Ridley Scott schickt Crowe und Miller in den Sherwood Forest

um 2:10 da reingeschubst: Film, Internet, Preview || Fremdplörre: Comments (2)

Um eins gleich mal vorneweg klarzustellen: Alan Rickman hat mich ein für alle mal für jeden weiteren Robin Hood Streifen verdorben. Was er da 1991 abgeliefert hat, kann nicht getoppt werden und who the fuck is dieser Kevin? Hat der auch mitgemacht? Aber da Weihnachten auch dieses Jahr nicht abgesagt wird, mache ich für Ridley Scott eine Ausnahme und erwähne hiermit seine geplante Robin Hood Verfilmung mit dem für dieses Thema mal ‘anderen’ Titel Nottingham. Das mache ich nur, weil Ridley für Blade Runner, Alien, Black Rain, Thelma & Louise und ja - auch für Gladiator und Hannibal auf ewig einen dicken Stein bei mir im Brett hat. Er kann zwischendurch ruhig noch so viel Quatsch zusammendrehen und ich nehms ihm nicht übel. Und ausserdem hat Herr Scott es doch tatsächlich wieder geschafft, die von ihm höchstselbst erschaffene Diva Russell Crowe zu überreden die Titelrolle anzunehmen (aller guten Dinge sind drei passt hier allerdings nicht so ganz, denn Ein gutes Jahr hiess zwar so, war aber eher ein einschläferndes).

Back to Nottingham, der die altbekannte Story angeblich gegen den Strich bürsten will und einige Überraschungen parat haben dürfte: Russell soll einen netten (!!!) Sheriff geben, der sich in Lady Marian (Sienna Miller) verguckt, woraus dann ein pikantes Liebesdreieck entsteht, denn Marian ist mit einem abgeranzten Hooligan und Hobbytaschendieb namens Robin am rummachen. Oder so ähnlich. Jedenfalls soll Nottingham eher als Komödie (RomCom?) angelegt sein, woran ich aber im Moment noch nicht so richtig glaube, denn erstens gibts bisher nur Spekulationen und zweitens äh…Russell in ner Komödie? Das fällt eindeutig unter Dinge, die ich mir nicht vorstellen kann und will. Und schiefgehen tuts auch. Ganz bestimmt.
(via)

Snow Cake

um 4:03 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© KinoweltInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Gerade, als die Anhalterin Vivienne (Emily Hampshire) bei ihm eingestiegen ist, wird der verschlossene Alex (Alan Rickman) in einen Autounfall verwickelt. Das Mädchen stirbt noch am Unfallort. Voller Schuldgefühle sucht Alex Viviennes Mutter in dem kanadischen Kaff Wawa auf, doch Linda (Sigourney Weaver) ist Autistin und kann deshalb ihre Trauer nicht zeigen. Alex beschließt ein paar Tage zu bleiben, bis Lindas Eltern zur Beerdigung eintreffen. Immer mehr nimmt er an ihrem Leben teil und beginnt außerdem noch eine Affäre mit der Nachbarin Maggie (Carrie-Anne Moss), die alle Gefühle routiniert auf Distanz hält. Doch langsam beginnen sich die Charaktere zu wandeln, und als der Schnee zu schmilzen beginnt, ist das Leben für keinen der drei mehr so, wie es vorher war.

Lola meint: Habt ihr auch bestimmte Filme für bestimmte Lebenslagen? Bei mir sind ist es z.B. an Weihnachten “Scrooged” oder “Wir sind keine Engel“, an Ostern zieh ich gern mal “Das Leben des Brian” (Jehova!) aus dem Regal und wenn es mir mies geht, wandern Herzwärmer wie “Löwen aus zweiter Hand” in den Player. “Snow Cake” ist für mich ein heißer Kandidat für die Herzwärmer-Abteilung, denn als der Abspann lief, hatte ich dieses spezielle kuschelig-wohlige Gefühl.

Wer jetzt meint, daß wir uns gerade mitten in den Kitschtümpel stürzen, der irrt. Selten war ein Streifen weniger zuckrig, denn wenn es in “Snow Cake” etwas im Überfluß gibt, dann sind es Probleme: Depressionen, Schuldgefühle, Trauer, Verzweiflung, Autismus, Kleinstadtmief, bösartige Gerüchte, Totschlag, Verständnislosigkeit, Hilflosigkeit und der vergebliche Wunsch nach Absolution. Dieser Berg Unglück wird auch noch in düstere oder wahlweise durch den Schnee eiskalt glitzernde Bilder verpackt. Na? Hab ich euch verscheucht? Hiergeblieben!

Regisseur Marc Evans hatte ein tolles Drehbuch, kein Geld und einen seiner Meinung nach unerfüllbaren Traum: Er wollte Alan Rickman für die Hauptrolle. Schön, daß Alan seine Gage total egal war und er nach der Lektüre des Buches nur 5 Minuten brauchte, um zuzusagen. Durch weitere Fügungen stießen sogar noch Sigourney Weaver für die weibliche Hauprolle und Carrie-Anne ‘Trinity’ Moss als beziehungsgeschädigtes Love-interest zum Cast. Das Ergebnis war ein verdammt glücklicher Regisseur und, hiermit bestätigt, ein wunderbar erzählter Film, in dem Alan und Sigourney die für mich unwerfendsten Leistungen ihrer bisherigen Karrieren zeigen. Rickman spielt den vom Schicksal geprügelten Alex so zurückhaltend und traurig, daß ich ihn am liebsten auf den Arm genommen und getröstet hätte. Er läßt den Beobachter in jedem beschissenen Moment mitleiden und wenn es schon fast nicht mehr schlimmer werden kann, muß er sich zusammen mit uns auch noch komplett überfordert mit der autistischen Linda auseinandersetzen, die von der regelrecht entrückten und nie überzeugenderen Sigourney Weaver performt wird. Sigourney hat sich ein geschlagenes Jahr auf diese Rolle vorbereitet und sogar eine Weile bei einer Autistin mit Asperger-Syndrom gewohnt, um die an demselben Defekt (nicht)leidende Linda so realistisch wie möglich spielen zu können. Das Ergebnis der ganzen Mühen kann man nur als umwerfend bezeichnen.

Das klingt alles reichlich deprimierend für einen einzigen Film. Ist es auch, aber eine federleichte Tragikomik und die Tatsache, daß am Ende ein Lächeln und erlösende Hoffnung steht, läßt ein echtes Feelgood Movie in unsere Herzen schleichen. Schnee ist der – in diesem Fall - weiße Faden und das Gerüst, auf dem die Geschichte ruht. Er visualisiert die von einer gefrorenen Schicht bedeckten seelischen Wunden, die sich langsam aber unaufhaltsam wie Frühlingsblumen ihren Weg ans Licht bahnen, um geheilt zu werden. Und er hat eine ganz besondere Bedeutung für Linda, aus der sich auch der Filmtitel erklärt. Aber seht, erlebt und erfahrt selbst…

Offizielle Webseite zum Film

 
 

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