Mr. Brooks - Der Mörder in dir

von Himbeerlola um 21:24 da reingeschubst: DVD, Film

© ConcordeOriginaltitel: Mr. Brooks
Genre: Thriller, Drama
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Bruce A. Evans
Darsteller: Kevin Costner, William Hurt, Demi Moore, Dane Cook, Marg Helgenberger, Danielle Panabaker, uvm
Medium: DVD
Offiz. Webseite:
www.theressomethingaboutmrbrooks.com

Inhalt: Earl Brooks ist ein treusorgender Familienvater, hingebungsvoller Ehemann und erfolgreicher Geschäftsmann. Doch hinter dieser makellosen Fassade lauert ein Geheimnis: Brooks zieht in der Nacht los und mordet, immer getrieben von seinem dunklen Alter Ego namens Marshall. Weil er seine Opfer völlig willkürlich auswählt und keine Spuren hinterlässt, tappt die Polizei im Dunkeln. Bei Earls neuestem Mord geht aber etwas schief, denn er wird von einem Zeugen beobachtet und sogar fotografiert. Dem Zeugen gefällt das Gesehene und er beschliesst Earl Brooks mit den Fotos zu erpressen, damit er ihn bei seinem nächsten Mord begleiten darf. Brooks muss sich fortan mit dem ungebetenen, aggressiven Komplizen arrangieren, der ihm nicht mehr von der Seite weicht. Zu allem Überfluss droht noch von einer anderen Seite Gefahr, denn auch die Polizistin Tracy Atwood hat sich an Earls Fersen geheftet.

Lola meint: Ladies and Gentlemen, herzlich Willkommen bei Evans-Airlines. Bevor wir abheben haben Kapitän Bruce A. Evans und Co-Pilot Raynold Gideon noch ein kleines Anliegen: Bitte schrauben Sie sich die Schädeldecke ab, entnehmen Sie vorsichtig ihr Gehirn und legen Sie es zur Aufbewahrung in ein geeignetes Gefäß. Diese Maßnahme ist notwendig, um in den nächsten 2 Stunden bis zur Landung jegliches logische Denken zu vermeiden. Wenn unsere gemeinsame Reise beim Abspann beendet ist, dürfen Sie sich Ihr Hirn natürlich wieder einsetzen. Evans-Airlines entschuldigt sich für etwaige Unannehmlichkeiten.

Den Schabernack jetzt mal beiseite, denn nach dem Abspann von Mr. Brooks war ich nicht gerade albern drauf. Was uns Regisseur und Drehbuchautor Bruce A. Evans und sein Co-Autor Raynold Gideon hier auftischen ist eine Story, die nur aus dummen Zufällen, himmelschreienden Unwahrscheinlichkeiten und ärgerlichen Vermutungen besteht. Garniert wird der ganze Blödsinn durch pure Langweile und eine Inszenierung, die zäh wie ein alter Putzlappen ist.

Zum Glück habe ich damals beim Kinostart den ganzen positiven Kommentaren nicht so recht geglaubt und lieber auf die DVD aus der Leihe gewartet, denn sonst hätte ich mich wahrscheinlich noch mehr geärgert. Dabei ist die Grundidee den Schwiegermuttertraum Nummer 1 als Serienmörder auf den Zuschauer loszulassen durchaus verheissungsvoll, denn Kevin Costner ist ein guter Schauspieler und hat wegen der komplett gegen sein Image gebürsteten Rolle garantiert einen Freudensalto rückwärts hingelegt.

An Costner ist soweit auch nichts auszusetzen, denn er schlägt sich wacker gegen das unterirdische Drehbuch und lotet die Abgründe seines Charakters mit Genuss aus. Ich hatte öfters den Eindruck, dass der gute Kevin sogar Heidenspaß an der dunklen Seite der Macht hatte, denn er läuft vor allem in den Szenen zu Hochform auf, in denen er so richtig fies sein darf. Trotz der guten Leistung Costners gibt es jemanden im Cast, der ihm nach allen Regeln der Kunst die Show stielt und dieser jemand ist William Hurt als Brooks’ zwar imaginäre, aber dafür extrem redselige dunkle Hälfte. Hurt spielt sich einen Wolf und legt eine Performance hin, für die er mindestens eine Oscarnominierung hätte bekommen müssen. Hat er aber nicht, weil die in der Academy ohnehin alle einen an der Waffel haben, was mit der ausgebliebenen Nominierung bewiesen wäre. So.

Meine Güte – ich komm hier schon wieder vom Hundertsten ins Tausendste, dabei wollte ich mich wegen akutem Murksfilm-Alarm kurz fassen. Hat mal wieder nicht geklappt. Dann kann ich mich ja noch weiter über das Drehbuch beschweren: Als den beiden Schreibern auffiel, dass ihre Idee um den mordenden Saubermann zwar gut, aber nicht abendfüllend ist, haben sie die Story mit Nebenhandlungssträngen aufgepumpt. Da wäre z.B. die auf Autopilot agierende Demi Moore, die als brettharte Polizistin mit Millionenerbe auf dem Konto nicht nur unglaubwürdig ist, sondern auch noch herzlich wenig mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Sie ärgert sich primär mit ihrer Scheidung herum und kommt nicht mal annähernd an Brooks heran, weil sie ihm nicht nur einen, sondern mindestens 5 Schritte hinterher hinkt. Deswegen hat man ihr als Beschäftigungstherapie neben der Scheidung einen zweiten Serienmörder ins Skript geschrieben. Der hat im Grunde auch nichts mit Brooks zu tun, ist aber wenigstens für ein bisschen Schmuddel und eine gut abgehangene Leiche zuständig. Brooks ist für sowas nämlich nicht zu gebrauchen, weil er steril mit gezieltem Kopfschuss tötet und die sonst vorherrschenden Hochglanzbilder auch nicht gerade zu einem erhöhten Puls beitragen.

Gleich zwei Serienmörder in einem Film? Das ist ja geradezu inflationär. Offenbar für unser Autorenduo des Grauens nicht inflationär genug, denn Brooks darf sich auch noch widerwillig mit einem nervenden Serienmörder-Azubi rumärgern und muss nebenbei feststellen, dass sein rehäugiges Töchterchen offenbar von ihm das Serienmörder-Gen geerbt und sogar schon aktiviert hat. Ja. Ist klar. Sowas ist vererbbar. Ganz bestimmt. Und wenn ich jetzt noch mal das Wort Serienmörder schreiben muss, werd ich auch zu einem. Dann wären wir schon zu fünft und könnten ein Basketballteam bilden. Ahrg.

Da stellt sich glatt die Frage, wie man zwei Stunden gequirlte Scheisse am Stiel erträgt ohne einzupennen, zumal die bereits erwähnte dröge Inszenierung erst recht als Schlafmittel deluxe wirkt. Ganz einfach: Man erschrecke den weggeschlummerten Zuschauer mit geschickt platzierten akustischen Buh-Effekten. Das soll heissen, dass Geräusche wie Schüsse und ähnliches Zeug so laut sind, dass einem vor Schock glatt die Fernbedienung aus der Hand plumpst. Blöd fürs Trommelfell und die Nachbarn, denn dann kann man nicht mehr so leicht leiser drehen. Wenn man schon die Augen offen hat, wird einem mit vorsätzlichen und nur zu diesem Zweck eingefügten Gore-Szenen vorgegaukelt, man hätte während dem Nickerchen was verpasst. Hat man aber nicht. Und ich hab jetzt keine Lust mehr. Costner und Hurt sind über jeden Zweifel erhaben, der Rest ist Müll. Amen.

★★★☆☆☆☆☆☆☆ 3/10

15 x Fremdplörre

  1. e.o:

    Pffft. Wollte den heute abend angucken. Dann halt nicht.

  2. Himbeerlola:

    *g* vielleicht gefällt er dir ja? ich bin in meinem bekanntenkreis immerhin die einzige, die ihn so richtig oll fand. sry, aber ich empfinde solche an den haaren herbeigeschleiften stories als persönliche beleidigung, während andere super damit leben können. ;)

  3. e.o:

    Ich hab ihn nicht geschaut. Ungesehen wieder zurück. Ich glaub der Lola aber. ;)

  4. steffen65:

    Dem ist nichts hinzuzufügen, schließe mich dem Vorredner in allen Punkten ohne Einschränkung an. Das Positive: Ich konnte den Costner nie richtig ab. Aber hier schlägt er sich wirklich gut und hat damit bei mir dicke Pluspunkte gesammelt. Aber was für ein unfassbarer Scheiß! Wie schafft man es, so ein Drehbuch zu verkaufen? Das ist mir absolut schleierhaft. Und dass nachdem ich kurz vorher den brillanten “Gone Baby Gone” gesehen habe. Und bitte, falls du mal Zeit dafür hast: //Achtung, Spoiler, falls ihn sich doch noch jemand, warum auch immer, antun will!!!// Könntest du mir mal den Schluss erklären?! Hält Demi Moore den Machinenbauer am Ende wirklich für den “Daumenabdruck-Killer”? (Mann, allein schon dieses Wort!!!)Oder lässt sie es auf sich beruhen, weil er sie von ihrem Ex befreit hat?

  5. steffen65:

    …rednerin. Sorry!

  6. Himbeerlola:

    Hasi. Jetzt entscheide dich doch mal: Meinst du nu mich oder e.o? *g*

    e.o hat nen Puller (behauptet er zumindest) und ich nicht. Also geh ich davon aus, daß du doch die Tante Lola meinst… :D

    Und wegen Demi: Also ich habs zwischen zwei Schlummeranfällen so verstanden, dass sie wirklich geglaubt hat der andere wäre der öde Daumenabdruckkiller. Klassischer Fall von Beruf verfehlt. Sie sollte lieber ihre Millionen verfeiern gehen und die Polizeimarke an den Nagel hängen. Oder so.

  7. steffen65:

    Danke, Schnuffi! :-) Natürlich meinte ich dich, denn e.o. hat’s ja nicht gesehen, würde mich alsi wundern, wenn er zur Klärung beitragen könnte. Obwohl… auch wenn man ihn gesehen hat… Wie auch immer. Ich hab’s zunächst auch so verstanden wie du, doch dann dachte ich: So blöd kann die doch gar nicht sein! Wie soll denn bitte aus diesem bräsedämlichen Klotzkopp auf einmal ein raffiniert-eleganter, kunstbegeisterter (Fotos!) Edel-Killer geworden sein? Aber ich fürchte fast, du hast recht. Da kann man wirklich nur noch still in sich hinein weinen.

  8. e.o:

    Ich hab einen Riesenp****r !!!!elf!! ;)

  9. steffen65:

    11 Zentimeter? Wow! Gut, dass wir das jetzt auch wissen…

  10. e.o:

    Durchmesser !!! :P Nee, im Ernst. Selbst unsere Kunden hier geben das Teil ziemlich enttäuscht zurück. Also wozu Zeit verschwenden?

  11. steffen65:

    “Selbst unsere Kunden”? Was ist das denn für eine Einstellung den eigenen Kunden gegenüber?! :-)

  12. e.o:

    Lol. Ich meinte die DVD !! ;)

  13. steffen65:

    Ich doch auch! Tss, tss…

  14. Himbeerlola:

    >>Selbst unsere Kunden hier geben das Teil ziemlich enttäuscht zurück.< <

    sry…aber ich würde 11cm auch enttäuscht zurück geben. DAS nenn ich mal nen echten Grund für ne Reklamation! :lol:

    (aus der Nummer kommste jetzt nicht mehr raus…hehe)

  15. Liz:

    Oh man, nicht nur euer Gelaber ist einfach lächerlich, sondern deine Filmkritiken sind es auch. So etwas kannst du deinen Freunden nach dem Kinobesuch vielleicht aufdrängen - wenn du sie loswerden willst - aber nicht für jederman lesbar ins Web stellen. Einfach nur peinlich. *kopfschüttel*

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