Josh Brolin in George W. Bush Klamotten

um 18:36 da reingeschubst: Film, Internet, Preview || Fremdplörre: Comment (1)

Oliver Stone ist mindestens wegen Platoon, Wall Street, Talk Radio und An jedem verdammten Sonntag einer meiner Lieblingsregisseure. Er scheint zwar in letzter Zeit sein Revoluzzer-Gen verloren zu haben, denn Alexander und World Trade Center waren sogar für mich schwer zu schlucken, aber irgendwie kann ich ihm nichts so recht übel nehmen. Deswegen schaue ich seinem - nach seinen Aussagen neutral gehaltenen - George W. Bush Biopic mit dem überlangen Titel W. auch recht gelassen entgegen und halte mich einfach aus dem Vorabdraufgekloppe raus. Vielleicht zaubert Oliver ja doch noch eine Überraschung aus dem Ärmel.

Der Grund für diese Zeilen ist allerdings nicht direkt Herr Stone und sein aktuelles Projekt, sondern die High-Class Maskenbildner, die der Mann dafür angeheuert hat. In der Zunft gibts ja auch gute und miese Vertreter, aber bei W. scheint alles im Lack zu sein, denn ich bin heute davon überzeugt worden, daß das Castingpokerendergebnis mit Josh Brolin als George W. und Elizabeth Banks als Laura doch keine Schnapsidee war.

Meine Fußnägel rollen sich zwar im Hinblick auf das, was ich gleich mache himmelwärts auf, aber was muß, das muß. Hier die Originale: *Augenzuhalt*

 

Und das sind Elizabeth und Josh vor der Sitzung in der Maske:

 

Wer sich jetzt sowas wie ‘wtf!!??’ oder auch ‘wie soll das denn bitte gehen?’ fragt, der kriegt das Nachherfoto nach dem Klicker:

Willste alles? Musste klickn! »

No Country for old Men

um 4:40 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (3)

© UniversalOriginaltitel: No Country for old Men
Genre: Thriller, Neo-Western
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Joel & Ethan Coen
Darsteller: Josh Brolin, Javier Bardem, Tommy Lee Jones, Woody Harrelson, Kelly MacDonald, uvm
Läuft ab: 28.02.2008
Offiz. Webseite:
www.nocountryforoldmen.de

Inhalt: Llewelyn Moss stösst beim Wildern in der Wüste auf die Überreste eines geplatzten Drogendeals und einen Koffer voller Geld. Als Llewelyn das Geld behält, steht er am Anfang von Ereignissen, die sich nicht mehr aufhalten, geschweige denn rückgängig machen lassen. Ein gestörter Killer, der mit einem Bolzenschussgerät tötet, heftet sich ihm an die Fersen und hetzt ihn bis nach Mexiko. Doch auch der Killer wird verfolgt: Ein alternder Sheriff und ein Auftragsmörder haben die Fährte aufgenommen.

Lola meint: Ich bin wieder in die Coen-Falle getappt. Zum x-ten Mal. Viel zu oft habe ich mich schon durch schmackhafte Trailer und allgegenwärtige Lobpreisungen zu einem Coen-Film verleiten lassen, um dann hinterher ernüchtert festzustellen, dass ich mit dem recht eigenen Stil der Brüder einfach nicht warm werde. Das ist fast so, als ob frau ständig auf den falschen Typ Mann reinfällt und es trotzdem nicht schafft das Beuteschema zu ändern.

Auch bei No Country for old Men konnte ich nicht aus meiner Haut und habe mich wider besseren Wissens von Trailern, Teasern und Oscarregen zu Vorfreude und hohen Erwartungen verleiten lassen. Diese wurden zwar nicht auf ganzer Linie enttäuscht, aber begeistert bin ich lange nicht. Dabei hat mich die Atmosphäre des Films durchaus gefangen nehmen können: Eine Landschaft, die so karg und von der Sonne verbrannt ist, dass selbst die Leinwand staubt. Schlichte, vom Leben gezeichnete Menschen, die mit dieser feindlichen Umgebung verwachsen sind, kein Wort, keine Geste zuviel. Und mittendrin in dieser Trostlosigkeit eine alles beherrschende Figur mit übermenschlicher Präsenz, die schon rein Äusserlich wie ein Anachronismus, ein Fremdkörper wirkt und sich so gar nicht in die ausgeblichenen Bilder einfügen will.

Die Rede ist natürlich von Javier Bardem, der den Begriff des soziopathischen Killers neu definiert. Obwohl nur als Nebenrolle geführt, dominiert er als Anton Chigurh selbst die Szenen, in denen er gar nicht zu sehen ist. Alle anderen Figuren verkommen auf seiner Tour de Force der schmutzigen, sinnlosen Gewalt zu seinen Requisiten, unweigerlichen Opfern. Chigurh wirkt in keiner Szene auch nur ansatzweise menschlich. Wenn er nicht bluten könnte, würde man ihn am ehesten für einen T-800 mit Mireille-Mathieu-Referenztonsur halten. Er zeigt keine Regung beim Töten, hat einen Gang, der keine Hindernisse duldet, führt surreale Gespräche, benutzt eine aussergewöhnliche Waffe, lehnt jegliche Verantwortung für sein Handeln ab. Mit diesen Tricks haben die Coens zusammen mit Bardem eine Figur geschaffen, die mit Sicherheit in Zukunft noch etliche Male zitiert werden wird. Ob seiner Präsenz durchaus zu Recht, nur mich hat dieser Anton Chigurh leider völlig kalt gelassen. Für mich war er zu gewollt auf Kult gebürstet, als dass ich ihn wirklich als bedrohlich empfunden hätte und das ist der Knackpunkt, denn ohne dieses Gefühl funktioniert der ganze Film nicht.

Daran kann auch Josh Brolin nichts mehr ändern, der sich als Chigurh’s Zielobjekt wacker durch die Gegend flüchtet und ihm mit verschmitzter Bauernschläue auch lange die Stirn bieten kann. Brolin gibt den verzweifelten White Trash Vertreter mit Herzblut, bleibt aber trotzdem die ganze Zeit über zu blass und wirkt sogar zu unsympathisch, als dass ich mich ernsthaft mit ihm hätte identifizieren bzw mit ihm hätte mitfiebern können. Lediglich Tommy Lee Jones, der als lahmarschiger Sheriff mit grandiosen One Linern eine Galavorstellung liefert, konnte mich überzeugen, nur leider hat er viel zu wenig Screentime und sein Handlungsstrang eigentlich nichts weiter mit dem Rest zu schaffen.

Womit ich auch schon beim grössten Kritikpunkt wäre: Die Coens weigern sich wiedermal standhaft die Geschichte so zu erzählen, dass sich bei mir als Zuschauerin, die sich mit widerspenstigen Charakteren durch einen widerspenstigen Film geplagt hat, am Ende so was wie Befriedigung einstellen will. Das ist wie beim Sex die Gärtnernummer: Hacken und liegen lassen. Die Herren Coen haben vielmehr Spass daran gegen Ende einen Stilbruch an den anderen zu hängen, fügen kaum etwas zusammen, lassen plötzlich unmotiviert eine Hauptfigur sterben und zeigen es nicht einmal, verweigern die Antwort auf eine brennende Frage und kloppen mit der Brechstange eine zwar schockierende, wenn auch völlig überflüssige und dadurch ärgerliche Szene rein, die wirkt, als sei sie wegen eines verspäteten Einfalls noch nachträglich eingefügt worden. Warum tun sie das? Weil sie es können? Weil sie meinen, dass das cool ist? Ist es nicht und wird es nie. Ich schliesse das hier mit dem letzten Satz des Films ab, den Tommy Lee Jones’ Sheriff sagen durfte, denn er passt wie selten einer: “Und dann bin ich aufgewacht.”

★★★★★★☆☆☆☆ 6/10

Nachklapp: Ich bin mit meiner Unzufriedenheit wenigstens nicht alleine ;o)

Im Tal von Elah

um 17:35 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (4)

© Concorde FilmOriginaltitel: In the Valley of Elah
Genre: Drama
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Paul Haggis
Darsteller: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, uvm
Läuft ab: 06.03.2008
Offiz. Webseite:
www.inthevalleyofelah.com

Inhalt: Mike Deerfield war 1 1/2 Jahre im Irak im Einsatz, überlebte und verschwindet kurz nach seiner Rückkehr in die USA plötzlich. Sein Vater Hank macht sich zu Mikes Stützpunkt in New Mexico auf, um der Sache nachzugehen und ihn wiederzufinden. Mikes Vorgesetzte behindern die Ermittlungen und seine Kameraden hüten ein Geheimnis, das Hank Deerfields bisher geordnete Welt völlig auf den Kopf stellt. Ein Geheimnis, das nicht nur die Veränderungen an seinem Sohn, sondern auch die unverheilten Wunden des Krieges im ganzen Land verbirgt. Was der Vietnamveteran schließlich mit der Unterstützung von Detective Emily Sanders entdeckt, ist eine grausame Wahrheit, die die Hoffnung begräbt, dass man Gewalt und Tod fern der Heimat an der Front zurücklassen kann.

Lola meint: Es ist mir selten so schwer gefallen den Einstieg in ein Review zu finden, denn Im Tal von Elah ist die Art von Film, die einen nach dem Abspann mit einem tonnenschweren Druck auf der Seele zurück lässt. Regisseur Paul Haggis, der anscheinend Ambitionen hat die Nachfolge des inzwischen recht handzahmen Oliver Stone anzutreten, lässt ein deprimierendes Drama vom Stapel, auf das man wegen der eher krimimäßig angehauchten Inhaltsangabe nicht wirklich vorbereitet ist.

Haggis zeigt uns in graubraunen Bildern ein Land, das alles von seinem berühmten Stars’n'Stripes-Optimismus und seiner Leichtigkeit eingebüsst hat. So grau und unterkühlt wie die Bilder wirken auch die Charaktere. Tommy Lee Jones war ein absoluter Glücksgriff für die Rolle des ehemaligen Berufssoldaten und Militärpolizisten Hank Deerfield, denn er fügt sich mit seiner extrem reduzierten Performance, die von einer Oscarnominierung geadelt wurde, perfekt ein. Hank lässt keine Emotionen zu, sondern klammert sich lieber an die tägliche Routine und Rituale, die man ihm in den Jahrzehnten bei der Army eingeschliffen hat. Es wirkt, als könne er mit einem normalen Leben ohne das Korps gar nichts anfangen und auch seine Frau kann schon lange nicht mehr zu ihm durchdringen. Er kommt erst in Bewegung, als sein Sohn während eines Ausgangs plötzlich verschwindet, was dessen Kameraden und Vorgesetzte im Stützpunkt aber nicht grossartig zu verwundern scheint, sondern eher als Eskapade abgetan wird.

Als kurz darauf die zerstückelte und verbrannte Leiche seines Sohnes auftaucht, nimmt Hank zusammen mit einer örtlichen Polizistin die Fährte auf, denn auch jetzt hält sich das Engagement der Army in Grenzen, die den Mord als missglückten Drogendeal abheften will. Was dann folgt, ist kein klassischer Thrillerplot, obwohl sich der Protagonist in einem Labyrinth aus Lügen und finsteren Abgründen wiederfindet, sondern vielmehr das Psychogramm eines Mannes, dem nach und nach all das genommen wird, woran er sein Leben lang geglaubt hat. Tommy Lee Jones spielt diese qualvolle Entwicklung ohne grosse Gesten und lässt seinen Hank eher in Zeitlupe zerbröckeln. Als ihm schliesslich nach frustrierender Ermittlungsarbeit die Wahrheit über den Tod seines Sohnes vor die Füsse gespuckt wird, kann er nur noch fassungs- und reglos auf die Trümmer seiner Ideale schauen. Trotzdem gewinnt man den Eindruck, dass ihn der Schmerz endgültig wachgerüttelt hat und dass trotz der Tragödie noch die Chance auf ein kleines Stück wirklichen Lebens jenseits der bloßen Existenz für ihn möglich wird.

Die Botschaft des Films springt einem mitten zwischen die Augen: Menschen werden von einer zynischen Maschinerie verheizt, die nur daran interessiert ist, dass jeder inmitten von nacktem Wahnsinn einwandfrei funktioniert. Wer dabei zerbricht, steht alleine da und kann keine Hilfe erwarten, denn solche Probleme hat es einfach nicht zu geben. Amerika muss derzeit schmerzhaft lernen, dass Totschweigen und Verdrängung nie auf Dauer funktioniert, weil sich die unter der Oberfläche gärenden Tumore irgendwann ans Licht durchfressen. Im Tal von Elah ist mit seiner spröden Art kein einfacher Film, den man so eben mal konsumieren kann, bietet aber einen tiefen Einblick in die zerrissene Seele einer ehemals so unkaputtbaren Nation.

★★★★★★★★★☆ 9/10

 
 

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