Fear Itself ersetzt Masters of Horror

um 18:46 da reingeschubst: DVD, Fernsehen, Film, TV-Serien, Trailer || Fremdplörre: Comment (1)

Bekannterweise hat sich der amerikanische TV-Sender Showtime vor ein paar Wochen von der inzwischen zwei Staffeln umfassenden Masters of Horror Reihe getrennt, in deren Namen altgediente Genre-Regisseure wie Dario Argento, Takashi Miike, John Carpenter und Tobe Hooper gruselige bis splattrige Einstünder fürs Fernsehen gedreht haben. Bei uns lief und läuft die Reihe bisher nur auf Premiere, hat aber zumindest - bis auf noch 3 fehlende Titel der zweiten Season - schon eine beinahe komplette DVD-Auswertung erhalten (davon, daß da fröhlich geschnitten und zensiert wurde, fange ich jetzt lieber nicht an *kotz*).

Dann mal vom Gestern ins Heute: Die gute Nachricht daran ist, daß die Reihe unter dem Titel Fear Itself reanimiert wird und von NBC eingesackt wurde. Am Gesamtkonzept soll sich nichts weiter ändern, nur dürfte es auf der Sexebene Abstriche geben, da NBC im Gegesatz zu Showtime kein Pay-TV ist und strengere Auflagen erfüllen muss. Das soll mich aber nicht weiter kratzen, denn hier geht es eh um den Gore und nicht so dringend um blanke Titten (höre ich da etwa Protest auf den billigen Plätzen? *g*).

Dem aufgeweckten Horror-Fan dürfte bei einem Blick auf die an Fear Itself beteiligten Regisseure in jedem Fall die Sabberglocke wachsen. Hier die vorläufige, noch unvollständige Liste, die bloody-disgusting.com netterweise zusammengestellt hat: John Landis (An American Werewolf in London), Darren Bousman (Saw II, III und IV), Ronny Yu (Freddy vs. Jason), Brad Anderson (The Machinist), Breck Eisner (Creature from the Black Lagoon), Mary Harron (American Psycho), Stuart Gordon (Re-Animator) und Ernest Dickerson (Heroes). In den bisher geplanten Episoden geht es um vielversprechende Dinge wie einen hungrigen Kannibalen, aufsässige Geister, eklig aufdringliche Nachbarn, umtriebige Serienmörder, unfreiwilligen Körpertausch, Werwölfe (yesss), Zombiegekröse (doppelyesss) und gute alte Besessenheit.

Ebenso vielversprechend ist der frisch veröffentlichte Trailer, der neben (unfreiwilliger) Komik mit grandioser Schmuddeloptik und ordentlich Alarm daher kommt. Klickern und anglotzen:

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The Hills have Eyes (Remake)

um 16:14 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comment (1)

© 20th Century FoxInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: New Mexico, irgendwo off road auf einem ehemaligen Atomversuchsgelände: Hier endet der Urlaubstrip für die siebenköpfige Familie Carter nach einer mysteriösen Panne. Es beginnt eine Höllenfahrt in die Tiefen purer Mordlust, denn eine Rotte von Mutanten geht auf jede vorstell- und unvorstellbare Art daran, den Gestrandeten die dünne Haut der Zivilisation vom Leibe zu reißen.

Lola meint: Der in den letzten Jahren etwas abgetakelte Horror-Guru Wes Craven bescherte seinen Fans in den 70ern einen billigen, aber recht fiesen Film über einen verstrahlten Kannibalen-Klan, der sich an eine Gruppe Touristen heranwanzt. Dank der bescheuerten deutschen Syncro, die aus den Kannibalen mal eben Außerirdische machte und so den ganzen Streifen ad absurdum führte, ist die 77er-Fassung meist nur den Genrekennern geläufig. Trotzdem erregte schon das Original damals bei uns wegen seiner rohen Brutalität Aufsehen und als 2005 schließlich die Kunde durchs Land ging, dass das französische Ausnahmetalent Alexandre Aja die Regie bei einem Remake übernimmt und auch noch Papa Craven als Produzent mitmischt, war das Jubelgeschrei der Horror- und Splatterfraktion entsprechend groß. Das Subgenre des Backwood-Slashers konnte eine fachkundige Reanimation gut gebrauchen, da Gurken wie der lächerliche Versuch “Wrong Turn” und das grottenschlechte “Texas Chainsaw Massacre“-Remake bei Kennern durchweg Darmkrämpfe verursachten.

Die Vorschusslorbeeren waren nicht übereilt, denn Alexandre Aja liefert hier nach seinem bluttriefenden Überkracher “High Tension” erneut einen gewalttätigen Bastard von einem Film ab. In bleichen, grobkörnigen Bildern, die eine mehr als beklemmende Atmo liefern, lässt er eine 7-köpfige all american family zusammen mit ihren beiden Hunden in ihr Unglück rennen bzw. fahren. Aja hält sich bei der Storyline weitgehend an die Vorlage und so haben die Protagonisten auch heute nichts Besseres zu tun, als auf dem Weg in den Urlaub eine Abkürzung durch ein ehemaliges atomares Testgebiet in der Wüste zu nehmen. Der unvermeidliche (herbeigeführte) Unfall sichert ihnen alsbald ein warmes Plätzchen auf dem Speiseplan der mutierten Arschlöcher, die in der gemütlichen Gegend augenscheinlich schon ein paar Generationen lang hausen und entsprechend viel Zeit zum Degenerieren hatten.

“The Hills Have Eyes” braucht ein gute halbe Stunde, um aus dem Knick zu kommen. Was dann folgt, ist ein Terrorfilm erster Güte, wie er leider Gottes seit Ewigkeiten nicht mehr zu sehen war. Man weiß die ganze Zeit, daß etwas passieren wird und glaubt vorbereitet zu sein, nur um dann von der grimmigen und absolut humorlosen Gewalt überrollt zu werden. Es wird herrlich altmodisch gehackt, geschlitzt, gefoltert, gemetzelt und ausgeweidet, daß das Kunstblut nur so in Strömen fließt. Jeder kann zum Opfer werden, denn weder vor Frauen noch vor Kindern und Tieren wird Halt gemacht. Die Effekte wurden sorgfältig und mit großer Detailliebe von der legendären FX-Schmiede K.N.B. EFX in guter alter Handarbeit zusammengezimmert, um bloß keine CGI-Sterilität aufkommen zu lassen und das tut dem dreckigen Streifen verdammt gut. Ebenfalls erwähnenswert ist der hämmernde Score, der extrem an alte John Carpenter Flicks erinnert, das Geschehen somit punktgenau untermalt und die Spannungskurve füttert. Er hätte an keiner Stelle besser ausgewählt werden können, wenn man mal von dem kleinen pathetischen Ausrutscher am Schluss absieht.

Das versammelte Schauspielerensemble macht seine Sache gut bis sehr gut, was in diesem Genre bedauerlicherweise die Ausnahme ist. Der breiten Masse sind am ehesten die Gesichter von Ted Levine (der Ich-find-mich-geil-und-würd-mich-durchficken Buffalo Bill aus dem “Schweigen der Lämmer”) und Emilie De Ravin (die blonde Nervensäge aus der Serie “Lost”) geläufig, aber auch eingefleischte B-Film Fans finden einige ihrer altgedienten Helden wie Billy Drago im Cast wieder. Sie alle tragen mit ihren Performances nachhaltig dazu bei, dass Alexandre Aja mit der Erwartungshaltung des Publikums ein paar Extrarunden Achterbahn fahren kann, indem er genau die Protagonisten frühzeitig abschlachten lässt, von denen man es nicht unbedingt erwartet und diejenigen zum Gegenschlag ausholen dürfen, die dafür denkbar ungeeignet scheinen.

Das ganze Hackfest ist geradlinig, reaktionär, gnadenlos, sadistisch, völlig unmoralisch und mitten auf die Fresse. Keine kostbare Filmsekunde wird an überflüssige Witzchen verschwendet, nur um die Stimmung aufzulockern. Solche Unsitten, wie sie aus den unsäglich inspirationslosen Teenie-Slashern der letzten Jahre sattsam bekannt sind, haben hier nichts verloren, denn es geht straight back to the roots und diese roots waten förmlich in Blut und Körperteilen. Halleluja!

Neben überflüssigem Humor wird auch auf den in diesem Genre gern bemühten tieferen Sinn verzichtet. Während beim Originalfilm noch auf die vordergründige Atomwaffen-sind-böse-Botschaft gepocht wurde, kann man es sich hier schenken großartige politische Aussagen hineinzuinterpretieren. Aja macht nicht denselben Fehler wie Romero bei “Land Of The Dead“, der mit seiner Holzhammerkritik an der Bush-Regierung streckenweise gewaltig nervte. Er belässt es stattdessen bei süffisanten Seitenhieben auf die Fehde zwischen Republikanern und Demokraten und macht in den kurzen Passagen keinen Hehl aus seiner Gesinnung. Wer trotzdem auf eine tiefgründige Aussage besteht, kann sich in der Frage ergehen, welche der beiden Sippen denn nun amerikanischer ist: Der Mutanten-Klan, der durch bedingungslosen Zusammenhalt so lange überlebt hat und auch gerne mal die Nationalhymne zum Besten gibt, wobei das Stars and Stripes Banner malerisch im Schädel eines Opfers steckt oder die Touris, die sich erst wieder auf die traditionellen Familienwerte zurückbesinnen und zusammenrücken müssen, um dem Grauen zu entkommen. Für derart sinstre Details war ein schmerzfreier französischer Regisseur die ideale Wahl - ein kulturell zwangsläufig vorbelasteter Amerikaner hätte es nur versauen können.

Endlich mal wieder knallharter Terror! Aber Vorsicht: Wer bereits bei kindischen Teenie-Slashern wie “Scream” und “Ich weiß, was du letzten…“das Würgen kriegt, ist hier definitiv im falschen Film! They wanted to see something different, but something different saw them first…

Offizielle Webseite zum Film

 
 

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