Private Practice (Season 1 - erste Hälfte)

um 19:17 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© ABCDas waren sie also. Die ersten 9 Anjuck-Episoden des viel beachteten Grey’s Anatomy Spin-offs Private Practice. Wer in Grey’s Anatomy nicht so bewandert ist und sich wundert, was die beiden Serien verbindet: Dr. Addison Montgomery (gespielt von der großartigen Kate Walsh), ihres Zeichens Gynäkologin und neonatale Chirurgin, war in den USA der beliebteste Grey’s-Nebencharakter und bekam daraufhin eine eigene Serie. Das hat natürlich zur Folge, dass sie seit dem Ende von Season 3 bei Grey’s fehlt und dieses ‘fehlt’ ist wörtlich zu nehmen, weil die Serie durch Addisons Weggang viel von ihrer Qualität eingebüsst hat.

Aber es geht hier nicht um GA, sondern um Private Practice. Addison hat sich also entschieden Seattle zu verlassen und in Santa Monica neu anzufangen. Sie war in Seattle zwar beruflich erfolgreich, hatte aber ein katastrophales bis nicht existentes Privatleben, was sie in Kalifornien ändern will. Addison hört nämlich ihre biologische Uhr ticken und ist scharf auf ein Kind – mangels passender Kandidaten notfalls auch ohne Ehemann. Sie heuert in der Gemeinschaftspraxis ‘Oceanside Group’ an, die von ihrer ehemals besten Freundin und Studienkollegin Naomi, einer Fertilitäts-Spezialistin, und deren Ex-Mann Sam, einem Internisten, geleitet wird. Mit an Bord sind noch Kinderarzt Cooper, Psychiaterin Violet und Heilpraktiker Pete. Letzterer wird sofort ab Folge 1 als Addisons Love-Interest aufgebaut, kommt aber nicht so richtig in die Hufe, weil er mächtig verkorkst ist. Da das noch nicht reicht, platzt auch noch Addisons Kinderwunsch wie eine Seifenblase, bekommt sie doch von ihrer Freundin Naomi zu hören, dass sie unfruchtbar ist. So weit, so Drama, so gähn und ausgelutscht.

Wie ihr spätestens am letzten Satz gemerkt habt, bin ich von Private Practice alles andere als überzeugt. Im Hinblick auf die Storyline kommt es mir so vor, als ob Showrunner Shonda Rhimes hier alle Ideen verwurstet, die sie bei Grey’s entweder nicht unterbringen konnte oder dort mangels Qualität wieder vom Notizblock streichen musste. Aber die bisher durchweg lustlos geschriebenen Folgen sind gar nicht mal das Hauptproblem der Serie, denn über die könnte man hinwegsehen, wenn der Maincast und die Charaktere stimmen würden.

© ABC

Ich meine damit natürlich nicht Addison, denn dass die Figur und ihre Darstellerin hervorragend sind, steht nicht zur Debatte. Aber was kraucht denn da bitte sonst noch durch die Praxis? Die größte Katastrophe kommt in Gestalt von Psychiaterin Violet daher: Amy Brenneman, die mit ihrer neurotischen, zappeligen Art meine Geduld schon in ‘Für alle Fälle Amy’ immer wieder an die Grenzen trieb, fährt hier wieder auf derselben nervigen Schiene. Die Dame kann scheinbar nicht anders. Gebt ihr ne Großpackung Ritalin oder versetzt sie lieber gleich in ein künstliches Koma, damit endlich Ruhe ist. Davon abgesehen wirkt es in höchstem Maße unglaubwürdig, dass eine so durchgeknallte Tante Psychiaterin ist. Ein dickes BUH an die Castingabteilung. Beim Rest der Halbgötter in Weiss siehts auch nicht prickelnder aus: Der von Paul Adelstein gespielte Kinderarzt Cooper, der die geistige Reife seiner Patienten hat und auch noch alles vögelt, was warm ist und sich bewegt, hat zwar ganz amüsante Momente, bleibt aber letztlich so blass, dass ich mir bis jetzt nicht mal seinen Namen merken kann. Das komplette Gegenteil ist Internist Sam: Der wirkt unnahbar und arrogant bis zum Abwinken, was ich direkt seinem Darsteller Taye Diggs anlaste. Taye sieht zwar gut aus, hat sonst allerdings nichts zu bieten und spielt so steif, dass ich schon versucht bin ihm den Besenstiel aus dem Allerwertesten zu ziehen (uäääh). Addisons Freundin Naomi geht von den Sympathiewerten her am ehesten, aber auch sie blieb während den 9 Folgen durchweg uninteressant. Dafür kann die extrem bemühte Audra McDonald allerdings nichts, denn das liegt eindeutig am öden Skript. Viel anders ergeht es Schamane dem esoterisch angehauchten Heilpraktiker Pete auch nicht: Mit Tim Daly ist zwar ein guter Schauspieler an Bord, aber auch er kämpft bisher ziemlich aussichtslos gegen die Untiefen von Shondas Schreibe an und nebenbei fehlt ihm das gewisse Etwas, dieses Quäntchen scharfer Sexappeal, das ihn als erstzunehmendes Love-Interest Addisons glaubhaft machen würde. Oder sagen wirs anders: Er ist einen Tick zu glatt und brav für unser rothaariges Lieblingsluder.

Unterm Strich heißt der ganze Psalm eigentlich nur eines: Die Chemie im Team stimmt nicht. Fehlanzeige punkto good Vibrations, geschweige den sprühende Funken. Das ist für mich ein Genickbrecher und ich werde es mir gut überlegen, ob ich den von Heimsender ABC bereits nachbestellten Rest der ersten Staffel einschalte. Ich hege im Moment die verzweifelte Hoffnung, dass die Serie in den USA vielleicht auf lange Sicht doch kein Renner wird und Kate Walsh von ihrem vertraglich zugesicherten Recht Gebrauch macht, bei Nichterfolg zu Grey’s Anatomy zurück zu kehren. Die guten Quoten sind bislang gegen mich. Aber man soll den Tag bekanntlich nicht…ach und überhaupt.

★★★★★☆☆☆☆☆ 5/10

Offizielle PrivatePracticePraxis & PrivatePro7

Emergency Room bekommt ein würdiges Ende

um 1:15 da reingeschubst: Fernsehen, Preview, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (10)

© NBCDurch eine Meldung des US-Magazins Variety wurde jetzt bekannt, dass die langjährige Krankenhausserie Emergency Room entgegen den ursprünglichen Plänen nun doch noch ein angemessenes Finale erleben darf. Eigentlich sollte schon mit Staffel 14 Schluss sein, was aber letztendlich durch den Autorenstreik vereitelt wurde. Da die einzelnen Storylines durch den Streik nicht mit einer befriedigenden Auflösung versehen werden konnten, will sich Haussender NBC in den nächsten Tagen mit der Produktionsfirma Warner auf eine noch unbestimmte Anzahl Episoden für Staffel 15 einigen.

Das Erfreuliche dabei ist, dass Warner die Lizenzgebühren erheblich senken will, um eine 15. Staffel der zuletzt durch schwache Quoten stark angeschlagenen Endlosserie überhaupt zu ermöglichen und damit der Serie und ihren Fans Tribut zu zollen. So ein korrektes Verhalten findet man beileibe nicht alle Tage.

Wir deutschen Emergency Room Freunde können uns jetzt trotz absehbarem Ende erstmal mit der Erstausstrahlung von Staffel 14 trösten: Pro7 zeigt Episode 14/01 ab dem 23.04. um 22:15 direkt nach Grey’s Anatomy auf dem bisherigen Sendeplatz von Private Practice. Private Practice, das bisher recht lahme Grey’s Spin-off mit Kate Walsh, legt nach 9 Folgen erstmal eine Autorenstreikbedingte Zwangspause ein.
(via) und (via)

Offizielle Notaufnahme

Rundumschlag durch die aktuelle US-Serienlandschaft

um 3:44 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

Info: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Mir ist gerade nach einer kurzen Bestandsaufnahme von aktuell laufenden bzw. bald endenden US-Serien, die meinen Wochenguckplan bestimmen oder mal bestimmt haben:

Lost
Die Inselmär mit Mysteryeinschlag hat damals durchaus spannend angefangen. Die raffinierte Masche für jede beantwortete Frage fünf neue Rätsel aus dem Hut zu zaubern erschien innovativ, auch wenn diese Strategie eigentlich nur von Akte X geklaut und auf die Spitze getrieben wurde. Das hat bei mir allerdings nur eine Staffel lang funktioniert. Spätestens mit Beginn der 2. Staffel fühlte ich mich langsam aber sicher verarscht. Außerdem ging es mir tierisch auf die Nüsse, daß man die Storys der einzelnen Folgen locker in 10 statt 45 Minuten hätte erzählen können und ich mir dadurch vorkam, als würde ich ständig auf einem abgelabberten Kaugummi herumkauen. Als ob das alles nicht schon negativ genug wäre, stieg der Nervfaktor von 95% der Protagonisten auf ein unerträgliches Level und deshalb hab ich mir nach Folge 5 der 2. Staffel gesagt: Abschalten!

Dr. House
Beste Krankenhausserie mit dem besten Quacksalber straight from Hell. Daran hat sich nix geändert und wird es auch nicht. Punkt.

Desperate Housewives
Die verzweifelten Hausfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs gingen damals als Sex and the City gelobpreister Nachfolger on air. Sind wir mal ehrlich: So gut wie Carrie & Co sind die bekloppten Nudeln aus der Wisteria Lane nicht ganz. Es fehlt allerdings nicht viel. Der Plot um die finsteren Abgründe hinter den weiß lackierten Vorstadtgartenzäunen kann immer wieder durch neue Hinterhältigkeiten und beißende Ironie begeistern. Die erste Staffel war einfach nur hervorragend, da kann ich nicht meckern. Dagegen stank die 2. Staffel merklich ab, weil sich die Damen zu sehr auf der Stelle bewegten und von einer Weiterentwicklung der Charaktere kaum etwas zu spüren war. Zum Glück kam jetzt kurz vorm Staffelfinale nochmal Drive in die Sache, was die Vorfreude auf Staffel 3, die Pro7 ab 06. März netterweise ohne Pause gleich drantackert, deutlich erhöht. Einschalten!

Grey’s Anatomy
Zweitbeste Krankenhausserie – in der Thronfolge also direkt nach House. Hier steht nicht so sehr die Einzelperson, sondern das gesamte Team im Mittelpunkt, was sich als weises Konzept herausgestellt hat, denn Grey’s unterliegt demselben Phänomen wie O.C., California: Die Nebenfiguren sind 100x interessanter, aufregender und lustiger als die Hauptfigur. Das liegt daran, daß sich Ellen Pompeo aka Meredith Grey als recht talentfreie Zone entpuppt hat und ihre augenscheinlich durch eine Überdosis Botox erstarrte Mimik mit einer angemessenen Reaktion auf die ganzen Problemchen, die immer wieder auf Meredith zurollen, schlicht überfordert ist. Womit zusätzlich zu Nicolas Cage mal wieder bewiesen wäre, daß ein einziger Gesichtsausdruck für die Berufswahl Schauspieler definitiv zu wenig ist. Aber es gibt zum Glück ja noch Streberleiche Christina (die rockt), die durchgedrehte Izzie, den trotteligen George, das Schandmaul Bailey, die verzweifelte Addison (die bald ein eigenes Spin-Off bekommt!) und wie sie alle heißen. Deshalb: Einschalten!
(btw…ich würde zu gerne mal House zusammen mit Christina und Bailey in einen Raum sperren und Wetten darauf abschließen, wer das Zimmer lebend verlässt)

 
 

Janz früher mal...

 

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