus der Vorführung rennen? Verdammt, jetzt kann der genervte Splatterfan nicht mal die FSK bespucken, die in den letzten Jahren erfreulich lasch geworden ist und TCM: The Beginning höchstwahrscheinlich in Originallänge durchgewunken hätte. Aber was klugscheiß ich hier eigentlich rum? Ab zu Leatherface und seiner geliebten Kettensäge.

Im Endeffekt habe ich die Quintessenz schon vorweg genommen: Der unzensierte Splatter ist topp und der Film selbst übelst öde. Regisseur Jonathan Liebesman hat bereits mit seiner einzigen Referenz auf diesem Gebiet, Der Fluch von Darkness Falls, bewiesen, daß er keine Ahnung von Horror hat und höchstens seine arme Oma erschrecken kann. Wahrscheinlich ist er sich dessen auch bewusst, denn im Grunde hat er vor lauter Unsicherheit Nispels mieserabliche Vorlage gleich nochmal verfilmt. Die Leatherface-Fanschar freut sich zwar, daß sie endlich etwas über den Werdegang ihres Idols erfährt und auch der Grund abgehandelt wird, wieso seine Sippschaft zum Kannibalismus konvertierte, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind alle hier gelieferten Begründungen halbherzig und ideenlos bis zur Unglaubwürdigkeit - also komplett für den Arsch. Liebesman demontiert mit dieser fahrlässig hingeschluderten Vorgeschichte die Legende und beschädigt den Charakter Leatherface nachhaltig. Zur Strafe müßte man ihn schön sauber als Paket verschnürt an Jason Vorhees schicken.

Aber kommen wir zu angenehmeren Details, denn der Film hat neben absolut hervorragendem Gemetzel, einer zugegeben herrlichen Optik und lustig auf Pornofilmniveau agierenden Jungdarstellern vor allem eins zu bieten: R. Lee Ermey als Sheriff Hoyt. Wer meint, daß er schon in Kubrick’s Full Metal Jacket gottgleich performt hat, der muß ihn hier mal erleben. Der geneigte Zuschauer glaubt ihm und seinen schwarzen Knopfaugen in jedem Moment vorbehaltlos, daß er verrückt wie eine Scheißhausfliege ist. Es kommt noch besser, denn wenn sich Ermey in der Liegestütz-Szene auch noch genüsslich selbst bzw. seine legendäre Rolle als Gunnery Seargent Hartman zitieren darf, hat der Cineast glatt Tränen der Rührung in den Glotzern. Der Mann setzt im Vergleich zur 2003er Version locker noch einen drauf, spielt einfach alles und jeden in Grund und Boden und man ist in Hinsicht auf den Film fast versucht ‘Perlen vor die Säue’ zu sagen. Da ist es nur gerecht, daß ihm das holpernde Drehbuch ein paar brillante One-Liner in den Mund legt, die garantiert in die Annalen der Filmgeschichte eingehen werden, während Leatherface ob Ermeys Präsenz ein ziemliches Schattendasein fristet. Geh doch schmollen und spiel mit deiner Säge.

Ich war selten so hin- und hergerissen, ob und für wen ich denn eine Anguck-Empfehlung aussprechen kann. Ich versuche die Zielgruppe mal einzugrenzen: R. Lee Ermey Fans, Freunde von humorlosem Horror, Backwood Junkies und unverbesserliche Gorehounds vortreten und auf die hiesige VÖ der Unrated-DVD warten, denn ein Kinobesuch lohnt wegen der Zensur nicht. Der Rest darf zurück ins Glied. Marsch, Marsch!

Offizielle Webseite zum Film

Dreamgirls

um 4:07 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

© ParamountInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Detroit in den 60er Jahren: Mit einem guten Live-Auftritt am Abend kann man sich zwar ins Gespräch bringen, aber im Radio hört man seine Songs deshalb noch lange nicht. Es ist diese Zeit, in der eine neue Art von Musik geboren wird - ein Sound, dessen Wurzeln tief in der Seele Detroits verankert sind, bei dem Lieder mehr aussagen als das, was ihre Oberfläche zeigt. Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx) arbeitet als Autoverkäufer, aber sein Traum ist es, im Musikgeschäft Karriere zu machen, sein eigenes Plattenlabel zu gründen und seine Musik in den großen Radiosendern des Landes zu hören. Alles was Curtis braucht, ist der richtige Ansatz, das richtige Talent, das richtige Produkt. Deena Jones (Beyoncé Knowles), Lorrell Robinson (Anika Noni Rose) und Hauptsängerin Effie White (Jennifer Hudson) sind “The Dreamettes” - und sie sind spät dran für eine lokale Talentshow, wo sie mit ihren billigen Perücken und selbstgenähten Kleidern auftreten wollen. Sie hoffen, dass ihnen ihr Talent und der pure Wille zum Erfolg verhelfen. Sie sind jung. Sie sind umwerfend. Und sie sind genau das, wonach Curtis sucht. Alles was sie tun müssen, ist, ihm zu vertrauen…

Lola meint: Wie sich einige öfter vorbeisurfende Mitbürger sicherlich erinnern können, hatte ich mich vor ein paar Tagen noch strikt geweigert mir die Dreamgirls reinzutun und geschworen, daß mich nicht mal der übermäßige Konsum von alkoholischen Getränken dazu bewegen könnte. Vorhin habe ich mir ehrlich gesagt eine gewisse Anzahl Umdrehungen sehnlichst gewünscht, denn eine gute Freundin hat mich glatt unter Androhung von Waffengewalt und sofortiger Kündigung jeglichen weiteren Kontakts ins Kino gezwungen. Womit mal wieder bewiesen wäre, daß im Namen der Freundschaft die grausamsten Verbrechen begangen werden. Würde bitte jemand bei Aktenzeichen XY anrufen?

Da ich von dem eben gesehenen immer noch unter Schock stehe mache ich es kurz, denn etwas anderes wäre für diesen Streifen ohnehin zuviel der Ehre. Zuerst wäre da das praktisch nicht vorhandene, aber dafür wenigstens in jeder Filmsekunde exakt vorhersagbare Drehbuch. Darüber könnte man eventuell noch hinwegsehen, denn Dreamgirls ist bekanntlich nur ein verfilmtes Musical und entsprechend sollte man von der Storyline auch nichts erwarten. Leider ist neben einer vernünftigen Geschichte auch jegliche Dramaturgie abgängig, was die heillos übertriebenen 130 Min Laufzeit ungleich schmerzhafter macht.

Jetzt fragt sich der aufmerksame Ottonormalkinogänger natürlich, wie der Streifen dann auf 130 Minuten kommt, wenn die ganze Zeit nichts Aufregendes passiert? Ganz einfach: Es wird gesungen. Und gesungen. Und außerdem gesungen. Hatte ich schon erwähnt, daß da dauernd gesungen wird? Jaaa, ich weiß. Es ist ein Musical. Aber trotzdem hätte man mindestens 113 der gefühlten 119 Gesangseinlagen streichen können, denn sie existieren nur zum Selbstzweck und helfen der Story kein Stück weiter. Außerdem hören sich die Nummern, die ich eben zur Streichung vorgeschlagen habe, auch noch alle gleich an. Das grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung.

Ein kleines bisschen Vergnügen kann ich trotzdem verbuchen, was sich ausschließlich die schauspielernde Fraktion als Pluspunkt notieren darf. Fraglich, ob die das wollen, denn mein Vergnügen war eher boshafter Art. Jamie Foxx (allein dieses Doppel-X bringt mich schon auf die Palme) spielt endlich mal das egoistische, hinterhältige Riesenarschloch, für das ich ihn immer gehalten habe. Der Junge verleiht dem Begriff ‘unsympathisch’ ohnehin mit jedem Tag seiner Existenz eine neue Bedeutung, stößt hier allerdings in ungeahnte Dimensionen vor. Als ob das für einen Film nicht völlig reichen würde, werden wir auch noch Zeuge, wie sich ein so genannter ‘Star’ selbst demontiert: Beyoncé braucht gar nicht erst spielen, denn sie ist ganz einfach die allseits bekannte künstlich gehypte Mittelmäßigkeit auf zwei Beinen, deren ausdrucksloses Plastikpuppengesicht in keinem Moment von dem dünnen Stimmchen abzulenken vermag. Was für ein Fest – nur leider nicht für die Gehörgänge.

Mein persönlicher Albtraum, der allseits bejubelte Eddie Murphy, liefert eine handwerklich gute Performance ab, was ich bei einem Schauspieler mit seiner Berufserfahrung allerdings voraussetze. Seine lächerliche Oscarnominierung wird durch den Auftritt in keinster Weise gerechtfertigt. Ich hoffe inständig, daß dieser Kelch in 14 Tagen an ihm und mir vorüberzieht. Wo er bitte nicht vorüberziehen sollte, ist Jennifer Hudson. Die Frau entpuppt sich in ihrem Filmdebüt als Naturgewalt – sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch. Dreamgirls wäre ohne sie einen Dreck wert und ich verstehe nicht so ganz, warum sie nur unter “Beste Nebenrolle” läuft, denn sie stiehlt alles und jedem die Show. Wer ihre Rolle guten Gewissens nach Screentime einstuft, der hat den Schuss nicht gehört, zumal sie schätzungsweise vielleicht 5 Minuten weniger im Bild ist, als die sterbenslangweilige Frau Knowles.

Wollte ich das hier nicht eigentlich kurz halten?? Dann aber ganz schnell das Fazit: Der Film hat den Nährwert von Fensterkitt und ist auch noch mindestens eine dreiviertel Stunde zu lang. Nur die Jenny, die rult alles wech. Und ich geh mir jetzt doch noch einen ansaufen, um den Schund ganz schnell wieder zu vergessen. Prost.

Offizielle Webseite zum Film

Oomph! rocken den Bundesvision Song Contest 2007

um 2:48 da reingeschubst: Fernsehen || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Was geht denn hier? Da muß ich mich glatt Eeeewigkeiten abplagen, um mich bei Wordpress einzuloggen und ein paar Gemeinheiten zum BuViSoCo 2007 abzulassen. Zeitüberschreitung, Seite kann nicht angezeigt werden, bla, ect., pp, usw. Server abgekackt oder was? Jetzt hab ich schon fast keine Lust mehr….

Die gute Nachricht vorneweg: Auch wenn die Altfans wieder die Hände überm Kopf zusammenschlagen und rumjammern, daß im Oomph!-Gästebuch und Forum nach “Augen auf!” die nächste große Invasion der Dero-is-ja-soooo-süüüüüß-Kinder ansteht - ich gönne es den Jungs, daß sie den Wettbewerb sogar mit einem eher lauen Song gewonnen haben. Wenn die Altrogger durch den Quatsch ein paar Scheiben mehr verkaufen und mal wieder die Portokasse auffüllen können, war es doch für was gut.

Andererseits war der Oomph!-Sieg keine Überraschung bzw. große Leistung, denn von Konkurrenz konnte weit und breit keine Rede sein, wenn wir Oberquäke Jan Delay mal kurz vergessen (schon passiert! Jan wer?). Was war DAS denn? Ich habe selten einen peinlicheren Querschnitt durch die deutsche Musiklandschaft bewundern dürfen. Nebenbei weigere ich mich die ganze Schuld auf die Jungs und Mädels vom Ton zu schieben, denn wenn etwas bei dieser Mutantenparade aufgefallen ist, dann die Tatsache, daß kaum ein Aas wirklich singen konnte. Ist es denn so schwer wenigstens jeden dritten Ton zu treffen? Ich hatte meine Ansprüche nach der letzten Ausgabe ja schon arg runtergeschraubt, aber selbst die wurden noch unterboten.

Von den zweifelhaften Sangeskünsten der meisten Delinquenten mal abgesehen, konnte ich auch die Zusammenstellung der Bands kaum fassen. Nach welchen nebulösen Kriterien werden die überhaupt ausgewählt? Hätte man mich als Berlinerin nicht mal fragen können, ob ich es gut finde, daß ich von MIA. vertreten werde? Die Gurkentruppe reißt mit ihrem konsequent erfolglosen Langweiler-Blümchenpop schon seit Jahren nix und wird es auch nicht mehr. Und wäre es sehr gehässig, wenn ich jetzt sage, dass Mieze so klingt wie sie aussieht? (Das ist für meine Verhältnisse schon extrem nett ausgedrückt)

Ferner wäre es nett, wenn mir mal einer verraten könnte, was Totalschäden wie Anajo, Lea Finn, Kalle feat. der eine von Fanta4 und noch ein paar andere total bekiffte Vögel, Manja, Kim ‘ich-hab-vor-Urzeiten-mal-Enie-gefickt-und-konnte-schon-bei-Echt-den-Ton-nicht-finden’ Frank, Tele, Northern Lite und Depeche Mode für Kassenpatienten…äh…Melotron dort verloren hatten? Üüüberhaupt Melotron: Weia! Ich hatte das Pech die Kirmeskapelle vor ein paar Jahren mal als Live-Act auf einer Party über mich ergehen lassen zu müssen. Die waren damals schon mies und haben sich mehr als offensichtlich keinen Deut gebessert. Ich brauch sofort ne Aspirin.

Kann ich überhaupt irgendwas nettes über wenigstens einen einzigen Teilnehmer sagen? Kann ich: Respekt an B-Stinged Butterfly. Der Sänger hatte vielleicht ein Organ, meine Fresse. Wo der hinsingt, da wächst nie wieder was und schon gar kein Gras. Ist es jetzt symptomatisch, daß die Band nur auf Platz 12 gekommen ist?

Sorry, Herr Raab. Die Veranstaltung war zwar aufgepumpt bis zum gehtnichtmehr, aber wie das mit aufgepumpten Sachen meist so ist – es war nur heiße Luft oder wahlweise Silikon drin. Plastikmucke eben. Und ich hab jetzt furchtbar miese Laune.
Bundesvision Song Contest: 0 Punkte.

Die Platzierungen der Teilnehmer:

01. Oomph! feat. Marta Jandová - “Träumst du?” (Niedersachsen)
02. Jan Delay - “Feuer” (Hamburg)
03. Kim Frank - “Lara” (Schleswig-Holstein)
04. Mia - “Zirkus” (Berlin)
05. Pohlmann - “Mädchen und Rabauken” (Nordrhein-Westfalen)
06. Northern Lite feat. Chapeau Claque - “Enemy” (Thüringen)
07. D-Flame - “Mom Song” (Hessen)
08. Jenna+Ron - “Jung und willig” (Sachsen-Anhalt)
09. Anajo - “Wenn du nur wüsstest” (Bayern)
10. Tele - “Mario” (Baden-Württemberg)
11. Lea Finn - “Ich weiß und du weißt” (Bremen)
12. B-Stinged Butterfly - “Liebe” (Saarland)
13. Melotron - “Das Herz” (Mecklenburg-Vorpommern)
13. Manja - “Es ist die Liebe” (Sachsen)
14. Beatplanet - “Dreh dich um und geh” (Brandenburg)
15. Kalle feat. M.A.R.S. Allstars - “Aber Nice” (Rheinland-Pfalz)

SAW III

um 4:39 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (2)

© KinoweltInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Der Killer ringt mit dem Tod. Ein Krebsgeschwür hat sich im Schädel von Jigsaw (Tobin Bell) ausgebreitet. Nur die Maschinen halten das psychopathische Genie noch am Leben. Doch obwohl er bewegungslos im Krankenbett liegt, hat er noch immer alle Fäden in der Hand. Mithilfe seines Schützlings Amanda (Shawnee Smith) entführt er zwei Menschen in seine bizarre Kommandozentrale: die Hirnchirurgin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) und den jungen Familienvater Jeff (Angus Macfayden), die er in grausamen Prüfungen dazu bringen will, den Wert des Lebens zu erkennen. Doch hinter dem perfiden Spiel mit den beiden tut sich ein noch viel größerer Plan auf…

Lola meint: Wenn ich mich für Saw III schon ins Kino gequält habe, bekommt er auch eine etwas längere Besprechung spendiert. Eigentlich würde hier ein ‘Angucken! Und zwar flott!’ völlig reichen, aber ich will mal nicht so sein und allen bisher unschlüssigen Genrefreunden den Kinobesuch ausführlicher und wärmstens ans verfaulte Herz legen.

Probieren wir’s erstmal mit Parolen: ‘Jigsaw is sowas von back!’ oder auch ‘Sadistisch, knallhart und gemein, so sollte jeder Saw-Teil sein!’. Ihr merkt es schon – die Lola ist so entzückt, daß sie sogar reimen tut. Das liegt vor allem daran, daß Saw III im Vergleich zum schwachen 2. Teil die Kurve gekriegt hat und sich auf direktem Weg über Los zu seinen perversen Wurzeln zurück begibt. Das liegt aller Wahrscheinlichkeit nach daran, daß das Saw-Erfinder-Dreamteam James Wan und Leigh Whannell endlich wieder mit vereinten Kräften die Feder geschwungen hat und kein Fremdschreiber reinpfuschen konnte. Aus dem Ergebnis schließe ich ferner, daß James Wan von beiden eindeutig der kränkere Kopf ist, denn beim laschen Vorgänger mit seinen uninspirierten Fallen glänzte der Lümmel durch Abwesenheit.

Aber mal zur Sache: Saw III tut sich mit so herrlich versifften und keimigen Sets hervor, daß man nach dem Abspann erstmal eine Dusche braucht. Die kuschelige Umgebung, die schön düster und kalt mit dem bereits bekannten Grünfilter eingefangen wurde, bildet den Rahmen für einige der perfidesten Foltermaschinen, die je einem gestörten Hirn entsprungen sind. Doktor Lecter hätte an den Apparaturen garantiert seine helle Freude gehabt. Mein absolutes Highlight war der beim Zuschauer ein Höchstmaß an Phantomschmerz verursachende ‘Glieder-Verdreher’, der nicht zuletzt wegen der expliziten Darstellung der Schäden, die er beim Opfer hinterlässt, die Latte für künftige Folterfilme ein ganzes Stück höher hängt. Auch die anderen Häkelarbeiten von Jigsaw konnten sich durchweg sehen lassen, wenn man den im Vergleich recht ‘harmlosen’ Tod im Kühlraum mal ausklammert.

Ab durch die Mitte zur Darstellerriege. Tobin Bell Anhänger dürfen sich über eine Extraportion Screentime ihres Helden freuen. Jigsaw liegt zwar die ganze Zeit halbtot im Bett rum und ist schwer damit beschäftigt seinen unartigen Hirntumor zu dressieren, was ihn aber nicht daran hindert bis zum letzten Atemzug alles und jeden im Griff zu haben. Ups…letzter Atemzug…nu isses raus. Jigsaw stirbt am Ende und das verleitet mich zu einem schönen Gruß nach Hollywald: Stellt bitte sofort die Vorarbeiten zum 4. Teil ein, denn das kann nichts werden!

Der Rest des Casts gibt sich durchweg Mühe, lässt allerdings einen echten Sympathieträger vermissen. Fanclubchefin Amanda aka Shawnee Smith hängt durch gnadenloses Overacting zu sehr die Psychotante raus und nervt schon nach 10 Minuten. Die ebenfalls bereits aus den ersten beiden Teilen als Polizistin bekannte Dina Meyer tritt zu früh ab und Bahar Soomekh kann als depressive und mimisch minderbemittelte Ärztin auch nicht wirklich punkten. Angus Macfadyen (Robert The Bruce aus Braveheart) legt dafür beinahe einen Durchmarsch zum Liebling der Massen hin, wird aber durch seine rachegeile Figur ausgebremst. Also bleibt wieder mal nur Jigsaw zum liebhaben, was nur leider in Teil 3 ebenfalls nicht so recht klappen will, denn er denkt sich zwar hübsche Spiele aus, aber seine Anklagepunkte gegen die Opfer sind wie gehabt arg scheinheilig und seine hässliche Arschloch-Puppe finde ich immer noch total bescheuert.

Jenseits des ganzen visuellen Firlefanzes und der Begeisterung über die ausgeklügelten Morde gibt es diesmal sogar einen anständigen Plot, der etliche offene Handlungsstränge aus den beiden vorangegangenen Teilen aufnimmt und mal mehr, mal minder befriedigend auflöst. Natürlich sind auch wieder ein paar extreme Unwahrscheinlichkeiten am Start, aber über die tröstet der gute Gesamteindruck hinweg. Saw III bildet auf jeden Fall einen würdigen Abschluss der Trilogie - und dabei sollte es auch bleiben. Und nochmal: Pfoten weg von Teil 4!

Offizielle Webseite zum Film

 
 

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