Indiana Jones 1 bis 3 - mit Socken

um 18:26 da reingeschubst: Gagreel || Fremdplörre: Comments (4)

Ich hab grad brüllend und strampelnd unterm Tisch gelegen. Da haben ein paar Spassvögel die ersten 3 Indy Teile im 8 Minuten Schnelldurchlauf als herrlich albernes Socken-Kasperle-Theater aufgezogen und dabei mit minimalsten Mitteln irgendwie so genial den Punkt getroffen, daß man jede Szene auf der Stelle wiedererkennt. Es gibt sogar Splatter-Socken nach dem Öffnen der Bundeslade und die fiesen Nazi-Socken sind sowieso der Oberhammer:


YouTube kannste klickn zum direkt und so 

Das Ding hätten mal Lucas und Spielberg vor Drehbeginn sehen müssen, dann hätten sie vielleicht nicht soviel Mist gemacht. Grmbl.
(via)

Rodriguez schnappt sich Crane, Poole & Schmidts Top-Mann

um 17:40 da reingeschubst: Film, Preview, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

Ich muss ja zugeben, daß ich mir nach der Gruselnachricht über das Ende einer der genialsten Serien ever schon latent um James Spader Sorgen gemacht habe. Da hat er in Boston Legal als Alan Shore endlich mal eine Traumrolle, in der er so umwerfend aufgegangen ist, daß man glatt glauben könnte sie wäre extra für ihn gebacken worden und dann ist nach 5 Staffeln Schluss, weil die amerikanischen Seriengucker offensichtlich keinen Geschmack haben (den Spruch hab ich mir jetzt einfach mal gegönnt! Vollpfosten!). Vor meinem inneren Auge zeichneten sich umgehend finstere Horrorbilder ab, in denen James wieder völlig zu Unrecht in obskuren C- und D-Streifen versackt, wo er bekannterweise mangels anständiger Angebote die letzten 20 Jahre verplempern musste. Von den paar Ausnahmen wie Crash und Secretary spreche ich gar nicht erst, denn die fallen kaum ins Gewicht. Ich hab diese Anti-Karriere jedenfalls nie verstanden, denn James ist seit den 80ern einer meiner liebsten Schauspieler und an nicht vorhandenem Talent hat es bei ihm nun schon gar nicht gelegen. (Isser aufsässig? Hatters sich mit jemand in der Chef-Etage verscherzt? Weiß der Geier…)

Äh. Was war das Thema? Ach ja: James Spader hat für die Post-Boston-Legal-Ära den ersten Job in der Tasche und darf gottlob gleich mal für einen Regisseur ran, der im Grunde auch das Telefonbuch von Warschau verfilmen könnte und trotzdem würden die Leute in Scharen in die Kinos rennen. Olle Robert Rodriguez hat nämlich trotz Sin City 2 und 3 und dem hibbelig erwarteten Machete scheinbar immer noch Langeweile und deswegen ein 4. Projekt in der Mache, das mal wieder à la Spy Kids für die ganze Familie gedacht ist. Shorts firmiert unter Comedy Adventure und handelt von einem 11 Jahre alten Jungen, der in den Besitz eines Wunsch-Steins gelangt und damit reichlich Unruhe stiftet. Neben Spader haben auch schon Jon Cryer, William H. Macy und Leslie Mann ihren Karl Wilhelm unter den Vertrag gesetzt!

Moment. Wunsch-Stein? Darf ich mir auch was wünschen? Ich hätte dann gerne noch William Shatner im Cast, der durch die Kulissen rennt, “Denny, Denny Crane - ich habe BSE” brüllt und James auf die Ketten geht. Ja ja. Ich hör schon auf. Trotzdem werd ich doch Boston Legal schonmal vermissen dürfen. Fuck.
(via)

Lass uns doch einfach mal nen Aufkleber verfilmen

um 14:37 da reingeschubst: Film, Internet, Preview || Fremdplörre: Comment (1)

Irgendwann ist mal das letzte Remake abgedreht, James Bond Nr. 37 hat auch nur Verluste eingefahren, die Transformers haben sich erst selber demontiert und dann auf dem Schrottplatz eingeliefert und von neuen Drehbuchideen ist weit und breit keine Spur. Hmmm. Und was verfilmen wir jetzt? Hey, da gibts doch seit gut 15 Jahren die lustigen Emily the Strange Aufkleber, die sich irgendwann mal als Klamottenmarke, Merchkrams und in ein paar Comics verselbstständigt haben. Wenn wir daraus nen Film zusammenkleistern, locken wir mindestens alle Gothics und sogar noch ein paar Katzenfans in die Kinos und schon hat sich der Scheiss gerechnet. Mannomann, was sind wir brillant. Hmmm. Und was machen wir danach? Diddl - The Movie, Good Bye and Hello Kitty und Beanies Adventures können wir ja schonmal vorsorglich notieren. Es gibt bestimmt genug Idioten, die sich das auch noch angucken.

Spass beiseite, Ernst komm raus - Slashfilm kommt mit folgenden Infos rüber:

Dark Horse Entertainment president Mike Richardson will produce the film, which is currently on the hunt for a director. Richardson says that the filmmaker choice may in turn dictate what format will serve the story best: live-action, animation, or a combination of both. [...] The story is said to be based on one of the four Emily the Strange young adult novels, which will be published next year by HarperCollins. Not much is known other than it will offer up some backstory on the character, and will feature her four cats.

Wow. Klingt ja voll spannend. Ich brech zusammen und geh am Stock…

Ein Gangsta-Rapper in Natalie Portman Klamotten

um 2:00 da reingeschubst: Gagreel || Fremdplörre: Comments (4)

Yo Yo Yo Yo Man! Ich wusste es ja schon immer: Frau Portman macht sonst brav einen auf Bambis Reinkarnation und kann kein Wässerchen trüben, aber wenn gerade keiner hinguckt, dann lässt sie das Krawallchick raushängen. Check this out, Mothafucka:

Oder ist das am Ende nur Sido ohne Maske? ;o)

(via)

Stuck - Stuart Gordon lässt Stephen Rea stecken

um 19:48 da reingeschubst: Film, Preview, Trailer || Fremdplörre: Comments (3)

Die Story von Stuart Gordons (Re-Animator) aktuellem Wurf ist so bitterböse, daß ich fast hoffe, daß sich das Ding hintenraus noch als tiefschwarze Komödie entpuppt. Aber das kann ich mir wohl abschminken und mir wird auch nicht wohler, daß Stuck auch noch (aaangeblich) auf einer wahren Geschichte basieren soll. Das da muss man sich jedenfalls mal geben:

Inhalt: Brandi (Mena Suvari als White Trash Barbie) ist Altenpflegerin, der eine ersehnte Beförderung ins Haus steht. Tom (Stephen Rea) ist ein Verlierer der miesen Wirtschaftslage und neuerdings sowohl arbeits- als auch obdachlos. Als Brandi von einer Party mit reichlich Alk und Pillen intus nach Hause fährt, treffen beide Welten aufeinander, denn sie fährt Tom mit ihrem Wagen an. Durch die Wucht des Aufpralls bleibt Tom mit dem Kopf voran in ihrer Windschutzscheibe stecken. Brandi lässt ihn wo er ist und fährt den Wagen in Panik in ihre Garage. Tom steht unter Schock, blutet wie ein Schwein, ist aber bei vollem Bewusstsein und kann sich nur wegen der gesplitterten Windschutzscheibe nicht bewegen. Brandi nutzt seine Lage aus, bittet ihn ruhig zu bleiben und verspricht sofort einen Krankenwagen zu rufen. Macht sie aber nicht - dieser Vorfall würde ihr die Zukunft ruinieren. Sie beschliesst Tom einfach in der Garage verrecken zu lassen und sich dann mit Hilfe ihres Drogendealer-Freundes der Leiche zu entledigen. Blöd, daß Toms Verletzungen nicht tödlich sind, er Brandi ziemlich schnell durchschaut und umgehend seine Flucht plant.
(via)

Das Ding lief bei uns wohl letztes Jahr auf irgend einem Filmfest in einer einzigen Stadt - jedenfalls habe ich nicht mehr dazu finden können. Da hoffe ich doch mal, daß die Sache bald mal in Bewegung und mindestens ne DVD kommt. Saftiger Red-Band Trailer und zweites Poster nach dem Klicker:

Willste alles? Musste klickn! »

Nights in Rodanthe - Gere und Lane probieren es nochmal

um 16:45 da reingeschubst: Film, Preview, Trailer || Fremdplörre: Comments (9)

Alle, die zuviel Testosteron im Blutkreislauf haben, jetzt gaaaanz schnell weiterscrollen, denn hier gehts um Richard Gere in einer Nicholas Sparks Verfilmung. Ha! Damit dürfte ich auf einen Schlag 99,9% der werten Leserschaft vertrieben haben. Mir doch schnuppe. Bei mir ist ne fette Erkältung am anrollen und ich fühl mich wie bäh. Deswegen muss jetzt was fürs Herz her: Richard Gere und Diane Lane, die ich immer gern hab, auch wenn 3/4 ihrer Filme echte Gurken sind, versuchen es 6 Jahre nach dem eher mittelprächtigen bis lauwarmen Untreu nochmal miteinander und wagen sich an den grössten Schmalzgarant in punkto Romanvorlagen. Nights in Rodanthe (das Buch heisst bei uns “Das Lächeln der Sterne”) von Sparks dürfte mal wieder ein Tränendrücker allererster Güte werden, denn ich will ja nicht unken, aber normalerweise muss bei Sparks-Verfilmungen immer eins der Turteltäubchen den Löffel abgeben (ist das in den Büchern auch so? lesen würd ich die nichtmal gegen Bezahlung) und auch der Trailer kann mich nicht von der Vorhersage abbringen. Ausserdem suggeriert mir der Plot spontan eine thematische Nähe zu den von mir heissgeliebten Brücken am Fluss mit Papa Clint und Mutti Meryl. Weia. Dann muss ich auf alle Fälle noch ne Grosspackung Rotzfahnen auf Vorrat bunkern, bevor ich mir den Streifen gebe. Läuft angeblich ab Oktober, kann sich aber noch nach hinten verschieben.

Inhalt: Adrienne Willis (Diane Lane), a woman with her life in chaos, retreats to the tiny coastal town of Rodanthe, in the Outer Banks of North Carolina, to tend to a friend’s inn for the weekend. Here she hopes to find the tranquility she so desperately needs to rethink the conflicts surrounding her: A wayward husband who has asked to come home, and a teenaged daughter who resents her every decision. Almost as soon as Adrienne gets to Rodanthe, a major storm is forecast and Dr. Paul Flanner (Richard Gere) arrives. The only guest at the inn, Flanner is not on a weekend escape but rather is there to face his own crisis of conscience. Now, with the storm closing in, the two turn to each other for comfort and, in one magical weekend, set in motion a life-changing romance that will resonate throughout the rest of their lives.
(via)

Drama, Baby! Wir brauchen mehr Drama! Herzschmerztrailer nach dem Klicker…*schnief*

Willste alles? Musste klickn! »

Die MTV Movie Awards diesmal ohne Spoofs?

um 2:01 da reingeschubst: Fernsehen, Film || Fremdplörre: Comments (0)

Ich bin ehrlich grade ein bisschen über die Meldung geschockt, daß bei den diesjährigen MTV Movie Awards auf die legendären kurzen Filmparodien verzichtet werden soll, die für mich immer mit ein Hauptgrund waren die Show überhaupt einzuschalten. Es gibt zwar einen Ersatz, aber ob das so ne brillante Idee ist, möchte ich ganz feste bezweifeln: MTV hat im Hinblick auf die Spoofs die kreativen Zügel aus der Hand gegeben und die Sache komplett an eine handvoll Schauspieler übertragen, die jetzt in Eigenregie sogenannte “Kurzfilme” für die Show produzieren. Was das Thema der einzelnen Filmchen ist, wird also dem jeweiligen Macher überlassen und genau da fängt für mich das Problem an.

Am Start sind Ben Stiller, Robert Downey Jr., Adam Sandler, Jack Black und Mike Myers (er hostet ausserdem die Show). Das klingt ja vielleicht erstmal nicht schlecht, aber wenn ich mir so angucke, was die Jungs genau vorhaben, überrollt mich das unbestimmte Gefühl, daß wir es nur mit Schleichwerbung für deren nächste Streifen zu tun bekommen und das ist nicht der Sinn der Sache.

Mike Myers hat gleich zwei Kurzfilme fabriziert, in denen er zwei neue, von ihm erdachte Charaktere vorstellen will (aha) und Sandler hopst in seinem Streifen als Zohan rum (na alles klar). Stiller, Black und Downey lassen sich zwar noch nicht in die Karten gucken, aber allein diese Kombination riecht verdammt nach Napalm…äh Tropic Thunder. Oder bin ich mal wieder zu misstrauisch?
(via)

Harrisons Brusthaar-Waxing in Bewegtbildern und Farbe

um 0:36 da reingeschubst: Gagreel || Fremdplörre: Comments (4)

Ich hatte irgendwann im April gelesen, daß sich olle Harrison Ford für einen Öko-Werbespot gegen die Regenwaldabholzung seinen Brustpelz hat wegwachsen lassen. Ich dachte noch so neiiiiin…jetzt fängt der auch noch mit dem Scheiss an!, aber zum Glück war es wirklich nur für die einmalige Sache. Puh! Wäre ja auch noch schöner, wenn einer der letzten echten Leinwandmänner zu so einem Lenorgespülten, gepuderten, manikürten, Ganzkörperenthaarten, Augenbrauengezupften, totgegeelten und glattgeschmirgelten metrosexuellen Beckham Neutrum mutieren würde.

Das Video zur Aktion ist mir grade eben über den Weg gestolpert. Es lebe das Brusthaar!


YouTube kannste klickn zum direkt und so 

Verdammt. Der Mistkerl hat nichmal mit der Wimper gezuckt. Ein bisschen Gejammer hätt ich mir jetzt schon gewünscht…>:-}
(via)

Nochmal für die Blinden und Lesefaulen:

um 14:35 da reingeschubst: Film, Me myself and I || Fremdplörre: Comments (2)

Da ich gestern und heute von diversen Mitmenschen falsch verstanden, falsch zitiert, angemotzt oder wahlweise zwar nett, aber trotzdem verständnis- bis fassungslos angequatscht wurde, wieso zur Hölle ich Indys Kristallschädel denn 8 Punkte gebe und ob ich nicht ganz dicht, betrunken oder als Kind auf den Kopf fallen gelassen worden wäre: Ich habe ihm keine 8, sondern

6 Punkte

gegeben, die laut meiner persönlichen Definition eines 10-Punkte RankingsWeder richtig gut, noch richtig schlecht” bedeuten. Und dazu stehe ich! Der Streifen ist für mich (leider und zähneknirsch) Mittelmaß - nicht mehr und nicht weniger.

Offenbar kann ich nicht verlangen, daß sich irgendjemand durch mein Pamphlet quält (ihr faulen Säcke), deswegen hab ich den relevanten Part mit der Punktevergabe jetzt hervorgehoben. Und ich hoffe, daß alle Unklarheiten damit beseitigt sind. Meine Herren. Wie kann man sich wegen sonem Quatsch nur so echauffieren? Vor allem verstehe ich im Moment nicht ganz, wieso ich vor allem per Mail blöd angemacht werde. Schreibts in die Kommentare und zügelt eure Ausdrucksweise, dann lösche ich sie nämlich nicht. So wie die 13 bis 27 Du-blöde-Schlampe-Mails.

Und wenn ich jetzt noch weiter von der Seite angemacht werde, gebe ich Indy glatte 10 Punkte! Ich schrecke vor nichts zurück…*droh*

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

um 19:18 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (19)

Originaltitel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent, uvm.
Läuft seit: 22.05.2008
Offizielle Webseite:
www.indianajones.com

Inhalt: Das neueste Indiana Jones Abenteuer beginnt 1957 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges in den Wüstengebieten im Südwesten der USA. Indy ist auf einem entlegenen Flugplatz nur mit knapper Not böswilligen Sowjetagenten entkommen. Bei seiner Rückkehr an das Marshall College muss Prof. Jones feststellen, dass er vom Regen in die Traufe gekommen ist. Sein enger Freund und Dekan erklärt ihm, dass ihn seine jüngsten Aktivitäten bei den Kommunistenjägern der Regierung verdächtig gemacht haben und dass auf die Universität Druck ausgeübt wird, ihm zu kündigen. Beim Verlassen der Stadt trifft Indiana den aufsässigen jungen Mutt, der dem abenteuerlustigen Archäologen einen folgenschweren Vorschlag macht. Wenn Indy ihm bei einer Mission mit zutiefst persönlichen Motiven hilft, könne er durchaus einen der spektakulärsten archäologischen Funde der Geschichte machen: Den Kristallschädel von Akator, ein legendäres Objekt, das Faszination und Furcht auslöst und mit allerlei Aberglauben behaftet ist. Doch als Indy und Mutt zu einer der entferntesten Ecken Perus aufbrechen merken sie schnell, dass sie auf ihrer Suche nicht alleine sind.

Lola meint: Es gibt Filme, die trägt man für immer im Herzen. Sei es, weil man mit ihnen aufgewachsen ist, weil sie einen persönlichen Moment des eigenen Lebens exakt trafen und noch einmal die Gefühle dazu transportierten, weil man sie beim ersten und auch noch beim zwanzigsten Mal einfach nur überwältigend fand oder alles zusammen oder aus noch ganz anderen Gründen. Indiana Jones ist für mich einer dieser Filme bzw. Filmreihe. Ich habe ihn damals sogar noch mehr geliebt als Star Wars, was beinahe einem Sakrileg gleichkam, aber es spiegelte vielleicht schon in den 80ern meine große Schwäche für einen gewissen oldschooligen Charme wider, dem ich mich bis heute nicht entziehen kann. Das machte sich sogar in meinem mit Postern tapezierten Zimmer bemerkbar: Während meine Alterskolleginnen die damals angesagten Popstars an der Wand hatten, war meine erste Liebe Elvis, der dann im Jahre 81 von meinem Indy abgelöst wurde und in den Durststrecken zwischen den Filmen höchstens mal kurz für Depeche Mode Platz machen musste. Hach Dr. Jones. Hach Harrison.

Vielleicht wird jetzt ansatzweise klar, was in mir vorging und welche Welle der Nostalgie mich überkam, als ich gestern im Kino ungeduldig auf das völlige Abdunkeln wartete und im Geiste jeden verdammten Werbespot verfluchte, der mich vom Objekt meiner Begierde fernzuhalten versuchte. Aber obwohl ich in den letzten Tagen um alle Rezis - von der von Roger Ebert mal abgesehen - sorgfältig einen riesigen Bogen gemacht und höchstens die Überschriften gelesen hatte, ermahnte mich eine kleine fiese innere Stimme trotzdem dazu den Ball flach zu halten und keine Offenbarung zu erwarten. Denn Hey – die Veränderungen, die das Kino in den letzten 20 Jahren durchlaufen hatte, würden ihre gierigen Griffel auch nach Indy ausstrecken und dieses Kristalldings auf dem Plakat war eindeutig ein Alienschädel. Seufz.

Natürlich kam es genau so, wie mir meine innere Stimme suggerierte: CGI-Overload, wo es gute alte Handarbeit hätte sein müssen und ein geradezu schmerzhaft einfallsloses, oft schlecht getimtes und auch noch an vielen Stellen einfach nur unpassendes Drehbuch, wo es spritzige Ideen und Gefühl für die Sache gebraucht hätte. Der einer CPU entsprungene Präriehund, der einen Prolog einläutete, der unverständlicherweise gar keiner war, hätte mich noch nicht mal gestört, aber Sachen wie der Kühlschrank, die Verfolgungsjagd am Abgrund, die Affen, ganze Sets oder kleine Details wie Wolken aus Schiesspulver waren einfach zuviel des CGI-Guten. Ich könnte die Aufzählung noch endlos fortsetzen, was ich mir jetzt aber spare, denn das wäre ohnehin zuviel der Ehre für die gleichgültige Lieblosigkeit, die diese FX-Lösung in einem Indy Film für mich im Endeffekt ist. Ganz zu schweigen davon, daß auf diese Weise ganze Berufsgruppen wie Tiertrainer, Modellbastler, Stuntleute, Kulissenbauer, ect. arg dezimiert oder sogar langsam ausgerottet werden. Auf die will ich aber nicht verzichten, weil ihre Kunst auf der Leinwand einfach besser aussieht und sich besser anfühlt, als der sterile Schaltkreis-Müll.

Wie bereits erwähnt, ist das böseste Manko das Drehbuch von David Koepp, der es nach den Vorgaben von Lucas zusammenhacken musste. Vielleicht kann man Koepp noch nicht mal einen wirklichen Vorwurf wegen der Storyline machen, denn wer sich die Elemente anguckt, die Lucas offenbar unbedingt drin haben wollte, der fragt sich ohnehin, wie Koepp daraus überhaupt noch eine halbwegs zusammenhängende Geschichte stricken konnte und warum Spielberg nichts dagegen unternommen hat. Gibt es für einen Indy-Film – und es ist mir ganz egal, in welchem Jahrzehnt er angesiedelt ist - eigentlich noch unpassendere Dinge, als eine Atomexplosion, Gedankenlese und –übertragungs-Hokuspokus und vor allem Aliens inklusive UFO? Das fühlt sich mindestens so falsch an, wie ein Ruderboot in der Sahara oder der hitzeresistente Eisbär auf der tropischen Lost-Insel. Dazu kommen abgelabberte Ideenlosigkeiten, wie ein tausendmal woanders gesehener und deswegen alles andere als ‘geheimer’ Durchgang unter einem Wasserfall und vorher der Sturz über selbigen. Ach, es waren ja gleich drei. Das macht die Sache aber auch nicht neuer, sondern mindestens so abgewetzt, wie das Zerkloppen von Gefäßen, aus denen dann endlos Sand rieselt, der damit natürlich gleich riesige Steinblöcke in Bewegung setzt oder der Tod des Verräters, dem seine Goldgier zum Verhängnis wird. Mir wächst sogar schon beim drüber schreiben der Bart. Zu solchen recycelten Ärgernissen gesellen sich nervig-klamaukige Szenen wie Herrn LaPuffs Tarzannummer, Gebüschhiebe auf die Kronjuwelen, Schlangen als Seil zu missbrauchen, sich lustig verhaltende Monsterameisen und ähnlicher Scheiß. Indy-Filme hatten immer einen leicht überkandidelten Humor, aber der Kindergarten hier ging eindeutig zu weit.

Es wäre schön, wenn das alle Fehlgriffe gewesen wären, aber – man ahnt es schon – die Liste ist noch länger. Wo war denn bitte der obligatorische Prolog, der so untrennbar zu Indy gehört, wie Ketchup auf die Currywurst? Es begann wie ein Prolog, sah aus, schmeckte und roch wie einer, aber hinten rum war es doch schon die eigentliche Story. Wo war der beinahe überlebensgroße Bösewicht, der wegen seines unerbittlichen Fanatismus und seiner diabolischen Verschlagenheit eine echte Bedrohung gewesen wäre? Irina führte Befehle aus und das ohne echtes Herzblut, sondern eher wie Dienst nach Vorschrift und wann ist eigentlich Feierabend. Das Ergebnis war, dass sie wie die Karikatur einer Domina rüberkam, von der sich die Hälfte der Typen im Kinosaal sicher gerne mal den Hintern versohlen lassen würden, aber vor der niemand wirklich Angst zu haben braucht. Wahrscheinlich durfte sie auch deshalb nie direkt gegen Indy ran, sondern musste sich mit Mutt, der harmlosen Hühnerbrust, kabbeln. Denn irgendwie war klar, daß die Dame nicht mehr aufstehen würde, wenn sie von unser aller Held mit Hut eine vor die Zwölf bekommt. Und wo war eigentlich das Feingefühl für die Dramaturgie, das solche Korken verhindert hätte, wie Macs Verrat nach 5 Minuten, der sich kurz vorm Showdown so viel besser gemacht hätte oder der ebenfalls viel zu frühen Enthüllung, daß Indy Mutts Vater ist. Das wäre viel eher ein neckisches ‘Hochzeitsgeschenk’ gewesen, was der Szene den letzten Schliff und eine Extraportion Eierkuchen verpasst hätte.

Bevor ich noch ungerecht werde, will ich auch ein paar positive Dinge wie das entzückende 50er Jahre Zeitkolorit erwähnen, wo wirklich an keinem Detail gespart wurde, das man mit dieser Ära in Verbindung bringt. Eigentlich hat nur noch gefehlt, daß Natalie singend durch die Kulissen hopst, James mit traurigem Blick an der Straßenecke rumlungert und Marilyn ihren Rock über dem Lüftungsgitter fliegen lässt. Hier war einfach alles stimmig, von den Verweisen, was mit Marcus oder Indys Papa passiert ist, bis hin zur Schlägerei im Diner oder der Motorrad-Verfolgungsjagd. Ebenfalls nett - wenn auch eher aus der Not geboren, daß die Russen nicht so tolle Gegner wie die Nazis sind - waren Details wie die Andeutung, daß Irinas Jungs den Grundstein für die Klimakatastrophe gelegt haben, weil sie damals das Regenwaldplattmachen erfunden haben und sich auch sonst wie die letzten Umweltschweine und Tierschinder aufführen durften. So ein Feindbild muss schließlich aufgebaut werden und wenn es mit ‘ungewöhnlichen’, weil aktuellen Mitteln ist *g*. Außerdem war eine bestimmte Szene für mich ein echtes Highlight, bei der alle versammelten Herren im Saal die Augen verdreht haben dürften: Indys entzückende und natürlich viel zu späte Liebeserklärung an die verdammt niedliche Marion, die dank Frau Allens Ausnahmegesicht auch nach 20 Jahren (eigentlich sogar 27) immer noch nur aus lustigen Grübchen und Lachfältchen zu bestehen schien. Da presst dieser Mann, der sonst als Inbegriff der Knurrigkeit und des Pragmatismus daherkommt, alle Gefühle, zu denen er überhaupt fähig ist, in einen einzigen kurzen kitschfreien Satz, der so schön war, daß er wohl jede Frau umgehend in die Deckungsstarre hätte fallen lassen. Wow. Wer hätte Indy sowas zugetraut? Ich jedenfalls nicht. Meine volle Begeisterung bekommt ebenfalls der durchgängige Einbau von Zitaten an die vorhergehenden 3 Teile, auch wenn man das eine oder andere ruhig noch weiter hätte auswalzen können, anstatt es nur am Rande zu erwähnen. Diese Extrapackung Nostalgie passte schön zum Abschluss-Feeling der Serie, dem durch Indys und Marions Hochzeit noch die passende Cocktailkirsche aufgesetzt wurde. Ich weiß, ich weiß – das Franchise soll mit Herrn LaPuff weitergeführt werden. Aber glaubt hier jemand ernsthaft, daß ich dieser Tatsache auch nur eine Sekunde Aufmerksamkeit schenken oder auch nur ansatzweise den Namen Jones mit ihr in Verbindung bringen werde? An dem Tag feiert die Höllencrew weiße Weihnachten.

Wo ich die ganzen Darsteller bereits erwähnt habe, muss ich direkt noch mal ein bisschen näher an sie ran: Harrison Ford war wie immer unantastbar grandios in seiner Paraderolle und wirkte auch in den Actionszenen hundert Mal beeindruckender, als alle anderen zusammen. Er hatte offenbar Spaß an den dauernd präsenten Spitzen gegen sein Alter und es sichtlich genossen, diese ad absurdum zu führen. Er kann es einfach immer noch und ist immer noch scharf bis Anschlag. Yesss! Wer hier ernsthaft bemängelt, daß Harrison für irgendwas zu alt ist oder alt aussieht, der ist entweder 12 oder hat was an den Augen. Bei Karen Allen, dem besten Indy-Girl aller Zeiten, verhält es sich ebenso: Erfrischend wie am ersten Tag und der Schalk springt einen aus ihren Funken sprühenden Augen auch heute noch direkt an. Sie hat sich nicht nur ihr umwerfendes Lachen bewahrt, sondern dadurch auch einen Charme und einen Esprit, von dem aktuelle Sternchen nur träumen können. Leider hatte sie nicht wirklich viel zu tun, aber wenn sie am Drücker war, dann glühte die Leinwand. Gegen so viel Präsenz haben es die anderen natürlich schwer. Cate Blanchett hat sich wie immer wund gespielt, hatte aber gegen ihren unterdurchschnittlich entwickelten Charakter keine Chance. Ray Winstone, John Hurt und Jim Broadbent erging es kaum anders. Da hätte ich mir eine halbe Stunde mehr Laufzeit und somit mehr Raum für diese Figuren gewünscht. Wer bleibt jetzt noch übrig? Ohwei. Shia LaPuff…ach neee, LaBeouf ist ohnehin immer zu blass bzw. unbeeindruckend und sein Gesicht bleibt ebenso wenig wie sein Name hängen. Da half auch sein ewiges Rumgezappel genau so wenig, wie seine unsinnig große und hauptsächlich durch weiter oben erwähnte Klamauk-Kindergartenszenen künstlich aufgepumpte Rolle. Er wurde von Filmminute zu Filmminute immer nur nerviger und unausstehlicher und ich verfluche und verwünsche George Lucas zwar nicht für die Existenz Mutts, aber für die Besetzung, für die Mutt-Überdosis und alle Pläne punkto Indiana LaPuff. Irgendwann müsste doch eigentlich auch ein Herr Lucas den Hals und das Bankkonto mal voll genug haben.

Kann es sein, daß das hier bereits das längste Lola-Review aller Zeiten ist? Ups. Sorry. Hatte ich gar nicht vor, aber die Indy-Leidenschaft hat mich wohl übermannt. Und weil ich grade so schön in Fahrt bin, hör ich jetzt lieber auf, denn es soll ja schon Leute gegeben haben, die sich totgescrollt haben. Verdammt. Jetzt kommt die Bewertung, um die ich mich bis hier erfolgreich gedrückt hab. Ich könnte ja einfach das Kultschildchen raushängen, aber so einfach möchte ich es mir dann doch nicht machen. Im Grunde verdient Indy und der Kristallschädel insgesamt nicht mehr als 6 Punkte. Aber es ist Indy und ich will ihm keine 6 Punkte geben! Eben weil es Indy ist! Also zähle ich einfach für den Hut, für Harrisons immer noch verdammt umwerfenden Sexappeal, für Karens Grübchen und die ganzen Verbeugungen vor den alten Streifen jeweils einen halben Punkt dazu. So. Jetzt kriegt Indy 8 Punkte. Warum ich das mache? Weil ich es kann und weil ich wegen Indy nen Hormonkoller hab. Hach Dr. Jones. Hach Harrison.

★★★★★★★★☆☆ 8/10 (mit zugedrückten Hühneraugen und zwei dazugeschummelten Punkten)

 
 

Es wird wolkig

Kram & Zeugs

Lizenz


Aboquatsch
Add to Technorati Favorites
Add to Google
Join My Community at MyBloglog!
Mit Bloglines abonnieren

Jibbs ooch noch
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Bloggeramt.de

Bits about moi






Mist! Ich bin nur
Bist du Zombie-Proof? Teste dich!

Bin irgendwo zwischen
Egoload - Analytischer DenkerundEgoload - Unabhängiger Denker