Es ist soweit: RTL2 zeigt heute ab 20:15 die letzten beiden Episoden der ersten Staffel von X-Men für Kassenpatienten Heroes am Stück. Jetzt wird sich also klären, ob der bunt zusammengewürfelte Haufen von mehr oder weniger Helden es schafft eine Atomexplosion in New York zu verhindern und so Millionen von Menschen zu retten. Ich hoffe, dass es die Autoren in den letzten beiden Folgen geschafft haben die Spannungsschraube anständig anzuziehen, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich mich in den vergangenen 21 Folgen mehr gelangweilt als alles andere.
Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, habe ich mich doch in der Prä-Heroes-Ära auch von dem unglaublichen Hype mitreissen und mir die Schnute so richtig schön wässrig machen lassen. Das Ergebnis ist nur leider unbefriedigend. Ich hatte in den letzten Wochen permanent den Eindruck, dass ein Minimum an Storyline mit Gewalt auf 23 Episoden ausgewalzt wurde: Viel zu viele Charaktere, von denen die meisten entweder blass, überflüssig oder einfach kreuzunsympathisch sind bzw waren, balgten sich in uninteressanten Nebensträngen der ohnehin schon dünnen Grundhandlung und strapazierten meine Geduld zusätzlich mit ausgebrochen miesen Dialogen. Das hatte fast was von einer endlosen Daily Soap oder drei Teilen Fluch der Karibik. Anfangs hatte ich die Vermutung, dass die deutsche Synchro an vielen Missständen schuld ist, aber auch der Originalton konnte mich nicht vom Gegenteil überzeugen.
Von dem ganzen Kram mal abgesehen, hat mich ein Punkt aber so richtig auf die Palme gebracht: Die Frauenfiguren. Ging es denn nicht noch klischeehafter? Eine blonde (!) Cheerleaderin, eine blonde (!) Stripperin, eine labile Hausfrau und die obligatorische reiche Zicke im Eisblockmodus und Chanelkostümchen nahmen den grössten Platz in der Damenriege ein. Was soll der Mist? Sitzen da im Schreibbüro nur schwanzschwingende Testosteronopfer, die den halben Tag auf das neueste Playboy-Centerfold an der Wand glotzen und ihre öden 08/15-Phantasien unbedingt auf dem Fernsehbildschirm ausbreiten müssen? Wers braucht.
Ich gebe mir heute natürlich noch die letzten beiden Folgen, damit ich erfahre wie es denn nun ausgeht. Nur Staffel 2, mit der es im Herbst weitergehen soll, die werde ich mit Sicherheit von meiner Guckliste streichen.
Das gibt leider nur 









(Update: Ich habs insgeheim befürchtet und jetzt ist es wahr geworden: Das Finale war genauso langweilig, uninspiriert und fürn Arsch wie der Rest der Serie. Liebe Drehbuchschreiber: Ein Superschurke, der so bedrohlich wie ein Glas Wasser in der Sahara wirkt, funktioniert nicht und kann schon gar keinen 22 Folgen lang aufgebauten, nur ernüchternde 3 Minuten langen Showdown rocken. Hat man euch das im Autorenanfängerkurs nicht beigebracht?)





















08.03.2008 um 5:07
Ich fand das Finale auch voll lahm, aber die Serie war ansonsten richtig cool!!!
08.03.2008 um 13:07
Find ick nich (also das mit der Serie)! ;-P
08.10.2008 um 21:11
Die Serie brauchte uneimlich lange, um den garnicht mal so üblen Spannungsbogen aufzubauen - wohl nicht zuletzt ein Tribut an die zahlreichen Figuren.
Umso trauriger, dass die meiner Meinung nach recht gelungene, erste Staffel (Hey, das war echt mal was halbwegs neues!) in einem derart unterirdischen Finale endete, das schon einem Ed Wood würdig gewesen wäre - sowas saublödes hab ich selten gesehen. Und gehe dieses Risiko auch mit der 2. Staffel nicht mehr ein. Igitt.