Dreamgirls

von Himbeerlola um 4:07 da reingeschubst: Film

© ParamountInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Detroit in den 60er Jahren: Mit einem guten Live-Auftritt am Abend kann man sich zwar ins Gespräch bringen, aber im Radio hört man seine Songs deshalb noch lange nicht. Es ist diese Zeit, in der eine neue Art von Musik geboren wird - ein Sound, dessen Wurzeln tief in der Seele Detroits verankert sind, bei dem Lieder mehr aussagen als das, was ihre Oberfläche zeigt. Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx) arbeitet als Autoverkäufer, aber sein Traum ist es, im Musikgeschäft Karriere zu machen, sein eigenes Plattenlabel zu gründen und seine Musik in den großen Radiosendern des Landes zu hören. Alles was Curtis braucht, ist der richtige Ansatz, das richtige Talent, das richtige Produkt. Deena Jones (Beyoncé Knowles), Lorrell Robinson (Anika Noni Rose) und Hauptsängerin Effie White (Jennifer Hudson) sind “The Dreamettes” - und sie sind spät dran für eine lokale Talentshow, wo sie mit ihren billigen Perücken und selbstgenähten Kleidern auftreten wollen. Sie hoffen, dass ihnen ihr Talent und der pure Wille zum Erfolg verhelfen. Sie sind jung. Sie sind umwerfend. Und sie sind genau das, wonach Curtis sucht. Alles was sie tun müssen, ist, ihm zu vertrauen…

Lola meint: Wie sich einige öfter vorbeisurfende Mitbürger sicherlich erinnern können, hatte ich mich vor ein paar Tagen noch strikt geweigert mir die Dreamgirls reinzutun und geschworen, daß mich nicht mal der übermäßige Konsum von alkoholischen Getränken dazu bewegen könnte. Vorhin habe ich mir ehrlich gesagt eine gewisse Anzahl Umdrehungen sehnlichst gewünscht, denn eine gute Freundin hat mich glatt unter Androhung von Waffengewalt und sofortiger Kündigung jeglichen weiteren Kontakts ins Kino gezwungen. Womit mal wieder bewiesen wäre, daß im Namen der Freundschaft die grausamsten Verbrechen begangen werden. Würde bitte jemand bei Aktenzeichen XY anrufen?

Da ich von dem eben gesehenen immer noch unter Schock stehe mache ich es kurz, denn etwas anderes wäre für diesen Streifen ohnehin zuviel der Ehre. Zuerst wäre da das praktisch nicht vorhandene, aber dafür wenigstens in jeder Filmsekunde exakt vorhersagbare Drehbuch. Darüber könnte man eventuell noch hinwegsehen, denn Dreamgirls ist bekanntlich nur ein verfilmtes Musical und entsprechend sollte man von der Storyline auch nichts erwarten. Leider ist neben einer vernünftigen Geschichte auch jegliche Dramaturgie abgängig, was die heillos übertriebenen 130 Min Laufzeit ungleich schmerzhafter macht.

Jetzt fragt sich der aufmerksame Ottonormalkinogänger natürlich, wie der Streifen dann auf 130 Minuten kommt, wenn die ganze Zeit nichts Aufregendes passiert? Ganz einfach: Es wird gesungen. Und gesungen. Und außerdem gesungen. Hatte ich schon erwähnt, daß da dauernd gesungen wird? Jaaa, ich weiß. Es ist ein Musical. Aber trotzdem hätte man mindestens 113 der gefühlten 119 Gesangseinlagen streichen können, denn sie existieren nur zum Selbstzweck und helfen der Story kein Stück weiter. Außerdem hören sich die Nummern, die ich eben zur Streichung vorgeschlagen habe, auch noch alle gleich an. Das grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung.

Ein kleines bisschen Vergnügen kann ich trotzdem verbuchen, was sich ausschließlich die schauspielernde Fraktion als Pluspunkt notieren darf. Fraglich, ob die das wollen, denn mein Vergnügen war eher boshafter Art. Jamie Foxx (allein dieses Doppel-X bringt mich schon auf die Palme) spielt endlich mal das egoistische, hinterhältige Riesenarschloch, für das ich ihn immer gehalten habe. Der Junge verleiht dem Begriff ‘unsympathisch’ ohnehin mit jedem Tag seiner Existenz eine neue Bedeutung, stößt hier allerdings in ungeahnte Dimensionen vor. Als ob das für einen Film nicht völlig reichen würde, werden wir auch noch Zeuge, wie sich ein so genannter ‘Star’ selbst demontiert: Beyoncé braucht gar nicht erst spielen, denn sie ist ganz einfach die allseits bekannte künstlich gehypte Mittelmäßigkeit auf zwei Beinen, deren ausdrucksloses Plastikpuppengesicht in keinem Moment von dem dünnen Stimmchen abzulenken vermag. Was für ein Fest – nur leider nicht für die Gehörgänge.

Mein persönlicher Albtraum, der allseits bejubelte Eddie Murphy, liefert eine handwerklich gute Performance ab, was ich bei einem Schauspieler mit seiner Berufserfahrung allerdings voraussetze. Seine lächerliche Oscarnominierung wird durch den Auftritt in keinster Weise gerechtfertigt. Ich hoffe inständig, daß dieser Kelch in 14 Tagen an ihm und mir vorüberzieht. Wo er bitte nicht vorüberziehen sollte, ist Jennifer Hudson. Die Frau entpuppt sich in ihrem Filmdebüt als Naturgewalt – sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch. Dreamgirls wäre ohne sie einen Dreck wert und ich verstehe nicht so ganz, warum sie nur unter “Beste Nebenrolle” läuft, denn sie stiehlt alles und jedem die Show. Wer ihre Rolle guten Gewissens nach Screentime einstuft, der hat den Schuss nicht gehört, zumal sie schätzungsweise vielleicht 5 Minuten weniger im Bild ist, als die sterbenslangweilige Frau Knowles.

Wollte ich das hier nicht eigentlich kurz halten?? Dann aber ganz schnell das Fazit: Der Film hat den Nährwert von Fensterkitt und ist auch noch mindestens eine dreiviertel Stunde zu lang. Nur die Jenny, die rult alles wech. Und ich geh mir jetzt doch noch einen ansaufen, um den Schund ganz schnell wieder zu vergessen. Prost.

Offizielle Webseite zum Film

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