[REC]

von Himbeerlola um 3:57 da reingeschubst: Film

Originaltitel: [REC]
Genre: Horror, Thriller, (unfreiwillig) Comedy
Land: Spanien
Jahr: 2007
Regie: Jaume Balagueró und Paco Plaza
Darsteller: Manuela Velasco, Javier Botet, Manuel Bronchud, Martha Carbonell, Vicente Gil, uvm
Läuft ab: 08.05.2008
Offizielle Webseite:
www.3l-filmverleih.de/rec

Inhalt: Fernsehmoderatorin Angela Vidal und ihr Kameramann Pablo wollen eigentlich nur für eine Reality-Soap die Nachtschicht in einer Feuerwache dokumentieren. So denken sie sich nichts weiter, als die Feuerwehrmänner zu einem Routine-Einsatz in ein altes Mietshaus gerufen werden. Dort sollen sie der Polizei die Tür zur Wohnung einer alten Frau öffnen, die offenbar hilflos ist und sich durch Schreie bemerkbar gemacht hat. Doch dann werden die Helfer von der blutverschmierten Frau in der Wohnung angegriffen. Ein Polizist wird von ihr sogar gebissen und schwer verletzt. Da das Gebäude aber mittlerweile vom Gesundheitsamt abgesperrt wurde, sind das Fernsehteam, die Beamten, die Feuerwehrmänner und die Mieter im Haus gefangen. Dann bricht plötzlich die Hölle los.

Lola meint: Hurra. Tröööt. Und noch ein Wackelcam-Film. Was ich grundsätzlich von diesem Subgenre halte oder anders gesagt daran hasse, habe ich letztens schon mal beiläufig erwähnt. Immerhin - was der Trailer zu Cloverfield nicht geschafft hat, hat zumindest der [REC]-Trailer hingekriegt: Ich hab mal kurzzeitig meine Abneigung gegen verwackelte Pseudo-Amateurbilder beiseite gepackt und mir den Streifen angesehen.

Wie ich der offiziellen [REC]-Webseite entnehmen darf, haben die beiden Regisseure Jaume Balagueró und Paco Plaza absichtlich den Mockumentary-Stil gewählt, um so viel Angst und Schrecken wie möglich zu verbreiten. Ich fände es besser, wen die beiden so ehrlich wären zuzugeben, daß sie nur deshalb auf ein anständiges Bild verzichtet haben, weil sie a) der irrigen Annahme waren, daß sie dadurch ihr Butterbrotpapierdünnes Drehbuch besser vertuschen können - sofern ein solches überhaupt existiert hat – und es b) gerade furchtbar hip ist das Publikum seekrank zu machen. Wenn nämlich überhaupt irgendwas an [REC] auffällt, dann ist es das mit Gewalt in die Story gepreßte Fernsehteam, das für die Storyline überflüssig wie eine Zecke am Hintern ist und offensichtlich nur als Alibi für das Kameragewackel und obendrein als Füllmaterial dient, um überhaupt auf Spielfilmlänge zu kommen.

Halt. Ich könnte mir sogar noch einen dritten Grund vorstellen: Jaume und Paco wollten sich wahrscheinlich einen Spaß machen und mich mit ihrer miesen Hauptdarstellerin bis zur Weißglut nerven. Manuela Velasco, die die Moderationspraktikantin Angela gibt und deswegen während 98% des Films im Bild ist, fährt mangels Talent entweder die penetrante Bambi-Niedlichkeitsschiene oder macht einen auf völlig überdrehtes, dauerquasselndes Nervenbündel, womit sich ihr Spektrum auch schon erschöpft hätte. Man könnte meinen, daß das an Talent für einen Horrorfilm reicht, aber blöderweise machen ihre limitierten Fähigkeiten die Dame so unsympathisch, daß mir ihr Schicksal komplett egal war und ich mir schon recht früh nur noch gewünscht habe, die ‘Infizierten’ würden sie endlich zum Schweigen bringen.

Wer meint, daß ich bereits die Hasskappe auf habe, der liegt falsch, denn die ziehe ich jetzt erst aus der Schublade. Kommen wir zum oben erwähnten kaum vorhandenen ‘Drehbuch’. Allein das Wort dürfte schon länger sein als das Skript, das Jaume und Paco wahrscheinlich auf ein Tempotaschentuch gekritzelt hatten. Obwohl der Streifen noch nicht mal die magische 90 Minuten Grenze schafft, haben die beiden trotzdem jede sich bietende Gelegenheit genutzt, um die Charaktere so unglaubwürdig wie möglich erscheinen zu lassen. Ich möchte gerne mal Polizisten und Feuerwehrmänner sehen, die im Einsatz sofort komplett ausflippen, rumrennen wie ein Hühnerhaufen und konsequent nur noch völlig hysterisch irgendeinen Blödsinn veranstalten, nur weil etwas Unvorhergesehenes passiert bzw. weil ein Kollege verletzt wird. Das ist mindestens ebenso unglaubwürdig wie der Vorgang, daß das Gesundheitsamt wegen einer Meldung eines Veterinärs über einen unbekannten Krankheitserreger bei einem Hund innerhalb von ein paar Minuten einfach mal so das ganze Haus abriegelt und keinen mehr raus lässt. Klar doch. So einen Schwachfug empfinde ich in einem Film, der sich gerne als ‘realistisch’ darstellen will und deswegen einen auf Pseudo-Doku macht, um so mehr als persönliche Beleidigung und da hört der Spaß auf. Da ist es fast schon Nebensache, daß der ganze Streifen und jeder seiner armseligen Schockeffekte so vorhersagbar wie der Inhalt des nächsten Pilcher-Films im ZDF ist.

Und was lernen wir daraus? Grundloses Herumgerenne nebst dauerndem hysterischen Geplärre und einer mich um den Verstand quatschenden Angela (stirb endlich, du Aas!) erzeugt noch lange keine Spannung. Das Einzige, was an [REC] einigermaßen gefetzt hat, waren die letzten paar Minuten im Nachtsichtmodus inklusive eines Zombies einer Infizierten, die aussah wie Kate Moss ohne Klamotten, aber dafür mit riesigem Schiesserschlüpper. Dafür leier ich mir zwei Gnadenpunkte raus und weil ich grade in großzügiger Stimmung bin, ignoriere ich sogar die blöde Holzhammer-Erklärung mit der besessenen Göre, sonst müsste ich die Gnadenpunkte nämlich gleich wieder abziehen.

★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 2/10

5 x Fremdplörre

  1. zonk:

    Oh oh, [Rec] ist ja gar nicht gut weggekommen. Aber “Wackelcam-Film” ist eine gute Bezeichnung für das Subgenre ;)

  2. Himbeerlola:

    Nunja…Filme, die mich zu Tode langweilen kommen eigentlich bei mir NIE gut weg (es sei denn, ich hab grade Schlafstörungen und benutz die Dinger als Einpennhilfe). [REC] wäre dafür ein super Kandidat. Kotz.

  3. bullion:

    Mir hat’s gefallen. Habe selten so einen effizienten Schocker gesehen - zugegebenermaßen hauptsächlich in den letzten Minuten, aber die waren wirklich intensiv.

  4. Xander81:

    Also ich fand ihn auch gut… und auf spanisch scheint sie weniger zu nerven, keine Ahnung wie die deutsche Synchro ist. 8/10 deshalb, aber natürlich ist das nur meine Meinung ;)

  5. Trackbacks:

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