Nie wieder Sex mit der Ex

um 22:14 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (11)

Originaltitel: Forgetting Sarah Marshall
Genre: Comedy, RomCom
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Nicholas Stoller
Darsteller: Jason Segel, Kristen Bell, Mila Kunis, Russell Brand, Bill Hader, uvm
Läuft seit: 12.06.2008
Offizielle Webseite
www.nie-wieder-sex-mit-der-ex.de

Inhalt: Peter Bretter hat 6 Jahre damit verbracht, seine Freundin Sarah Marshall anzuhimmeln und ein unauffälliges Leben im Schatten ihrer Schönheit und ihres Ruhms als Fernsehstar zu führen. Umso härter ist der Aufprall, als sie sich von ihm trennt. Weder mexikanisches Bier noch billiger Lambrusco können ihn aus seinem verheulten Elend retten, und noch schlimmer wird es, als er aus den Nachrichten erfährt, dass sein Nachfolger an Sarahs Seite der berüchtigte Schürzenjäger und erbärmlich hippe Brit-Rocker Aldous Snow ist. Als selbst ein erfolgreicher One-Night-Stand in Tränen und Beziehungstrauer endet, entscheidet sich Peter für eine emotionale Auszeit - ein Besinnungsurlaub auf Hawaii muss her! Aber statt Abstand und Ablenkung wartet auf Peter der schlimmste Albtraum überhaupt: Seine Ex und ihr neuer Lover verbringen ihre Liebesferien im gleichen Hotel. Es beginnt ein absurder Grabenkampf, aber während Peter seinen „Ich will Sarah zurück”-Krieg führt, bringt die hübsche Hotelangestellte Rachel endlich wieder neue Perspektiven und Hoffnung in sein Leben.

Lola meint: Eigentlich sollte an dieser Stelle das Review zu Nie wieder Sex mit der Ex folgen. Leider nur eigentlich, denn der Film hat das geschafft, was seit mindestens 20 Jahren keiner mehr hingekriegt hat: Ich habe nach knallhartem innerlichen Kampf - denn normalerweise mache ich sowas nicht - nach ca. einer Stunde entnervt das Kino verlassen. Wow, ich kann immer noch nicht glauben, dass ich überhaupt so lange durchgehalten habe, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nach Sichtung des Trailers und der Inhaltsangabe hatte ich eine fluffige Sommerkomödie erwartet, bekam aber nur eine Ansammlung von unsympathischen, nervigen Hackfressen (ausser der Hauptdarsteller, der war niedlich!), die sinnfreie, unterirdisch flache Dialoge runterspulten und dämliche Dinge taten. Das sollte für eine Komödie eigentlich ausreichen. Hat es aber nicht, denn Nie wieder Sex mit der Ex ist einfach nicht lustig. Nix. Null. Finito. Ich musste in dieser tapfer durchgehaltenen Stunde genau zwei Mal müde Grinsen. Sorry, aber das reicht nicht. Ich habe fertig, denn jedes weitere Wort ist hier schon eins zuviel. Halt. Drei hab ich doch noch: Schade ums Geld.

Keine Wertung

Ridley Scott schickt Crowe und Miller in den Sherwood Forest

um 2:10 da reingeschubst: Film, Internet, Preview || Fremdplörre: Comments (2)

Um eins gleich mal vorneweg klarzustellen: Alan Rickman hat mich ein für alle mal für jeden weiteren Robin Hood Streifen verdorben. Was er da 1991 abgeliefert hat, kann nicht getoppt werden und who the fuck is dieser Kevin? Hat der auch mitgemacht? Aber da Weihnachten auch dieses Jahr nicht abgesagt wird, mache ich für Ridley Scott eine Ausnahme und erwähne hiermit seine geplante Robin Hood Verfilmung mit dem für dieses Thema mal ‘anderen’ Titel Nottingham. Das mache ich nur, weil Ridley für Blade Runner, Alien, Black Rain, Thelma & Louise und ja - auch für Gladiator und Hannibal auf ewig einen dicken Stein bei mir im Brett hat. Er kann zwischendurch ruhig noch so viel Quatsch zusammendrehen und ich nehms ihm nicht übel. Und ausserdem hat Herr Scott es doch tatsächlich wieder geschafft, die von ihm höchstselbst erschaffene Diva Russell Crowe zu überreden die Titelrolle anzunehmen (aller guten Dinge sind drei passt hier allerdings nicht so ganz, denn Ein gutes Jahr hiess zwar so, war aber eher ein einschläferndes).

Back to Nottingham, der die altbekannte Story angeblich gegen den Strich bürsten will und einige Überraschungen parat haben dürfte: Russell soll einen netten (!!!) Sheriff geben, der sich in Lady Marian (Sienna Miller) verguckt, woraus dann ein pikantes Liebesdreieck entsteht, denn Marian ist mit einem abgeranzten Hooligan und Hobbytaschendieb namens Robin am rummachen. Oder so ähnlich. Jedenfalls soll Nottingham eher als Komödie (RomCom?) angelegt sein, woran ich aber im Moment noch nicht so richtig glaube, denn erstens gibts bisher nur Spekulationen und zweitens äh…Russell in ner Komödie? Das fällt eindeutig unter Dinge, die ich mir nicht vorstellen kann und will. Und schiefgehen tuts auch. Ganz bestimmt.
(via)

R.I.P. - Men in Trees

um 17:39 da reingeschubst: Fernsehen, TV-Serien || Fremdplörre: Comments (0)

Und schon ist es schlagartig wieder vorbei mit meiner guten Laune: Wie ich soeben erfahren durfte, stellt ABC die schnurrige Frauen-vs.-Männer-in-Alaska-Serie Men in Trees nach nur 2 Staffeln ein. Bei einen kurzen Blick auf die Hintergründe könnte man fast den Verdacht hegen, daß ABC der Serie - aus welchen nebulösen Gründen auch immer - absichtlich den Todesstoß versetzt hat. Immerhin brachte es der Sender nicht nur fertig der Serie während diesen beiden Staffeln ganze 6 Mal einen anderen Sendeplatz zu verpassen, sondern war auch noch so dreist diverse Folgen der ersten und zweiten Staffel willkürlich durcheinander zu senden. Da kann es sogar dem grössten Hardcore-Fan vergehen und schon ist der hausgemachte Quotentod perfekt.

Ich gebe ja zu, daß Men in Trees nicht gerade anspruchsvoll oder auch nur ansatzweise spannend war. Allerdings hatte die mehr als sympathische Crew rund um Anne Heche offensichtlich einen Heidenspaß an der Sache und deswegen hat es mir auch Spaß gemacht zuzugucken. Und natüüürlich hat das ewige Hin und Her zwischen Marin und ihrem begriffsstutzigen Wildhüter irgendwann genervt, aber da das ganze Drumherum so stimmig war, konnte man diese Mätzchen locker verkraften.

Wenigstens traf die Men in Trees Macher das Aus nicht ohne Ankündigung und deswegen wird die Wohlfühl-Serie auch in der letzten Folge von Staffel 2 mit einem ‘richtigen’ Ende versehen, das alle wichtigen offenen Handlungsstränge verknüpft. Sowas ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich.

Hier bei uns läuft Men in Trees eigentlich auf VOX, befindet sich aber gerade in einer ‘Pause’ auf unbestimmte Zeit, weil die Quoten nicht so pralle waren. Zwischen den ganzen Krimiserien ist das sogar irgendwie nachvollziehbar, denn Men in Trees ist nunmal pures Frauenzeugs und passt eigentlich gar nicht so richtig in das aktuelle abendliche Programmschema des Senders. Aber gerade im Zusammenhang mit dieser plötzlichen ‘Pause’ mitten in Staffel 1 ist mir zum ersten Mal so richtig bewußt geworden, daß VOX neuerdings auch einen auf Pro7 macht und den Serienfans einfach so nach Lust und Laune den Stinkefinger zeigt. Die Kuschelweichzeiten sind offenbar vorbei, in denen um jeden Preis bis zur letzten Staffel durchgezogen wurde, und wenn es nachts um 1:00 war: Ich erinnere wehmütig an das umwerfende Familienepos Six Feet Under, bei dem VOX noch tapfer bis zum bitteren Ende durchgehalten hatte, was ich dem Sender immer hoch anrechnen werde. Dann bin ich mal gespannt, wann Marin & Co wieder aus dem Giftschrank raus dürfen und ich den Rest zu sehen kriege. Man soll die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben…
(via)

Offizielle AlaskaMännerBaumschule

Outsourced - Auf Umwegen zum Glück

um 19:33 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (0)

Originaltitel: Outsourced
Genre: Komödie, Drama
Land: USA, Indien
Jahr: 2006
Regie: John Jeffcoat
Darsteller: Josh Hamilton, Matt Smith, Ayesha Dharker, Larry Pine, Asif Basra, Sudha Shivpuri, Shriti Tyagi, uvm
Läuft seit: 10.04.2008
Offiz. Webseite: www.outsourced-der-film.de

Inhalt: Üppige Farben, verführerische Düfte, geheimnisvolle Traditionen – willkommen in Indien!?? Für die Schönheit des Landes hat Todd Anderson aus Seattle keinen Blick, denn der Call-Center-Manager wurde knallhart ausgelagert - oder auch Neudeutsch “outgesourced”: Der verstörte Todd wird nach Indien geschickt, wo er so freundliche wie chaotische Einheimische an amerikanisches Call-Center-Niveau anpassen soll, um die Umsätze des Unternehmens zu steigern. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, soll er dort auch noch seinen eigenen Nachfolger einarbeiten! Die Hitze, die neuen Gepflogenheiten, Missverständnisse im Team und im Alltag – Todd stößt überall an seine Grenzen und sehnt sich nur noch nach Hause. Doch er begreift nach und nach, dass er dazulernen muss: Über Indien und Amerika, über die Liebe und sogar über sich selbst. Langsam merkt er, dass es Vorteile haben kann outgesourced zu sein, denn er ist im Begriff sein Herz an das fremde, furchteinflössende Land, die Menschen und an eine ganz besondere Frau zu verlieren.

Lola meint: Kinder – ich bin hin und weg! Mehr braucht ihr nicht wissen und jetzt geht gefälligst los und guckt euch “Outsourced - Auf Umwegen zum Glück” an! Wie jetzt? Was heisst hier ihr wollt mehr Infos?? Verwöhntes Gezeuch! ;o) Na dann will ich mal keine Spassbremse sein und eine (hiermit angekündigte) Lobhudelei verfassen.

Outsourced nimmt sich das brandaktuelle Thema der immer schneller fortschreitenden Globalisierung zur Brust, schafft dabei aber das schwierige Kunststück den Aufreger vieler Arbeitnehmer als locker-flockig-leichte Komödie zu verpacken, ohne dabei den Respekt für das Thema und die Betroffenen zu verlieren. Im Grunde müsste sich jeder angesprochen fühlen, denn in Zeiten, wo auch in Deutschland die grossen Konzerne dicht machen, um den Standort wegen den Billiglöhnen gen Osten zu verlagern, treibt sich das bedrohliche Outsourcing-Gespenst direkt in unseren Vorgärten herum.

Wenn wir alle jetzt mal unsere Augen und Ohren Richtung Weltgeschehen aufsperren, dann wird sehr schnell klar, dass der momentan bei unseren Wirtschaftsbossen populäre Ostblock im Grunde die Streichelzoovariante ist. Indien hat mit einem irrwitzigen Wirtschaftswachstum im zweistelligen Bereich - wobei an erster Stelle keine 1 steht - längst zum Überholmanöver angesetzt und soll schon in rund 10 Jahren alle derzeitigen Weltwirtschaftsmächte schlicht überrollt haben. Diesen Schub verdankt das gewaltige Land seinen hervorragend ausgebildeten Akademikern und der schier unerschöpflichen Zahl an Arbeitern, die sich für einen lächerlichen Euro am Tag den Arsch abackern. Den Nachweislink bleibe ich an dieser Stelle schuldig, weil ich diese nachdenklich stimmenden Infos aus einer ARD-Reportage habe, die vor ein paar Wochen lief und die an all diejenigen gehörige Arschtritte verteilt hat, die Indien mit einem mitleidigen Lächeln abtun wollen.

Genug Politikgedöhns und ab zu Outsourced. Regisseur John Jeffcoat beweist unglaubliches Gespür für das zwar nicht neue, aber mit viel Herzblut variierte Fish-out-of-Water-Thema seines auf Indie-Festivals mit Preisen überschütteten Debüt-Films. Das liegt sicher am unbestreitbaren Talent des Mannes und an der Tatsache, dass er selbst als Student für ein Semester im Rahmen eines Kulturaustauschprogramms in Nepal strandete und sich dort von allem amerikanischen verabschieden musste, was ihn, wie er glaubte, bis dahin ausgemacht hatte. Im Grunde lässt Jeffcoat seine Hauptfigur Todd exakt dasselbe durchleiden, denn für den stellt sich Indien genau so lange als totaler Albtraum aus der Hölle dar, wie er mit Wutknoten im Bauch durch die Gegend stapft und alles und jeden ablehnt. Dabei kann man Todd seine Anfangshaltung gar nicht verübeln, denn es gibt wohl kaum jemanden, der sich in so einer Lage anders verhalten oder anders fühlen würde: Todd hatte eben noch einen lockeren, sicheren und gut bezahlten Job als Manager des Call Centers eines Kitschartikel-Versandhauses, als ihn im nächsten Moment sein Chef ins Büro zitiert, um ihm mitzuteilen, dass alle entlassen werden, weil das Call Center aus Profitgründen nach Indien ausgelagert wird. Todd darf vorerst seinen Job behalten und das nur, um die Inder in kürzester Zeit für die amerikanischen Kunden fit zu machen und seinen Nachfolger auszubilden. Rrrrumms. Sowas sitzt. Todd kommt vor lauter Schock gar nicht auf die Idee zu kündigen, sondern klammert sich an den Jobstrohhalm und steigt angefressen in den Flieger.

Natürlich brechen mit der Ankunft in Indien sämtliche Klischees über unser Opfer herein, die man sich nur vorstellen kann. Das Land ist brütend heiss, laut, chaotisch, schmutzig, voller wild gestikulierender Menschen und überfüllter Züge. Taschendiebe lauern hinter jeder Ecke, das Essen ist gewöhnungsbedürftig und führt natürlich zum schlimmsten Durchfall aller Zeiten und damit zur Erkenntnis, dass sich ein indisches Durchschnittsklo doch arg vom westlichen Standard unterscheidet. Als Sahnehäubchen treibt sich noch die obligatorische heilige Kuh im Büro herum und ständig lauern fiese Fettnäpfchen in Bezug auf die Sitten und Gebräuche der Einheimischen. Kennt man alles, werden sich jetzt viele denken und das stimmt soweit auch, nur schafft es der Regisseur den bösen Kulturschock mit Charme und einem schelmischen Zwinkern zu servieren, dabei aber nie albern zu werden und alles durchaus realistisch und mit immensem Respekt für Land und Leute rüberzubringen. Der Zuschauer leidet und lacht mit Todd, aber nie über ihn und das ist der feine Unterschied, der Outsourced nicht nur den Weg ins Hirn, sondern auch in die Herzen des Publikums ebnet.

Überhaupt funktioniert Outsourced gerade auf der emotionalen Ebene und hat ein unglaubliches Timing. Immer, wenn man sich für den mies gelaunten Todd und sein entsprechend schlechtes Benehmen gerade so richtig fremdschämt, löst der Film schon in der nächsten Szene das unangenehme Gefühl durch einen versöhnlichen Gag in Wohlgefallen auf. Besonders schön sind die Szenen, in denen Todd von den Indern, die er Anfangs natürlich alle als blöd einstuft, vorgeführt wird. Da wird man Zeuge von zwar schlichten, aber dafür umso brillanteren Dialogen, die einem mehr als einmal wegen ihrer Doppelbödigkeit die Kinnlade runterklappen lassen. Sogar die in der Inhaltsangabe angedrohte Liebesgeschichte kommt fast beiläufig, angenehm unkitschig und deswegen umso berührender daher. Man kann aus ihr sogar noch vieles über das streng geheime voreheliche Liebesleben der jungen Leute lernen, die es in einem Land, in dem sogar schlichtes Berühren in der Öffentlichkeit streng verboten ist, alles andere als leicht haben.

Rieche ich da etwa noch einen Zweifel, der alleine im Raum rumsteht und ungefähr so aussieht: ‘Bäh. Ich hasse Bollywoodfilme mit dem ewigen Gesinge, Getanze und Geheule!’? Ganz falsch: Outsourced hat nichts, null und nada mit den üblichen Bollywoodkitschoverkills zu tun. Hier gibts nur völlig normale Menschen in normalen Situationen, kein Overacting und keine Gesangseinlagen. Lediglich Kennern des typischen Bollywood-Massenkinos dürfte eine kleine Verbeugung in diese Richtung auffallen: Die indischen Angestellten des Call Centers ‘zwingen’ Todd zu dem auch bei uns bekannten Hit “Saajanji Ghar Aaye” aus dem Blockbuster Kuch Kuch Hota Hai - Und ganz plötzlich ist es Liebe abzutanzen und ganz nebenbei ist in dieser Szene auch noch einer der grössten männlichen Bollywoodstars im Bild. Nein. Denkste. Nicht Shahrukh Khan ist gemeint, sondern Salman Khan, der in seiner Heimat immer noch einen Zacken berühmter als Shahrukh ist. Aber wie gesagt – diese Hommage erschliesst sich nur Kennern und fällt dem Bollyverachter nicht mal auf. Sind jetzt alle Zweifel beseitigt? Dann husch ab ins Kino, denn Outsourced ist skandalöserweise mit nur wenigen Kopien am Start und dürfte bald von den Spielplänen verschwunden sein. Und ich hätt jetzt gerne ein Chicken Marsala und einen Mangosaft.

★★★★★★★★★☆ 9/10

Gangbang, Baby!

um 12:38 da reingeschubst: Fernsehen, Film || Fremdplörre: Comments (0)

© MGMHA! Es geht natürlich NICHT um den neuesten Hardcore-Streifen aus der ‘Schluck, du Luder’-Reihe, sondern um eines der schönsten Musicals aus den goldenen MGM-Zeiten. Ich hab nämlich eben mit wachsendem Entzücken erspäht, dass nachher um 14:00 Eine Braut für sieben Brüder auf 3Sat läuft und weil ich den seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gesehen habe, umgehend alle weiteren Termine für heute gecancelt (man muss eben auch mal Prioritäten setzen können!).

Hmm…ob sich die Macher im Jahre 1954 eigentlich haben träumen lassen, dass ihr auserkorener Titel 50 Jahre später zu den zweideutigsten der ganzen Filmgeschichte zählt? Oder hat die Wahl bereits in den prüden 50s für Aufruhr gesorgt? (Sofern die sich solche Sauereien überhaupt schon vorstellen konnten*g*). Wer den Streifen nich kennt: Es handelt sich um eine Interpretation vom berüchtigten Raub der Sabinerinnen, garniert mit schmissigen Songs, umwerfenden Choreografien und bestens aufgelegten Darstellern, wie dem damaligen Musicalgott Howard Keel und einer niedlichen Jane Powell.  Für ‘Kenner’: Auch die schärfste Catwoman aller Zeiten - und sowieso unsterbliche Kultfigur - Julie Newmar war hier mit am Start! (forget Michelle Pfeiffer)

Secretary

um 21:17 da reingeschubst: Film || Fremdplörre: Comments (2)

© SunfilmInfo: Dies ist ein Review, das ich in altmodischer Handarbeit aus meinem alten Blog übernommen habe, weil der Import nicht uns Verrecken funzen wollte. Das oben genannte Datum entspricht dem ursprünglichen Postingdatum. “Himbeerlola.de” existiert erst seit dem 01.03.2008.

Inhalt: Die unsichere Lee (Maggie Gyllenhaal) kommt zurück aus einer psychiatrischen Klinik und fällt in ihre alten Gewohnheiten und den Zwang zurück, sich selbst zu verletzen. Um Normalität in ihr Leben zu bringen, nimmt sie einen Job als Sekretärin an - und findet in der von Erniedrigung und Bestrafung dominierten sexuellen Beziehung zu ihrem Chef (James Spader) ihre Erfüllung.

Lola meint: Dieser feine Indie-Streifen sagte mir leider gar nichts und ich bin nur zufällig in dieses Kleinod hineingestolpert, so wie sein restliches spärliches Publikum in Deutschland sicher auch, da der Film hier durch sein garantiert mageres Werbebudget unter den Tisch gefallen ist. Ausschlaggebend war bei mir die Tatsache, dass James Spader die männliche Hauptrolle spielt – einer meiner absoluten Favoriten seit Perlen wie “Sex, Lügen und Video“, “Frühstück bei ihr” und “Todfreunde“. Wegen ihm hatte ich auch bei der Inhaltsangabe des Streifens keinerlei Bedenken, da einem Mr. Spader mit seiner reduzierten Art auch noch so heikle Themen äußerst sensibel und glaubhaft näher bringt. Demnach sah ich die lauernde Gefahr gebannt, dass die Rubrik S/M mal wieder Hollywoodlike mit einem Haufen lächerlicher Klischees durch den Dreck gezogen wird. Ich sollte Recht behalten.

Aber genug der Lobhudeleien für James Spader und ab zu “Secretary“. Maggie Gyllenhaal, die mir bisher offenbar entfleucht ist, denn ich kann mich spontan nicht erinnern sie schon mal gesehen zu haben, liefert eine unglaublich intensive Performance ab. Bis an die Schmerzgrenze sozusagen, was natürlich im Kontext eine ganz neue Bedeutung bekommt…;o) Es ist eine Wonne ihr dabei zuzusehen, wie sie ihre Figur Lee Holloway vom depressiven und leicht verhuschten Mäuschen zu einer starken Frau werden lässt, die weiß was sie will und dafür mit allen Mitteln kämpft. Maggie ist in allen Lagen würdevoll und einfach liebenswert: Ob in Klamotten, die sogar die nächste Humana-Box an der Straßenecke angewidert wieder ausspucken würde, oder auf allen Vieren, wenn sie ihrem Chef die tägliche Post mit den Zähnen darbietet und auch mit heruntergelassenem Höschen über den Tisch gebeugt, um ihm als pure Wichsvorlage zu dienen.

Schnell mal die Pferdchen wieder einfangen, die gerade mit mir durchgegangen sind und zurück zum Anfang: Es geht ‘einfach’ um eine Frau, die sich auf ihre Weise emanzipiert. Mit der Annahme der Sekretärinnenstelle im Büro des Anwalts Grey versucht Lee sich verzweifelt ein Stück weit von ihrem verkorksten Elternhaus und ihrer bedrückenden Kindheit zu lösen. Lebendig kann sie sich nur fühlen, wenn sie sich die Oberschenkel ritzt, was ihrem Boss nicht lange verborgen bleibt.

Grey, selbst ein emotionaler Krüppel mit Panik vor Gefühlen, ist sofort von Lees Wesen fasziniert, weiß aber nicht so recht mit ihr umzugehen. In seiner Hilflosigkeit behandelt er sie nach und nach immer schroffer und bemerkt, dass Lee keinen Widerstand leistet und offenbar auch noch Spaß daran hat. Er entdeckt dadurch an sich eine leicht sadistische Ader, was ihn sichtlich erstaunt und noch mehr verunsichert. Eine Zeit lang genießen die beiden das Befehl-Ungehorsam-Bestrafen-Spiel und leben ihre Lust in einer sehr soften S/M Beziehung ausschließlich im Büro aus. Grey merkt irgendwann, dass bei Lee Gefühle ins Spiel kommen und schreckt zurück. Liebe?? Die Alte dreht wohl am Rad! Da er wegen seiner neu entdeckten Gelüste ohnehin gegen ein unbequemes inneres Chaos kämpft, stößt er Lee von sich, kündigt ihr abrupt und wechselt sogar die Schlösser aus. Männer…*Kopfschüttel*

Unsere Heldin lässt sich zum Glück von seiner eilig errichteten Mauer nicht abschrecken und durchbricht sie durch einen großen und unglaublich konsequenten Beweis ihrer Liebe. Nach - in diesem speziellen Fall - extrem langen 3 Tagen kommt die Botschaft dann doch schon in seinem Kleinhirn an und er erkennt, dass sie die Frau seines Lebens ist und dazu noch eindeutig die Stärkere in der Beziehung. Was dann folgt, ist einfach nur noch schön und für mich eines der ergreifendsten Happy Ends aller Zeiten. Grey nimmt endlich die immens große Verantwortung eines Doms gegenüber seines Subs an, befreit die trotzige Lee aus ihrer misslichen wie lustvollen Lage, kümmert sich rührend um sie und öffnet ihr seine verletzte Seele. Und wenn sie nicht gestorben sind, versohlt er ihr noch heute den Hintern.

Es ist schwer den Film in eine Schublade zu stecken und ich würde ihn am ehesten als großen kleinen Liebesfilm mit komischen Untertönen einordnen. Es ist für einen amerikanischen Film durchweg bemerkenswert, mit wie viel Respekt und Einfühlungsvermögen das Thema S/M behandelt wird und man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Drehbuchautorin ganz genau wusste worüber sie da schreibt. “Secretary” hat mich mit seiner Ehrlichkeit, seinem prosaischen Grundton und den unglaublich guten Darstellern tief berührt und bewegt und mich sogar ein bisschen neidisch auf das werden lassen, was die beiden Hauptfiguren aneinander haben. Das hat schon lange keiner der üblichen ‘klassischen’ Liebesfilme mehr geschafft. Ich ziehe lediglich einen kleinen Punkt in der A-Note ab, weil es mir im Hinblick auf die folgenden Ereignisse aufstieß, daß Lee am Anfang des Films aus der Klappse entlassen wird: Die meisten S/M-Freunde sind garantiert kein Fall für den Seelenklempner.

Wertung: 10/10

Offizielle Webseite zum Film

 
 

Janz früher mal...

 

Dezember 2016
M D M D F S S
« Jun    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Es wird wolkig

Kram & Zeugs

Lizenz


Aboquatsch
Add to Technorati Favorites
Add to Google
Join My Community at MyBloglog!
Mit Bloglines abonnieren

Jibbs ooch noch
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Bloggeramt.de

Bits about moi






Mist! Ich bin nur
Bist du Zombie-Proof? Teste dich!

Bin irgendwo zwischen
Egoload - Analytischer DenkerundEgoload - Unabhängiger Denker