Tele 5 müsste man verbieten

um 18:30 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien, Trailer || Fremdplörre: Comments (0)

Vor einer Stunde endete eine Wiederholung der besten Miniserie aller Zeiten auf Katastrophensender Tele 5, dem man wegen dem, was er Lonesome Dove aka Der Ruf des Adlers aka Der Weg in die Wildnis mal wieder angetan hat, glatt die Lizenz entziehen müsste. In einem Western werden nunmal ab und zu Leute erschossen, gehängt oder sonstwie um die Ecke gebracht und es gibt keinen plausiblen Grund, jede noch so kleine Szene, in der so etwas zu sehen ist, gnadenlos herauszuschneiden. Und wenn das hirnlose Geschnippel auch noch so weit geht, daß man der Storyline deswegen kaum folgen kann, ohne sich dauernd etwas zusammenreimen zu müssen, dann läuft da was gewaltig schief. Dabei lag es nicht mal an der frühen Sendezeit am Nachmittag, denn auch beim letzten Mal, als Tele 5 die Serie noch ab 20:15 zeigte, waren die Teile genau so bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

Nur eines von zahllosen Beispielen, damit klar wird warum ich mich hier so echauffiere und glatt Schaum vorm Maul hab: Der Held reitet mit Gewehr im Anschlag in ein Lager mit 10 oder mehr Banditen. Schnitt. Alle liegen tot rum. Vielen Dank für dieses Gespräch. Gehts noch?

Ich habe Der Ruf des Adlers damals schon bei der Erstausstrahlung 1992 in der ARD gesehen und giere seitdem auf eine DVD-VÖ bei uns, nur leider ist davon weit und breit nichts in Sicht. Sonst kommt jeder Dreck auf DVD raus und mir fehlt wirklich jegliches Verständnis, warum das ausgerechnet bei diesem mit Preisen überhäuften Vierteiler nicht klappt. Die warmherzige, mit Leidenschaft inszenierte Geschichte wurde damals bis in die kleinsten Nebenrollen mit absoluten Ausnahmedarstellern besetzt, so daß neben den Hauptcharakteren, die vom amerikanischen Nationalheiligtum himself, Robert Duvall, und Tommy Lee Jones auf nicht weniger als geniale Art und Weise verkörpert wurden, auch Namen wie Danny Glover, Robert Urich, Anjelica Houston, Diane Lane und Chris Cooper zu finden sind. Und mal im Ernst: Wer es schafft den 4. Teil ohne Heulkrampf und Nervenkrise zu überstehen, der hat kein Herz. Und ich will jetzt endlich die DVD. Und zwar Uncut. Verdammt.

Nostalgie-Trailer inklusive des grandiosen Themes nach dem Klicker. Mir kommen schon wieder die Tränen…*schluchz*

Willste alles? Musste klickn! »

Das jüngste Gericht

um 4:02 da reingeschubst: Fernsehen || Fremdplörre: Comment (1)

© RTLGenre: Thriller, Mystery
Land: A
Jahr: 2008
Regie: Urs Egger
Darsteller: Tobias Moretti, Silke Bodenbender, Christoph Waltz, Christian Redl, uvm
Ausgestrahlt auf
RTL: 13. & 14.04.2008
IMDb Link

Inhalt: Unter der Leitung von Kriminalkommissars Thomas Dorn wird die Wiener Polizei mit einer Verbrechenskette konfrontiert, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Nach dem Tod einer Prostituierten und eines Kleinkriminellen deutet alles auf rituelle Morde im muslimischen Milieu hin. Eine Razzia in einem türkischen Kaffeehaus wird ein Reinfall. Schon wird das nächste Opfer aufgefunden – kopfüber gekreuzigt. Die Morde sind an Brutalität kaum zu überbieten und die Art, wie die Leichen vorgefunden werden, lässt bald vermuten, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt.

Lola meint: Fremdschämtime statt Primetime auf RTL. Mehr bräuchte ich zu dem mit großem Brimborium angeteaserten Zweiteiler Das jüngste Gericht eigentlich nicht zu sagen, denn jedes weitere Wort ist für diesen Quark schon zuviel der Ehre. Ich hab aber Frust wegen der unverschämten Verschwendung meiner Zeit und der muss irgendwo hin. Blogging als Aggressionsbewältigungstherapie – das hat was.

Der Super-GAU des deutschen Fernsehfilms geht auf das Konto von zwei Personen, die alles und jeden gnadenlos mit in den Abgrund gerissen haben: Drehbuchautor Don Bohlinger und Hauptdarsteller Tobias Moretti. Ersterer hat sich mehr als offensichtlich bei jedem einschlägigen Genrefilm der letzten 30 Jahre bedient. Frei nach dem Motto ‘gut geklaut ist halb geschrieben’. Hat nur leider nicht geklappt, denn Bohlinger scheint das Konzept mit der Hommage an die Klassiker und jüngeren Erfolge der Filmgeschichte nicht kapiert zu haben. Stupides Kopieren ist eben nicht gleich qualifiziertes Zitieren. Das gilt umso mehr in einem Fall, wo außer den billigen Kopien absolut nichts an eigener Kreativität erkennbar ist. Das Drehbuch bestand nur aus lustlos aneinander gereihten Versatzstücken, die von grauenhaft schlampig geschriebenen Charakteren, noch schlimmeren Dialogen, Logiklücken en masse und ärgerlichen Klischees zusammengehalten wurden.

Schon die Eröffnungssequenz des ersten Teils begann mit einem steinalten Filmwitz, der auch noch komplett unlustig und obendrein unglaubwürdig umgesetzt wurde. Mit diesem ersten Griff ins Klo sollte Morettis widerspenstige Figur - Kommissar Thomas Dorn - als coole Sau vom Dienst eingeführt werden, was natürlich gründlich daneben ging, denn Dorn erwies sich in den folgenden drei Stunden als ein noch viel größeres Arschloch, als nach diesen ersten Minuten zu vermuten war. Zum einen wurden in seinen Charakter alle Klischees gepumpt, die es so zum Thema ‘ausgebrannter, depressiver Cop’ gibt, und zum anderen hatte Tobias Moretti vor Drehbeginn wohl noch extra einen VHS-Kurs für Overacting belegt, denn anders lässt sich seine unterirdische Leistung nicht erklären. Mal ganz abgesehen davon, dass man sich in jeder Sekunde gefragt hat, wieso ein lupenreiner Psychopath wie Thomas Dorn noch nicht aus dem Polizeidienst Richtung Geschlossene entfernt wurde, agierte Moretti auf einem Niveau, das nicht mehr zu unterbieten ist. Heillos übertriebene und völlig unmotivierte Wutausbrüche reihten sich an ebenso grundlos aggressive und entsprechend herausgekotzte Sätze, nebst wildem Grimassieren und aufgesetztem Machismo. Diese Kombination mag bei einer handvoll A-Riegen-Schauspieler vielleicht funktionieren - Moretti hat sie nur unsympathisch bis zum Abwinken dastehen lassen. Und mit so einer Figur soll man 3 Stunden durchstehen. Das grenzt an Körperverletzung (die Dorn übrigens pausenlos an Verdächtigen verübte).

Von der restlichen Darstellerfront gibts sonst auch nichts Aufregendes zu vermelden: Christoph Waltz hat sich zumindest bemüht, hatte aber zu wenig zu tun, Christian Redl hatte irgendwie keinen Bock und Silke Bodenbender blieb schlicht farblos und uninteressant. Zumindest durfte sie als Hobby-Profilerin ein paar so überflüssige Sätze wie ‘Er folgt einem Ritual’ ablassen und zuerst Waltz und dann Moretti flachlegen, obwohl dieser sie vorher ständig wie Dreck behandelt hat. Notstand führt zu merkwürdigen Entscheidungen.

Ebenfalls als ärgerlich zu bezeichnen waren die erbärmlichen Versuche aktuelles Tagesgeschehen in die abstruse Story zu integrieren. Bevor die Ermittler nämlich darauf kamen, dass der Killer ein durchgeknallter Katholik ist, musste erstmal die islamische Gemeinde Wiens per Prügelrazzia dran glauben, was dem Quotentürken im Team natürlich gegen den Strich ging. Irgendwie muss man einen Zweiteiler ja über die Laufzeit kriegen, und wenns mit durchschaubar aufgesetzter Sozialkritik ist. Was mich persönlich noch viel mehr auf die Palme gebracht hat, war die Darstellung der Gothics: Wie oft muss eigentlich noch betont werden, dass Gothics keine Satanisten sind, nachts nicht auf Friedhöfen randalieren, dort schon gar keinen Tieren die Kehlen durchschneiden oder satanische Gruppenficks abhalten und auch sonst kein gewalttätiger Haufen Irrer sind? Verdammt nochmal! Ich habe nur noch darauf gewartet, dass der eigentliche Killer ein Rammstein- oder Marilyn Manson Poster überm Bett hat, denn das wäre das übliche RTL-Niveau gewesen. (Die übermenschlichen Fähigkeiten des Killers - wie z.B. unverletzt vom Dach eines mehrstöckigen Hauses zu springen - erwähne ich schon gar nicht mehr. Hat eh alles keinen Sinn.)

Super Stichwort. Ähem - ich meinte jetzt den Ausflug zur Musik, denn auch der Score war neben in Noten verpackte Einfallslosigkeit vor allem eines: Unglaublich aufdringlich, nervig und zu keiner Zeit passend. Das Bläsergebrumme und Gefiedel konnte ebenso wenig wie das zwar aufgeregte, aber sinnlose Rumgerenne der Protagonisten auch nur ansatzweise Spannung erzeugen. Wo keine Spannung ist, könnte vielleicht noch ein bisschen Blut und Gekröse was herausreißen, aber der Gore war natürlich wegen der Sendezeit auf FSK 12 getrimmt. Also totale Nullnummer und nicht vorhanden.

Da ich im Grunde ein verträglicher Mensch bin, überlege ich schon seit dem weggeschnittenen Abspann, ob ich nicht vielleicht doch irgendetwas Nettes über Das letzte Gebot Das jüngste Gericht sagen kann. Leider fällt mir nichts ein. Nur das noch: Du sollst nicht stehlen @ Herrn Bohlinger.

★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 1/10

Update: Da mir seit Stunden auf immer der selben Suchanfrage die Bude eingerannt wird, hier die Antwort: Der Mörder war Autor Conrad (dem Dorns Sohn im ersten Teil sein Manuskript zur Beurteilung überlassen hat). Und warum hat er alle umgebracht? Weil er geisteskrank war. Gähn. Und noch aus einem weiteren völlig beknackten Grund, der aber so abstrus und für Menschen, die rechnen können, so unlogisch war, dass ich mich weigere ihn hier nochmal hochzuwürgen.

Langeweile und Serienmöderklau galore

um 15:37 da reingeschubst: Fernsehen || Fremdplörre: Comments (0)

© RTL/Stefan HaringAlso nä. Ich bin sauer. So richtig. Da lasse ich mich ausnahmsweise mal überreden mir eine Thrillerproduktion aus unseren Landen anzutun und dann sowas: Ein kackfrech zusammengeklautes Spar-Skript, (ärgerliche) Klischees über (noch ärgerlicheren) Klischees, ein grundlos Amok laufender Tobias Moretti, dem man offensichtlich seine tägliche Dosis Ritalin vorenthalten hat und gähnende Langeweile nebst akuter Gesichtslähmung. Hallo RTL: Was habt ihr denn eingeworfen? Kann ich auch was abhaben?

Wenn der zweite Teil von Das jüngste Gericht heute Abend auch so hundsmiserabel wird, freu ich mich jetzt schon auf ein zünftiges Verriss-Massaker mit Blut und Eingeweiden. Dann ist hier Beirut, Bagdad, Sodom, Gomorrha und Armageddon! Und die vier apokalyptischen Reiter! Mindestens!

(Pic © RTL/Stefan Haring)

Revelations - Die Offenbarung

um 4:01 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

© NBCInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Der Bezahlsender Premiere dachte sich kurz vor Silvester, dass er seinen Abonnenten dringend einen Weltuntergangsreißer kredenzen müsste. Rein zufällig gab das Einkaufskörbchen auch etwas in der Richtung her: Die US-Fernsehproduktion “Revelations - Die Offenbarung” als Miniserie in 6 Teilen. Thema ist der schon etwas ausgelutschte biblische K(r)ampf zwischen Gut und Böse - also der übliche und mit reichlich christlicher Mythologie garnierte Gott vs. Satan Blödsinn. Die Filmgeschichte wartet bekannterweise mit einigen Perlen und mit noch viel mehr Schrott zu diesem Thema auf. Revelations rangiert da eindeutig im Mittelmaß. Nicht wirklich gut und nicht wirklich mies, aber dafür wenigstens endlos öde.

Die Darstellerriege wird von Betonvisage Bill Pullman als skeptischer Wissenschaftler und der wie immer etwas farblosen Natascha McElhone als renitente Nonne angeführt. Die Konstellation sorgt schonmal für einen dicken Minuspunkt, da beide wegen ihrer beschränkten schauspielerischen Qualitäten nicht in der Lage sind so etwas wie großartige Sympathien beim Zuschauer einzuheimsen und jegliches Mitgefühl in geordneten Bahnen verharrt. Da kann auch der gute Supportcast nicht mehr viel reißen, was extrem schade ist, denn z.B. der auf Psychopathen abonnierte, wild grimassiernde Michael Massee als Obersatanist und auch unser Lieblings-Berufsverbrecher Tobin Bell als sein Laufbursche machen ihre Sache hervorragend. Sogar für etliche unbeabsichtigte Lacher ist gesorgt: Fred Durst (ja genau, die schauspielerisch komplett talentfreie Zone mit dem Limpen Bizkit) hat anscheinend irgendeine einflussreiche Braut im Castingbüro flachgelegt und darf dafür in den Reihen der Satansjünger rumhüpfen. Er liefert sich nebenbei mit Bill Pullman ein spannendes Duell, wer seinen angeborenen einzigen Gesichtsausdruck länger durchhält. Weia.

Das Drehbuch selbst kann höchstens einen von den strenggläubigen Erzkatholen hinterm Opferstock vorlocken, denn der kampflustige Pinguin und ihr Prof reisen quer durch die Weltgeschichte, um die Wiedergeburt Jesu zu beweisen und gleichzeitig die Geburt des Antichristen zu verhindern. Dabei bekommt der Zuschauer einen nervenden Crashkurs über Bibelmärchen. Vorzugsweise - wie der Titel schon sagt - die aus der Offenbarung. Eigentlich hätte man aus dem ganzen Mumpitz durchaus eine spannende Fantasystory knoten können, da gute Ansätze haufenweise vorhanden waren, aber leider hat sich der/die Drehbuchautor/en in zu viele Nebensächlichkeiten verrant und gleich Dutzende von Handlungssträngen zu verknüpfen versucht, womit die Dramaturgie flott beim Teufel ist. Atmosphäre kommt auf diese Weise gar nicht erst auf und das Interesse des Zuschauers liegt spätestens ab Folge 3 im Koma. Revelations ist trotz der augenscheinlich teuren Produktion nicht mehr als Fernseh-Fast-Food und locker nebenbei konsumierbar, wenn gerade mal nichts besseres läuft. Sehen und gleich wieder vergessen.

PS: Wer auf eine abgeschlossene Story hofft, der wird zu allem Überfluss am Ende von Folge 6 auch noch enttäuscht, denn die Macher wollen den himmlisch-höllischen Quark bei Erfolg scheinbar zu mehreren Staffeln ausschlachten. Zur Strafe gehts ab ins Fegefeuer. Amen.

Wertung: 3/10

 
 

Janz früher mal...

 

Dezember 2016
M D M D F S S
« Jun    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Es wird wolkig

Kram & Zeugs

Lizenz


Aboquatsch
Add to Technorati Favorites
Add to Google
Join My Community at MyBloglog!
Mit Bloglines abonnieren

Jibbs ooch noch
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Bloggeramt.de

Bits about moi






Mist! Ich bin nur
Bist du Zombie-Proof? Teste dich!

Bin irgendwo zwischen
Egoload - Analytischer DenkerundEgoload - Unabhängiger Denker