Der Nebel

von Himbeerlola um 18:19 da reingeschubst: Film

© SenatorOriginaltitel: The Mist
Genre: Drama, Horror
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Frank Darabont
Darsteller: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Andre Braugher, Toby Jones, Jeffrey DeMunn, uvm
Läuft ab: 17.01.2008
Offiz. Webseite:
www.dernebel.de

Inhalt: Ein mysteriöser Nebel, der die gesamte Landschaft einhüllt, zwingt die Bewohner einer Kleinstadt, sich in ihrem Supermarkt zu verschanzen. In den weissen Schleiern scheinen sich Wesen zu verbergen - merkwürdig schaurig und offenbar nicht von dieser Welt. Die Ungewissheit, was in der alles verschlingenden Wolke auf sie wartet, zerrt an den Nerven der Zwangsgemeinschaft und schürt Angst und Verzweiflung. Der Künstler David Drayton versucht dem Geheimnis der furchteinflössenden Erscheinung auf den Grund zu gehen. Die fanatisch-religiöse Mrs. Carmody glaubt hingegen, dass Gottes Zorn entfacht wurde, der nur durch ein menschliches Opfer besänftigt werden kann. Schnell findet sie Anhänger für ihre Theorie. Ein erbitterter Kampf ums nackte Überleben hat begonnen, in dem die Grenze zwischen äusserer und innerer Bedrohung verschwimmt.

Lola meint: Stephen King Verfilmungen sind, bis auf ganz seltene Ausnahmen, immer so ärgerlich wie ein Furunkel am Hintern. Punkt. Regisseur Frank Darabont hat das beinahe Unmögliche geschafft und kann seine beiden älteren Werke Die Verurteilten und The Green Mile zu diesen seltenen Ausnahmen zählen. Zwei Hauptgewinne sind auf diesem Rummelplatz also eine exzellente Referenz, weshalb ich auf den aktuellen Wurf entsprechend gespannt wie Flitzebogen war. Blöd, dass Darabont diesmal seine Siegesserie nicht fortsetzen konnte und so richtig in die Tonne gegriffen hat.

Ich frage mich ohnehin, was mit Darabont in der Zeit seit The Green Mile passiert ist - wir reden hier von knapp 10 Jahren. Das ist eine ziemlich lange Frist, in der er als Regisseur einen Flopfilm abgeliefert hat und ansonsten nur als Produzent und Autor unterwegs war. Sollte Der Nebel so was wie ein Comeback werden und war er deshalb wegen der eigenen Erwartungshaltung zu verkrampft? Es scheint fast so, denn das neblige Machwerk ist vor allem eines: Völlig überambitioniert.

Darabont hat Kings Novelle beinahe Buchstabengetreu verfilmt, ohne dem Streifen auch nur einen Hauch von eigener Handschrift zu verpassen. Er müsste durch seine Erfahrung eigentlich am Besten wissen, dass sowas bei King-Vorlagen nicht funktioniert. Die paar Punkte, die er abgeändert hat, gehen zu allem Überfluss auch noch voll nach hinten los. Zum einen setzen die künstlich gestreckten Dialoge neue Rekordmarken in der Sparte Sinnlosigkeit, was den allesamt kreuzunsympathischen Charakteren mehr Raum verleiht, als dem Drive der Story und dem Nervenkostüm des Zuschauers gut tut, und zum anderen gibt der katastrophal geänderte Schluss dem ganzen Plot in Nachhinein eine Aussage, bei der ich als rational denkender Mensch vor Wut fast platzen wollte.

Auf der Darstellerseite gibt es auch kaum Punkte gut zu machen: Thomas Jane ist wegen seiner eher limitierten Fähigkeiten als Hauptdarsteller denkbar ungeeignet, während die meisten seiner Kollegen augenscheinlich nichts mit ihren Rollen anzufangen wussten, sofern sie denn überhaupt genug zu tun hatten. Lediglich Toby Jones kann sein Revier markieren, obwohl er kaum Screentime hat. So richtig rocken tut hier nur einer bzw eine: Oscarpreisträgerin Marcia Gay Harden spielt sich als fanatisch-religiöse Schreckschraube nicht nur wund, sondern die Haut vom Leib. Ihre Rolle wurde nur leider so dämlich abgeändert, dass sie ab einem viel zu frühen Zeitpunkt hoffnungslos überpräsent ist und nicht wie im Buch langsam aus dem Hinterhalt kommt, was der Atmo nur gut getan hätte.

Zu all dem üppigen Angebot an Minuspunkten gesellt sich schliesslich noch einer: Der ganze Film wirkt so billig wie eine RTL-Eigenproduktion. Überflüssig zu erwähnen, dass davon auch die FX betroffen sind. Grotte. Gibt es überhaupt einen einzigen Grund, um sich den Schmutz anzutun? Eigentlich nur Marcia als fieseste Erzbösewichtin der letzten Jahre. Küss die Hand, gnä’ Frau!

★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 2/10

2 x Fremdplörre

  1. Billigflüge:

    Meine größte Kritik ist das Ende. Das lässt mich so unruhig und fragend zurück. Sowas kann ich einfach nicht ab. :P

  2. Trackbacks:

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