Rundumschlag durch die aktuelle US-Serienlandschaft

um 3:44 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Mir ist gerade nach einer kurzen Bestandsaufnahme von aktuell laufenden bzw. bald endenden US-Serien, die meinen Wochenguckplan bestimmen oder mal bestimmt haben:

Lost
Die Inselmär mit Mysteryeinschlag hat damals durchaus spannend angefangen. Die raffinierte Masche für jede beantwortete Frage fünf neue Rätsel aus dem Hut zu zaubern erschien innovativ, auch wenn diese Strategie eigentlich nur von Akte X geklaut und auf die Spitze getrieben wurde. Das hat bei mir allerdings nur eine Staffel lang funktioniert. Spätestens mit Beginn der 2. Staffel fühlte ich mich langsam aber sicher verarscht. Außerdem ging es mir tierisch auf die Nüsse, daß man die Storys der einzelnen Folgen locker in 10 statt 45 Minuten hätte erzählen können und ich mir dadurch vorkam, als würde ich ständig auf einem abgelabberten Kaugummi herumkauen. Als ob das alles nicht schon negativ genug wäre, stieg der Nervfaktor von 95% der Protagonisten auf ein unerträgliches Level und deshalb hab ich mir nach Folge 5 der 2. Staffel gesagt: Abschalten!

Dr. House
Beste Krankenhausserie mit dem besten Quacksalber straight from Hell. Daran hat sich nix geändert und wird es auch nicht. Punkt.

Desperate Housewives
Die verzweifelten Hausfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs gingen damals als Sex and the City gelobpreister Nachfolger on air. Sind wir mal ehrlich: So gut wie Carrie & Co sind die bekloppten Nudeln aus der Wisteria Lane nicht ganz. Es fehlt allerdings nicht viel. Der Plot um die finsteren Abgründe hinter den weiß lackierten Vorstadtgartenzäunen kann immer wieder durch neue Hinterhältigkeiten und beißende Ironie begeistern. Die erste Staffel war einfach nur hervorragend, da kann ich nicht meckern. Dagegen stank die 2. Staffel merklich ab, weil sich die Damen zu sehr auf der Stelle bewegten und von einer Weiterentwicklung der Charaktere kaum etwas zu spüren war. Zum Glück kam jetzt kurz vorm Staffelfinale nochmal Drive in die Sache, was die Vorfreude auf Staffel 3, die Pro7 ab 06. März netterweise ohne Pause gleich drantackert, deutlich erhöht. Einschalten!

Grey’s Anatomy
Zweitbeste Krankenhausserie – in der Thronfolge also direkt nach House. Hier steht nicht so sehr die Einzelperson, sondern das gesamte Team im Mittelpunkt, was sich als weises Konzept herausgestellt hat, denn Grey’s unterliegt demselben Phänomen wie O.C., California: Die Nebenfiguren sind 100x interessanter, aufregender und lustiger als die Hauptfigur. Das liegt daran, daß sich Ellen Pompeo aka Meredith Grey als recht talentfreie Zone entpuppt hat und ihre augenscheinlich durch eine Überdosis Botox erstarrte Mimik mit einer angemessenen Reaktion auf die ganzen Problemchen, die immer wieder auf Meredith zurollen, schlicht überfordert ist. Womit zusätzlich zu Nicolas Cage mal wieder bewiesen wäre, daß ein einziger Gesichtsausdruck für die Berufswahl Schauspieler definitiv zu wenig ist. Aber es gibt zum Glück ja noch Streberleiche Christina (die rockt), die durchgedrehte Izzie, den trotteligen George, das Schandmaul Bailey, die verzweifelte Addison (die bald ein eigenes Spin-Off bekommt!) und wie sie alle heißen. Deshalb: Einschalten!
(btw…ich würde zu gerne mal House zusammen mit Christina und Bailey in einen Raum sperren und Wetten darauf abschließen, wer das Zimmer lebend verlässt)

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

um 4:00 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

© WarnerInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: 1969: Der Vietnam-Konflikt ist außer Kontrolle geraten, mit katastrophalen Folgen und unermesslichen Verlusten für die Vereinigten Staaten. Per Wehrpflicht bekommt die Militärmaschine neues Futter. Der 18-jährige Dean Hill wird eingezogen, doch bevor er sich zur Musterung melden kann, beschließt sein Bruder Eric, Dean zu überraschen: Eric hat bereits Kampferfahrung in Vietnam und möchte sich trotz der Einwände seiner Verlobten zusammen mit Dean erneut zu seiner Marine-Corps-Einheit melden, damit er als älterer den ziellosen Rekruten im Auge behalten kann. Doch leider will Dean von den Plänen seines älteren Bruders nichts wissen: Er will sich vor der Einberufung drücken und nach Mexiko fliehen. Seine energische Freundin unterstützt ihn dabei. Doch weil die beiden Paare nicht ahnen, welche Auseinandersetzung tatsächlich auf sie wartet, wollen sie auf einer Fahrt durch Texas noch einmal richtig einen draufmachen. Auf ihrem Ausflug bekommt das fröhliche Gespann von den unheimlichen Motorradfahrern Holden (Lee Tergesen) und Freundin Alex (Cyia Batten) einen gehörigen Schrecken eingejagt: Alex verfolgt den Jeep der vier und provoziert einen gefährlichen Unfall - Chrissie wird aus dem Wagen geschleudert. Alex will die Verletzten gerade ausrauben, als Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey) am Unfallort erscheint und die Killerin vom Schlimmsten abhalten kann. Chrissie versteckt sich in einem Gebüsch und beobachtet, wie der Sheriff Alex kaltblütig umbringt, anschließend die Freunde grundlos verspottet und sie dann in den Streifenwagen verfrachtet. Was Chrissie nicht ahnt: Hoyt ist auf dem Weg zum Haus der Hewitts, wo Leatherface (Andrew Bryniarski) und der übrige Hewitt-Clan bereits warten.

Lola meint: Der Fleischer ihres Vertrauens hat heute frisches Gehacktes im Angebot. So kommt es mir im Moment zumindest vor, denn nach Saw III und Dreamgirls hab ich mir gleich nochmal einen Horrorfilm gegeben…;o) Fortuna ist mir alter Bluthexe zur Zeit wohl besonders freundlich gestimmt – zumindest in Bezug auf das Kinoprogramm. Womit ich schon eine besonders geschmeidige Überleitung habe, denn zum einen läuft The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning noch in unseren Lichtspielhäusern, aber zum anderen habe ich die unverschämt gekürzte Kinoversion keines Blickes gewürdigt und mir lieber die ungeschnittene Fassung per US-DVD zu Gemüte geführt.

Uuuuh. Ich hör sie schon wieder alle rumnölen: ‘Die Lola ist geil auf Eingeweide und total krank im Kopf!’. Stimmt. Oder doch nicht, denn bei TCM: The Beginning handelt es sich um das Prequel zu Marcus Nispels völlig verkacktem TCM-Remake aus dem Jahre 2003. Was das jetzt damit zu tun hat, daß man sich - wenn überhaupt - lieber die ungeschnittene Fassung geben sollte? Dann zählt mal 2 und 2 zusammen: Wenn sich Leatherface 2003 in der Urgeschichte immer noch fröhlich durch die Botanik und verblödete Teenies häckseln durfte, hat man ihn in der Vorgeschichte logischerweise nicht erwischt. Das senkt die Lebenserwartung seiner ersten Opfer ebenso gen Null wie die Spannung, ob dem rumkreischenden Kettensägenfutter wohl die Flucht gelingt. Demnach sind die Splatterszenen der einzige Grund sich den Streifen überhaupt anzutun. Blöderweise war Warner nicht der Ansicht und hat fürs europäische Kino munter die Schere angesetzt. Das Warum bleibt wohl auf ewig deren Geheimnis. Oder hatten die Angst, daß wir europäischen Luschen heulend aus der Vorführung rennen? Verdammt, jetzt kann der genervte Splatterfan nicht mal die FSK bespucken, die in den letzten Jahren erfreulich lasch geworden ist und TCM: The Beginning höchstwahrscheinlich in Originallänge durchgewunken hätte. Aber was klugscheiß ich hier eigentlich rum? Ab zu Leatherface und seiner geliebten Kettensäge.

Im Endeffekt habe ich die Quintessenz schon vorweg genommen: Der unzensierte Splatter ist topp und der Film selbst übelst öde. Regisseur Jonathan Liebesman hat bereits mit seiner einzigen Referenz auf diesem Gebiet, Der Fluch von Darkness Falls, bewiesen, daß er keine Ahnung von Horror hat und höchstens seine arme Oma erschrecken kann. Wahrscheinlich ist er sich dessen auch bewusst, denn im Grunde hat er vor lauter Unsicherheit Nispels mieserabliche Vorlage gleich nochmal verfilmt. Die Leatherface-Fanschar freut sich zwar, daß sie endlich etwas über den Werdegang ihres Idols erfährt und auch der Grund abgehandelt wird, wieso seine Sippschaft zum Kannibalismus konvertierte, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind alle hier gelieferten Begründungen halbherzig und ideenlos bis zur Unglaubwürdigkeit - also komplett für den Arsch. Liebesman demontiert mit dieser fahrlässig hingeschluderten Vorgeschichte die Legende und beschädigt den Charakter Leatherface nachhaltig. Zur Strafe müßte man ihn schön sauber als Paket verschnürt an Jason Vorhees schicken.

Aber kommen wir zu angenehmeren Details, denn der Film hat neben absolut hervorragendem Gemetzel, einer zugegeben herrlichen Optik und lustig auf Pornofilmniveau agierenden Jungdarstellern vor allem eins zu bieten: R. Lee Ermey als Sheriff Hoyt. Wer meint, daß er schon in Kubrick’s Full Metal Jacket gottgleich performt hat, der muß ihn hier mal erleben. Der geneigte Zuschauer glaubt ihm und seinen schwarzen Knopfaugen in jedem Moment vorbehaltlos, daß er verrückt wie eine Scheißhausfliege ist. Es kommt noch besser, denn wenn sich Ermey in der Liegestütz-Szene auch noch genüsslich selbst bzw. seine legendäre Rolle als Gunnery Seargent Hartman zitieren darf, hat der Cineast glatt Tränen der Rührung in den Glotzern. Der Mann setzt im Vergleich zur 2003er Version locker noch einen drauf, spielt einfach alles und jeden in Grund und Boden und man ist in Hinsicht auf den Film fast versucht ‘Perlen vor die Säue’ zu sagen. Da ist es nur gerecht, daß ihm das holpernde Drehbuch ein paar brillante One-Liner in den Mund legt, die garantiert in die Annalen der Filmgeschichte eingehen werden, während Leatherface ob Ermeys Präsenz ein ziemliches Schattendasein fristet. Geh doch schmollen und spiel mit deiner Säge.

Ich war selten so hin- und hergerissen, ob und für wen ich denn eine Anguck-Empfehlung aussprechen kann. Ich versuche die Zielgruppe mal einzugrenzen: R. Lee Ermey Fans, Freunde von humorlosem Horror, Backwood Junkies und unverbesserliche Gorehounds vortreten und auf die hiesige VÖ der Unrated-DVD warten, denn ein Kinobesuch lohnt wegen der Zensur nicht. Der Rest darf zurück ins Glied. Marsch, Marsch!

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Dreamgirls

um 4:07 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

© ParamountInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Detroit in den 60er Jahren: Mit einem guten Live-Auftritt am Abend kann man sich zwar ins Gespräch bringen, aber im Radio hört man seine Songs deshalb noch lange nicht. Es ist diese Zeit, in der eine neue Art von Musik geboren wird - ein Sound, dessen Wurzeln tief in der Seele Detroits verankert sind, bei dem Lieder mehr aussagen als das, was ihre Oberfläche zeigt. Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx) arbeitet als Autoverkäufer, aber sein Traum ist es, im Musikgeschäft Karriere zu machen, sein eigenes Plattenlabel zu gründen und seine Musik in den großen Radiosendern des Landes zu hören. Alles was Curtis braucht, ist der richtige Ansatz, das richtige Talent, das richtige Produkt. Deena Jones (Beyoncé Knowles), Lorrell Robinson (Anika Noni Rose) und Hauptsängerin Effie White (Jennifer Hudson) sind “The Dreamettes” - und sie sind spät dran für eine lokale Talentshow, wo sie mit ihren billigen Perücken und selbstgenähten Kleidern auftreten wollen. Sie hoffen, dass ihnen ihr Talent und der pure Wille zum Erfolg verhelfen. Sie sind jung. Sie sind umwerfend. Und sie sind genau das, wonach Curtis sucht. Alles was sie tun müssen, ist, ihm zu vertrauen…

Lola meint: Wie sich einige öfter vorbeisurfende Mitbürger sicherlich erinnern können, hatte ich mich vor ein paar Tagen noch strikt geweigert mir die Dreamgirls reinzutun und geschworen, daß mich nicht mal der übermäßige Konsum von alkoholischen Getränken dazu bewegen könnte. Vorhin habe ich mir ehrlich gesagt eine gewisse Anzahl Umdrehungen sehnlichst gewünscht, denn eine gute Freundin hat mich glatt unter Androhung von Waffengewalt und sofortiger Kündigung jeglichen weiteren Kontakts ins Kino gezwungen. Womit mal wieder bewiesen wäre, daß im Namen der Freundschaft die grausamsten Verbrechen begangen werden. Würde bitte jemand bei Aktenzeichen XY anrufen?

Da ich von dem eben gesehenen immer noch unter Schock stehe mache ich es kurz, denn etwas anderes wäre für diesen Streifen ohnehin zuviel der Ehre. Zuerst wäre da das praktisch nicht vorhandene, aber dafür wenigstens in jeder Filmsekunde exakt vorhersagbare Drehbuch. Darüber könnte man eventuell noch hinwegsehen, denn Dreamgirls ist bekanntlich nur ein verfilmtes Musical und entsprechend sollte man von der Storyline auch nichts erwarten. Leider ist neben einer vernünftigen Geschichte auch jegliche Dramaturgie abgängig, was die heillos übertriebenen 130 Min Laufzeit ungleich schmerzhafter macht.

Jetzt fragt sich der aufmerksame Ottonormalkinogänger natürlich, wie der Streifen dann auf 130 Minuten kommt, wenn die ganze Zeit nichts Aufregendes passiert? Ganz einfach: Es wird gesungen. Und gesungen. Und außerdem gesungen. Hatte ich schon erwähnt, daß da dauernd gesungen wird? Jaaa, ich weiß. Es ist ein Musical. Aber trotzdem hätte man mindestens 113 der gefühlten 119 Gesangseinlagen streichen können, denn sie existieren nur zum Selbstzweck und helfen der Story kein Stück weiter. Außerdem hören sich die Nummern, die ich eben zur Streichung vorgeschlagen habe, auch noch alle gleich an. Das grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung.

Ein kleines bisschen Vergnügen kann ich trotzdem verbuchen, was sich ausschließlich die schauspielernde Fraktion als Pluspunkt notieren darf. Fraglich, ob die das wollen, denn mein Vergnügen war eher boshafter Art. Jamie Foxx (allein dieses Doppel-X bringt mich schon auf die Palme) spielt endlich mal das egoistische, hinterhältige Riesenarschloch, für das ich ihn immer gehalten habe. Der Junge verleiht dem Begriff ‘unsympathisch’ ohnehin mit jedem Tag seiner Existenz eine neue Bedeutung, stößt hier allerdings in ungeahnte Dimensionen vor. Als ob das für einen Film nicht völlig reichen würde, werden wir auch noch Zeuge, wie sich ein so genannter ‘Star’ selbst demontiert: Beyoncé braucht gar nicht erst spielen, denn sie ist ganz einfach die allseits bekannte künstlich gehypte Mittelmäßigkeit auf zwei Beinen, deren ausdrucksloses Plastikpuppengesicht in keinem Moment von dem dünnen Stimmchen abzulenken vermag. Was für ein Fest – nur leider nicht für die Gehörgänge.

Mein persönlicher Albtraum, der allseits bejubelte Eddie Murphy, liefert eine handwerklich gute Performance ab, was ich bei einem Schauspieler mit seiner Berufserfahrung allerdings voraussetze. Seine lächerliche Oscarnominierung wird durch den Auftritt in keinster Weise gerechtfertigt. Ich hoffe inständig, daß dieser Kelch in 14 Tagen an ihm und mir vorüberzieht. Wo er bitte nicht vorüberziehen sollte, ist Jennifer Hudson. Die Frau entpuppt sich in ihrem Filmdebüt als Naturgewalt – sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch. Dreamgirls wäre ohne sie einen Dreck wert und ich verstehe nicht so ganz, warum sie nur unter “Beste Nebenrolle” läuft, denn sie stiehlt alles und jedem die Show. Wer ihre Rolle guten Gewissens nach Screentime einstuft, der hat den Schuss nicht gehört, zumal sie schätzungsweise vielleicht 5 Minuten weniger im Bild ist, als die sterbenslangweilige Frau Knowles.

Wollte ich das hier nicht eigentlich kurz halten?? Dann aber ganz schnell das Fazit: Der Film hat den Nährwert von Fensterkitt und ist auch noch mindestens eine dreiviertel Stunde zu lang. Nur die Jenny, die rult alles wech. Und ich geh mir jetzt doch noch einen ansaufen, um den Schund ganz schnell wieder zu vergessen. Prost.

Offizielle Webseite zum Film

Oomph! rocken den Bundesvision Song Contest 2007

um 2:48 da reingeschubst: Fernsehen || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Was geht denn hier? Da muß ich mich glatt Eeeewigkeiten abplagen, um mich bei Wordpress einzuloggen und ein paar Gemeinheiten zum BuViSoCo 2007 abzulassen. Zeitüberschreitung, Seite kann nicht angezeigt werden, bla, ect., pp, usw. Server abgekackt oder was? Jetzt hab ich schon fast keine Lust mehr….

Die gute Nachricht vorneweg: Auch wenn die Altfans wieder die Hände überm Kopf zusammenschlagen und rumjammern, daß im Oomph!-Gästebuch und Forum nach “Augen auf!” die nächste große Invasion der Dero-is-ja-soooo-süüüüüß-Kinder ansteht - ich gönne es den Jungs, daß sie den Wettbewerb sogar mit einem eher lauen Song gewonnen haben. Wenn die Altrogger durch den Quatsch ein paar Scheiben mehr verkaufen und mal wieder die Portokasse auffüllen können, war es doch für was gut.

Andererseits war der Oomph!-Sieg keine Überraschung bzw. große Leistung, denn von Konkurrenz konnte weit und breit keine Rede sein, wenn wir Oberquäke Jan Delay mal kurz vergessen (schon passiert! Jan wer?). Was war DAS denn? Ich habe selten einen peinlicheren Querschnitt durch die deutsche Musiklandschaft bewundern dürfen. Nebenbei weigere ich mich die ganze Schuld auf die Jungs und Mädels vom Ton zu schieben, denn wenn etwas bei dieser Mutantenparade aufgefallen ist, dann die Tatsache, daß kaum ein Aas wirklich singen konnte. Ist es denn so schwer wenigstens jeden dritten Ton zu treffen? Ich hatte meine Ansprüche nach der letzten Ausgabe ja schon arg runtergeschraubt, aber selbst die wurden noch unterboten.

Von den zweifelhaften Sangeskünsten der meisten Delinquenten mal abgesehen, konnte ich auch die Zusammenstellung der Bands kaum fassen. Nach welchen nebulösen Kriterien werden die überhaupt ausgewählt? Hätte man mich als Berlinerin nicht mal fragen können, ob ich es gut finde, daß ich von MIA. vertreten werde? Die Gurkentruppe reißt mit ihrem konsequent erfolglosen Langweiler-Blümchenpop schon seit Jahren nix und wird es auch nicht mehr. Und wäre es sehr gehässig, wenn ich jetzt sage, dass Mieze so klingt wie sie aussieht? (Das ist für meine Verhältnisse schon extrem nett ausgedrückt)

Ferner wäre es nett, wenn mir mal einer verraten könnte, was Totalschäden wie Anajo, Lea Finn, Kalle feat. der eine von Fanta4 und noch ein paar andere total bekiffte Vögel, Manja, Kim ‘ich-hab-vor-Urzeiten-mal-Enie-gefickt-und-konnte-schon-bei-Echt-den-Ton-nicht-finden’ Frank, Tele, Northern Lite und Depeche Mode für Kassenpatienten…äh…Melotron dort verloren hatten? Üüüberhaupt Melotron: Weia! Ich hatte das Pech die Kirmeskapelle vor ein paar Jahren mal als Live-Act auf einer Party über mich ergehen lassen zu müssen. Die waren damals schon mies und haben sich mehr als offensichtlich keinen Deut gebessert. Ich brauch sofort ne Aspirin.

Kann ich überhaupt irgendwas nettes über wenigstens einen einzigen Teilnehmer sagen? Kann ich: Respekt an B-Stinged Butterfly. Der Sänger hatte vielleicht ein Organ, meine Fresse. Wo der hinsingt, da wächst nie wieder was und schon gar kein Gras. Ist es jetzt symptomatisch, daß die Band nur auf Platz 12 gekommen ist?

Sorry, Herr Raab. Die Veranstaltung war zwar aufgepumpt bis zum gehtnichtmehr, aber wie das mit aufgepumpten Sachen meist so ist – es war nur heiße Luft oder wahlweise Silikon drin. Plastikmucke eben. Und ich hab jetzt furchtbar miese Laune.
Bundesvision Song Contest: 0 Punkte.

Die Platzierungen der Teilnehmer:

01. Oomph! feat. Marta Jandová - “Träumst du?” (Niedersachsen)
02. Jan Delay - “Feuer” (Hamburg)
03. Kim Frank - “Lara” (Schleswig-Holstein)
04. Mia - “Zirkus” (Berlin)
05. Pohlmann - “Mädchen und Rabauken” (Nordrhein-Westfalen)
06. Northern Lite feat. Chapeau Claque - “Enemy” (Thüringen)
07. D-Flame - “Mom Song” (Hessen)
08. Jenna+Ron - “Jung und willig” (Sachsen-Anhalt)
09. Anajo - “Wenn du nur wüsstest” (Bayern)
10. Tele - “Mario” (Baden-Württemberg)
11. Lea Finn - “Ich weiß und du weißt” (Bremen)
12. B-Stinged Butterfly - “Liebe” (Saarland)
13. Melotron - “Das Herz” (Mecklenburg-Vorpommern)
13. Manja - “Es ist die Liebe” (Sachsen)
14. Beatplanet - “Dreh dich um und geh” (Brandenburg)
15. Kalle feat. M.A.R.S. Allstars - “Aber Nice” (Rheinland-Pfalz)

SAW III

um 4:39 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (2)

© KinoweltInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Der Killer ringt mit dem Tod. Ein Krebsgeschwür hat sich im Schädel von Jigsaw (Tobin Bell) ausgebreitet. Nur die Maschinen halten das psychopathische Genie noch am Leben. Doch obwohl er bewegungslos im Krankenbett liegt, hat er noch immer alle Fäden in der Hand. Mithilfe seines Schützlings Amanda (Shawnee Smith) entführt er zwei Menschen in seine bizarre Kommandozentrale: die Hirnchirurgin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) und den jungen Familienvater Jeff (Angus Macfayden), die er in grausamen Prüfungen dazu bringen will, den Wert des Lebens zu erkennen. Doch hinter dem perfiden Spiel mit den beiden tut sich ein noch viel größerer Plan auf…

Lola meint: Wenn ich mich für Saw III schon ins Kino gequält habe, bekommt er auch eine etwas längere Besprechung spendiert. Eigentlich würde hier ein ‘Angucken! Und zwar flott!’ völlig reichen, aber ich will mal nicht so sein und allen bisher unschlüssigen Genrefreunden den Kinobesuch ausführlicher und wärmstens ans verfaulte Herz legen.

Probieren wir’s erstmal mit Parolen: ‘Jigsaw is sowas von back!’ oder auch ‘Sadistisch, knallhart und gemein, so sollte jeder Saw-Teil sein!’. Ihr merkt es schon – die Lola ist so entzückt, daß sie sogar reimen tut. Das liegt vor allem daran, daß Saw III im Vergleich zum schwachen 2. Teil die Kurve gekriegt hat und sich auf direktem Weg über Los zu seinen perversen Wurzeln zurück begibt. Das liegt aller Wahrscheinlichkeit nach daran, daß das Saw-Erfinder-Dreamteam James Wan und Leigh Whannell endlich wieder mit vereinten Kräften die Feder geschwungen hat und kein Fremdschreiber reinpfuschen konnte. Aus dem Ergebnis schließe ich ferner, daß James Wan von beiden eindeutig der kränkere Kopf ist, denn beim laschen Vorgänger mit seinen uninspirierten Fallen glänzte der Lümmel durch Abwesenheit.

Aber mal zur Sache: Saw III tut sich mit so herrlich versifften und keimigen Sets hervor, daß man nach dem Abspann erstmal eine Dusche braucht. Die kuschelige Umgebung, die schön düster und kalt mit dem bereits bekannten Grünfilter eingefangen wurde, bildet den Rahmen für einige der perfidesten Foltermaschinen, die je einem gestörten Hirn entsprungen sind. Doktor Lecter hätte an den Apparaturen garantiert seine helle Freude gehabt. Mein absolutes Highlight war der beim Zuschauer ein Höchstmaß an Phantomschmerz verursachende ‘Glieder-Verdreher’, der nicht zuletzt wegen der expliziten Darstellung der Schäden, die er beim Opfer hinterlässt, die Latte für künftige Folterfilme ein ganzes Stück höher hängt. Auch die anderen Häkelarbeiten von Jigsaw konnten sich durchweg sehen lassen, wenn man den im Vergleich recht ‘harmlosen’ Tod im Kühlraum mal ausklammert.

Ab durch die Mitte zur Darstellerriege. Tobin Bell Anhänger dürfen sich über eine Extraportion Screentime ihres Helden freuen. Jigsaw liegt zwar die ganze Zeit halbtot im Bett rum und ist schwer damit beschäftigt seinen unartigen Hirntumor zu dressieren, was ihn aber nicht daran hindert bis zum letzten Atemzug alles und jeden im Griff zu haben. Ups…letzter Atemzug…nu isses raus. Jigsaw stirbt am Ende und das verleitet mich zu einem schönen Gruß nach Hollywald: Stellt bitte sofort die Vorarbeiten zum 4. Teil ein, denn das kann nichts werden!

Der Rest des Casts gibt sich durchweg Mühe, lässt allerdings einen echten Sympathieträger vermissen. Fanclubchefin Amanda aka Shawnee Smith hängt durch gnadenloses Overacting zu sehr die Psychotante raus und nervt schon nach 10 Minuten. Die ebenfalls bereits aus den ersten beiden Teilen als Polizistin bekannte Dina Meyer tritt zu früh ab und Bahar Soomekh kann als depressive und mimisch minderbemittelte Ärztin auch nicht wirklich punkten. Angus Macfadyen (Robert The Bruce aus Braveheart) legt dafür beinahe einen Durchmarsch zum Liebling der Massen hin, wird aber durch seine rachegeile Figur ausgebremst. Also bleibt wieder mal nur Jigsaw zum liebhaben, was nur leider in Teil 3 ebenfalls nicht so recht klappen will, denn er denkt sich zwar hübsche Spiele aus, aber seine Anklagepunkte gegen die Opfer sind wie gehabt arg scheinheilig und seine hässliche Arschloch-Puppe finde ich immer noch total bescheuert.

Jenseits des ganzen visuellen Firlefanzes und der Begeisterung über die ausgeklügelten Morde gibt es diesmal sogar einen anständigen Plot, der etliche offene Handlungsstränge aus den beiden vorangegangenen Teilen aufnimmt und mal mehr, mal minder befriedigend auflöst. Natürlich sind auch wieder ein paar extreme Unwahrscheinlichkeiten am Start, aber über die tröstet der gute Gesamteindruck hinweg. Saw III bildet auf jeden Fall einen würdigen Abschluss der Trilogie - und dabei sollte es auch bleiben. Und nochmal: Pfoten weg von Teil 4!

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Little Miss Sunshine

um 14:24 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: In der Theorie hat Richard Hoover das Leben im Griff, in der Praxis aber besteht Handlungsbedarf. Weder seinen Kunden noch seiner Familie kann er sein Erfolgskonzept verkaufen. Sein Vater fliegt aus dem Seniorenheim, sein Sohn verweigert sich schweigend der Welt. Seine Frau hat das Vertrauen in ihn verloren und sein Schwager fast sein Leben – nach einem Selbstmordversuch. Nur Olive, die Jüngste, wirkt gefestigt und scheint den väterlichen Optimismus verinnerlicht zu haben. Die pummelige Siebenjährige ist fasziniert von Schönheitsköniginnen und will unbedingt an der Wahl zur „Little Miss Sunshine“ teilnehmen, in der alljährlich der junge Beautynachwuchs qualitätsüberprüft wird. Als Olive tatsächlich eingeladen wird, bricht die ganze Familie im VW-Bus nach Kalifornien auf. Auf der Reise liegen bald die Nerven blank und kleinen Krisen folgen große Katastrophen…

Lola meint:Little Miss Sunshine” wird seit Monaten als Geheimtipp gehypt und mit Lorbeeren zugeschüttet, was sich sogar in vier Oscar-Nominierungen niederschlug. Vielleicht war ich schon entschieden zu ‘überinformiert’ als ich mich erwartungsfroh in den Streifen gestürzt habe, denn bei mir hat er längst nicht so eingeschlagen. Die Regienovizen Jonathan Dayton und Valerie Faris präsentieren uns eine als Road Movie verpackte Tragikomödie, die wegen ihrer vielen skurrilen Einfälle ganz putzig ist, aber auch genau aus diesem Grund auf mich einen Tick zu überdreht und gewollt wirkt.

Der Film steht und fällt mit den durchgeknallten Mitgliedern der Albtraumfamilie (bei der man die ganze Zeit froh ist, daß man nicht mit der Mischpoke verwandt ist), wobei es sich als ungünstig erweist, daß eigentlich kaum Sympathieträger zu finden sind. Am ehesten sticht Alan Arkin als aufsässiger Opa heraus, der den Leitsatz aller Rock’n'Roller mal eben in ‘Sex, Drugs and Altersheim’ uminterpretiert und mit dem Konsum von illegalen Substanzen nebst einer Vorliebe für billige Pornoheftchen ziemlich auf die Kacke haut. Leider gibt er im Verlauf des Films zu früh den Löffel ab und lässt uns mit dem Rest seiner buckligen Verwandtschaft sitzen. Greg Kinnear läßt als Loser-Papi zu sehr das Arschloch raushängen, Mutti Toni Collette hat zu wenig zu tun, um einen Eindruck zu hinterlassen und Abigail Breslin als Beautycontest-verstrahlte Tochter nervt einfach nur.

Lediglich der suiziderprobte Onkel Steve Carell und der verstummte Paul Dano als schmollender Sohn haben so ihre Momente. Unterm Strich ist das aber nicht genug, da der ganze Streifen zu allem Überfluß auch noch in jeder Sekunde absolut vorhersagbar ist. So reißt auch die recht gelungene Kritik an der amerikanischen Schönheitswettbewerbs-Industrie nichts mehr heraus und die klebrige Familie-über-alles-Botschaft will nicht zum sarkastischen Grundton passen. Der Sunshine der Little Miss leuchtet leider nicht stärker, als eine Taschenlampe mit alten Batterien.

Offizielle Webseite zum Film

Numb3rs - heute schon was ausgerechnet?

um 12:18 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© CBS & Texas InstrumentsInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Mathematik! Bei dem Wort dürften sich bei vielen Leidgeprüften böse Erinnerungen an die Schulzeit nebst einem flauen Gefühl im Magen und Angstschweiß auf der Stirn einstellen. Ich hab Mathe damals in der Schule – was, wie ich eben entsetzt feststelle, schon mehr als 20 Jahre her ist – eigentlich immer gern gemocht. Zumindest bis zur 8. Klasse, als wir einen neuen Mathelehrer bekamen, der die ungesunde Einstellung hatte, daß Mädchen sowieso zu blöd dafür und entsprechend seine Aufmerksamkeit nicht wert sind und Jungs alles zu können haben. Dazu gesellte sich noch der Umstand, daß er ein echtes Arschloch war und sich einen Spaß daraus machte jeden Schüler mindestens einmal vor versammelter Klasse völlig bescheuert dastehen zu lassen. Typischer Fall von Beruf verfehlt, aber ich schweife mal wieder ab.

Kann eine Serie, die Mathe als Grundthema hat, funktionieren? Sie kann, wie “Numb3rs” beweist. Bereits die erste Staffel, die 2005 noch auf Pro7 ausgestrahlt wurde, hatte mich sofort gepackt, was vor allem an der Hauptfigur, dem sympathisch verpeilten Matheprofessor Charlie Eppes (David Krumholtz) und seinem Sidekick, dem noch verpeilteren Physiker und Kosmologen Larry Fleinhardt (Peter ‘Poughkeepsie’ MacNicol, bekannt als John Cage/”Ally McBeal“) lag und liegt. Mathe-Crack Charlie hilft seinem Bruder Don (Rob Morrow), der als FBI-Agent unterwegs ist, mit den verschärftesten mathematischen Formeln und Berechnungen beim Fangen von Verbrechern, was, so nerdy es auch klingt, verdammt unterhaltsam aufgezogen wird. Unser kleiner Matheprof beherrscht nämlich die Szenerie, indem er erstens komplett lebensunfähig wirkt, weil er permanent mit einem erstaunten Blick aus großen dunklen Augen unter seinem verwuschelten Lockenköpfchen auf die ihm meist unverständlichen Realitäten des Lebens reagiert und zweitens durch sein verplantes Auftreten wegen akuter sozialer Inkompatibilität arge Probleme hat endlich eine Frau abzukriegen. Einfacher ausgedrückt: Den Kerl könnte man einfach adoptieren. Zu Charlie und seinem Kumpel Larry gesellen sich, wie schon erwähnt, Charlies Bruder Don, der ob der Genialität des Brüderchens mit argen Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen hat und auch als FBI-Agent nicht so wirklich eine coole Sau ist. Immerhin kriegt er ab und zu eine Frau ins Bett, was Charlies und Dons brummeligem Vater Alan (Judd Hirsch) die Befriedigung verschafft, wenigstens bei einem Sohn etwas richtig gemacht zu haben.

Als ob diese genial ausgearbeiteten Charaktere noch nicht reichen würden, sind sogar die zu lösenden Fälle der einzelnen Folgen sorgfältig geschrieben und garantieren so einen rundum hochwertigen Serienspaß. Wem “Numb3rs” bisher entgangen ist: Man findet auch jetzt noch in Staffel 2 leicht den Einstieg, weil die Storys der einzelnen Folgen zum größten Teil in sich abgeschlossen sind. Probierts doch einfach mal aus: Donnerstags um kurz nach 22:00 auf SAT1.

Wertung: 9/10

Snow Cake

um 4:03 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© KinoweltInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Gerade, als die Anhalterin Vivienne (Emily Hampshire) bei ihm eingestiegen ist, wird der verschlossene Alex (Alan Rickman) in einen Autounfall verwickelt. Das Mädchen stirbt noch am Unfallort. Voller Schuldgefühle sucht Alex Viviennes Mutter in dem kanadischen Kaff Wawa auf, doch Linda (Sigourney Weaver) ist Autistin und kann deshalb ihre Trauer nicht zeigen. Alex beschließt ein paar Tage zu bleiben, bis Lindas Eltern zur Beerdigung eintreffen. Immer mehr nimmt er an ihrem Leben teil und beginnt außerdem noch eine Affäre mit der Nachbarin Maggie (Carrie-Anne Moss), die alle Gefühle routiniert auf Distanz hält. Doch langsam beginnen sich die Charaktere zu wandeln, und als der Schnee zu schmilzen beginnt, ist das Leben für keinen der drei mehr so, wie es vorher war.

Lola meint: Habt ihr auch bestimmte Filme für bestimmte Lebenslagen? Bei mir sind ist es z.B. an Weihnachten “Scrooged” oder “Wir sind keine Engel“, an Ostern zieh ich gern mal “Das Leben des Brian” (Jehova!) aus dem Regal und wenn es mir mies geht, wandern Herzwärmer wie “Löwen aus zweiter Hand” in den Player. “Snow Cake” ist für mich ein heißer Kandidat für die Herzwärmer-Abteilung, denn als der Abspann lief, hatte ich dieses spezielle kuschelig-wohlige Gefühl.

Wer jetzt meint, daß wir uns gerade mitten in den Kitschtümpel stürzen, der irrt. Selten war ein Streifen weniger zuckrig, denn wenn es in “Snow Cake” etwas im Überfluß gibt, dann sind es Probleme: Depressionen, Schuldgefühle, Trauer, Verzweiflung, Autismus, Kleinstadtmief, bösartige Gerüchte, Totschlag, Verständnislosigkeit, Hilflosigkeit und der vergebliche Wunsch nach Absolution. Dieser Berg Unglück wird auch noch in düstere oder wahlweise durch den Schnee eiskalt glitzernde Bilder verpackt. Na? Hab ich euch verscheucht? Hiergeblieben!

Regisseur Marc Evans hatte ein tolles Drehbuch, kein Geld und einen seiner Meinung nach unerfüllbaren Traum: Er wollte Alan Rickman für die Hauptrolle. Schön, daß Alan seine Gage total egal war und er nach der Lektüre des Buches nur 5 Minuten brauchte, um zuzusagen. Durch weitere Fügungen stießen sogar noch Sigourney Weaver für die weibliche Hauprolle und Carrie-Anne ‘Trinity’ Moss als beziehungsgeschädigtes Love-interest zum Cast. Das Ergebnis war ein verdammt glücklicher Regisseur und, hiermit bestätigt, ein wunderbar erzählter Film, in dem Alan und Sigourney die für mich unwerfendsten Leistungen ihrer bisherigen Karrieren zeigen. Rickman spielt den vom Schicksal geprügelten Alex so zurückhaltend und traurig, daß ich ihn am liebsten auf den Arm genommen und getröstet hätte. Er läßt den Beobachter in jedem beschissenen Moment mitleiden und wenn es schon fast nicht mehr schlimmer werden kann, muß er sich zusammen mit uns auch noch komplett überfordert mit der autistischen Linda auseinandersetzen, die von der regelrecht entrückten und nie überzeugenderen Sigourney Weaver performt wird. Sigourney hat sich ein geschlagenes Jahr auf diese Rolle vorbereitet und sogar eine Weile bei einer Autistin mit Asperger-Syndrom gewohnt, um die an demselben Defekt (nicht)leidende Linda so realistisch wie möglich spielen zu können. Das Ergebnis der ganzen Mühen kann man nur als umwerfend bezeichnen.

Das klingt alles reichlich deprimierend für einen einzigen Film. Ist es auch, aber eine federleichte Tragikomik und die Tatsache, daß am Ende ein Lächeln und erlösende Hoffnung steht, läßt ein echtes Feelgood Movie in unsere Herzen schleichen. Schnee ist der – in diesem Fall - weiße Faden und das Gerüst, auf dem die Geschichte ruht. Er visualisiert die von einer gefrorenen Schicht bedeckten seelischen Wunden, die sich langsam aber unaufhaltsam wie Frühlingsblumen ihren Weg ans Licht bahnen, um geheilt zu werden. Und er hat eine ganz besondere Bedeutung für Linda, aus der sich auch der Filmtitel erklärt. Aber seht, erlebt und erfahrt selbst…

Offizielle Webseite zum Film

The Closer nähert sich dem grünen Bereich

um 2:51 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© TNT TVInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Habe eben schnell mein wöchentliches Mittwochabend-Vergnügen nachgeholt und mir die beiden per altmodischem VHS-Videorecorder aufgenommenen Folgen von “The Closer” und “Boston Legal” reingepfiffen. Mit “The Closer” bzw. der Hauptfigur in Gestalt von Kyra Sedgwick bin ich zu Beginn der Staffel nicht richtig warm geworden, wie ich eingestehen muß. Ihre Figur ist irgendwie eine monströse Neurose auf zwei Beinen und mit ihrem ewigen “Bitte & Danke vielmals”-Gequatsche, dem permanenten unkontrollierten Grimassieren und den unglaublich hässlichen Klamotten reichlich anstrengend. Vielleicht macht hier die Syncro auch viel kaputt, denn leider wurde der Dame eine absolut nervige deutsche Stimme verpasst. Inzwischen bin ich aber froh, daß ich am Ball geblieben bin, denn nach 12 Folgen hat die Serie langsam Betriebstemperatur erreicht und gefällt mir immer besser!

Ich habe mich nicht nur an Kyra aka Deputy Chief Brenda Johnson und ihre zahlreichen Macken gewöhnt, sondern stelle erfreut fest, daß auch andere Charaktere langsam Fahrwasser gewinnen und so Brendas Spinnereien deutlich abmildern. Allen voran der inwischen zu einem herrlich ironischen Brubbelkopp mutierte Detective Provenza, dem G.W. Bailey mit seiner schluffigen Darstellung immer mehr Profil verleiht. Seine knurrigen, staubtrockenen Kommentare und seine mitleiderregende tägliche Kapitulation vor der unabänderlichen Tatsache, daß er das anstrengende Weib fortan als Chefin ertragen muß, sind echte Highlights in den Episoden. Ebenfalls mit Potential gesegnet: Detective Tao (Michael Paul Chan), der den ganzen Irrsinn mit asiatischer Gelassenheit wegsteckt, irgendwie so was wie der ruhende Pol der Einheit ist und ebenfalls gern mal einen Spruch vom Stapel haut oder die Eskapaden der Chefin mit einer göttlichen Mimik quittiert.

Für die Zukunft wünsche ich mir für die beiden Figuren und für Brendas bisher sträflich vernachlässigte Süßigkeitensucht deutlich mehr Screentime. Dann klappts auch mit dem widerspenstigen deutschen Publikum und ich brauch keine Angst haben, daß “The Closer” vom vorzeitigen Quotentod ereilt wird.

Wertung: 8/10

Die Queen

um 16:45 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© Miramax / PathéInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: September 1997: Die Nachricht von Prinzessin Dianas Tod bricht wie eine Schockwelle über die Öffentlichkeit Englands herein. Währenddessen sitzt Queen Elizabeth II (Helen Mirren) samt Familie in ihrem Feriensitz Balmoral, unfähig, auf die öffentliche Trauer angemessen zu reagieren. Für den neu gewählten Premierminister und Volksliebling Tony Blair (Michael Sheen) hat das Bedürfnis der Bevölkerung nach Unterstützung und Trost durch seine politischen Führungsfiguren zentrale Bedeutung. Innerhalb von Tagen schlagen die unerwarteten Wogen der Gefühle immer höher.

Lola meint: Man kann von Queen Elisabeth II, Prinzessin Diana und der Monarchie allgemein halten, was man will. Viele werden bei diesem Film gerade wegen ihrer Abneigung gegen solche augenscheinlich überholten Institutionen sofort abwinken, was allerdings ein ziemlicher Fehler wäre. Denn jenseits der Klatschblätter ist das, was sich damals im Herbst 1997 zugetragen hat, ein Stück Geschichte. Noch nie befand sich die Monarchie in England dermaßen in der Krise und noch nie stand sie so auf der Kippe, wie in diesen Tagen. Man könnte sagen, Elisabeth hat mit knapper Not gerade noch einmal die Kurve gekriegt.

Regisseur Stephen Frears, der während seiner Karriere seine Finger immer am Puls des einfachen Mannes hatte, gewährt uns in “Die Queen” einen höchst interessanten Blick hinter die Palastmauern und versucht dem Normalsterblichen die harten Krusten jahrhundertealter Traditionen verständlich zu machen. Er beschreibt uns die unwirklich anmutende Welt der Königin und ihrer Familie mit leiser Ironie und dem einen oder anderen Augenzwinkern – trotzdem schafft er es in jeder Filmsekunde Respekt zu wahren. Respekt für eine Frau, die nie ein selbstbestimmtes Leben hatte und die sich mit unerbittlicher Härte gegen sich selbst ganz und gar ‘ihrem’ Volk verschrieben hat. Die Pflicht der Krone über alles.

Da dem Ottonormalverbraucher solche Strukturen gänzlich fremd sind, stellt Frears dem Publikum einen jungen und völlig unerfahrenen Tony Blair zur Seite, der gerade eben sein Amt angetreten hat und der Welt der Queen mit fast kindlicher Begeisterung gegenübersteht. Mit ihm zusammen lernen wir diese mysteriöse Frau kennen und versuchen die strengen Protokolle zu begreifen, auf die sich der Hof seit Ewigkeiten stützt. Zwischendurch wird Tonys und unsere Begeisterung immer wieder durch die spitze Zunge seiner Frau Cherie ausgebremst, die dem Palast alles andere als freundlich gegenüber steht und so eine angenehme Balance schafft. Mit dieser Grundlage lässt man sich gern von dem brillanten Drehbuch auf die Reise zu den Ereignissen nach Lady Di’s Tod mitnehmen, die jeden glauben ließen, daß zwar die halbe Welt um die von den Medien hofierte Prinzessin von Wales trauert, aber im oberflächlich gefühlskalten Königshaus keine Träne vergossen wird.

Wie ich schon mehrfach an anderer Stelle erwähnt habe, ist die Leistung der Darsteller hervorragend – allen voran Helen Mirren, die das Publikum nach 2 Minuten glatt vergessen lässt, dass man nicht die echte Lizzie vor Augen hat. Das bezieht sich nicht nur auf ihr Äußeres, denn bei Frau Mirren sitzt jeder Blick und jede Geste absolut perfekt, egal wie winzig und unbedeutend sie erscheinen mögen. Ihr ist es gerade in den stillen Augenblicken, in denen sie die knallharte Schale ihrer Figur ein wenig bröckeln lässt, zu verdanken, daß wir kein unkaputtbares Monstrum sehen, sondern einen Menschen aus Fleisch und Blut. Großartig. Bei den Herren stechen Michael Sheen als Monarchieretter Blair und ein wunderbar bissiger James Cromwell als ewig nörgelnder und bis in die Knochen traditionsbewusster Prinz Philip hervor und auch der restliche Cast macht seine Sache hervorragend. Lediglich Alex Jennings liefert ein äußerst hinterhältiges, permanent rumjammerndes und dadurch für mein Empfinden leicht befremdliches Häufchen Elend von einem Prinz Charles ab.

Der Film besticht nicht nur durch seine Darsteller, sondern verblüfft den Zuschauer zusätzlich durch absolut authentisch anmutende Drehorte und Ausstattungen. Außerdem wird auf raffinierte Weise immer wieder Originalmaterial von damals eingefügt, so daß man oft den Eindruck hat, man würde eine Doku in der ARD und keinen Kinofilm sehen. Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: Hingehen, angucken, den Kopf schütteln, staunen, lachen und lernen. So darf Kino ruhig öfter sein. Und gebt Frau Mirren von mir aus 20 Oscars auf Vorrat, denn es wird lange dauern, bis jemand diese Leistung toppt. God save the Queen.

Offizielle Webseite zum Film

 
 

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